Kohleausstieg: Massenhafter ziviler Ungehorsam

Extreme Dürre hält an

Derweil hat in weiten Teilen Deutschlands die extreme Dürre im Oktober weiter angehalten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. Anhaltender Hochdruckeinfluss habe Tiefdruckgebiete weitgehend von Mitteleuropa ferngehalten. Deutschlandweit habe das für einen überaus sonnenscheinreichen und sehr warmen Oktober gesorgt. Dadurch habe sich "die seit April anhaltende extreme Dürre weiter verschärft".

Im bundesweiten Durchschnitt hat es demnach im Oktober an den rund 2.000 Messstationen des DWD nur rund 28 Liter pro Quadratmeter (28 Millimeter) geregnet. Normal wären 56 Liter pro Quadratmeter gewesen. (Als Normalwert gilt das Mittel über die Jahre 1961 bis 1990.) Außer im äußersten Süden der Republik habe es auch im Oktober "ein enormes Niederschlagsdefizit" gegeben. Am Rhein sei der Pegel stellenweise so niedrig wie nie zuvor. In der Pfalz, in Rheinhessen und im Hunsrück seien bis zum 29. mancherorts nicht einmal ein Liter Regen gefallen.

Mit rund 40 Liter pro Quadratmeter schnitt Schleswig-Holstein im Ländervergleich noch am besten ab, obwohl das wenig mehr als die Hälfte der üblichen Regenmenge war. Selbst im sonst eher niederschlagsgeplagten Hamburg regnete es weniger. Das Schlusslicht bildete mit lediglich knapp 15 Litern pro Quadratmeter Hessen.

Berlin, das Saarland und Sachsen-Anhalt folgen ganz knapp mit durchschnittlichen Niederschlagsmengen von um 15 Liter pro Quadratmeter, jedenfalls weniger als die Hälfte der auch sonst für gewöhnlich nicht üppigen Niederschläge. Auch das sandige Brandenburg erhielt mit 20 Litern pro Quadratmeter nicht sehr viel mehr Nachschub für seine Seen und Grundwasserspiegel.

Ansonsten lag der Oktober mit 10,7 Grad im bundesweiten Durchschnitt mit 10,7 Grad Celsius um 1,7 Grad über dem Durchschnitt der Jahre1961 bis 1990. Nimmt man als Vergleichsperiode den Zeitraum 1981 bis 2010, betrug die Abweichung noch immer 1,5 Grad.

Einige DWD-Stationen hatten neue Rekorde bei der Anzahl der Sommertage zu verzeichnen. Als solche gelten dem DWD Tage, an dem die Temperatur zeitweilig auf 25 Grad oder mehr steigt. Passend dazu lag der Monat mit bundesweit rund 160 Sonnenscheinstunden um 47 Prozent über dem Soll und gehörte damit zu den fünf sonnigsten Oktobern seit Messbeginn. (Wolfgang Pomrehn)

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