Kritik an Macrons Rede: "Mogelpackung"

Rekordverdächtiges Polizeiaufgebot

Die französische Staatsmacht geizte an diesem Wochenende nicht mit ihren Mitteln. Am Samstag fanden vorläufige Festnahmen in Rekordzahl statt - insgesamt 1.723, wovon 1.220 in Polizeigewahrsam verlängert wurden -, viele davon offensichtlich präventiv, also wegen "drohender Gefahr" vor Eintreten irgendeiner Straftat.

Dies traf zum Teil auch mehr oder minder prominente Aktivisten. Und dies sowohl im rechtsextremen Bereich als auch im Bereich der autonom-anarchistischen Unterströmung der Insurrektionalisten, mit ihrem Prominenten Julien Coupat.

Letzterer wurde am Ausgang einer Bäckerei aufgegriffen und vorläufig festgenommen, weil sich eine gelbe Weste, eine Sprühdose sowie eine Maske in seinem Auto oder dem seiner Begleiter befanden. Nun sind solche Neonwesten im Auto allerdings Vorschrift … Am Montagmittag kam er mit einer "Verwarnung" wieder frei.

In Nancy traf es gar den Organisator der ebenfalls am vorigen Samstag geplanten Demo für Klimaschutz, welche der Präfekt zuvor "aus Sicherheitsgründen wegen der sonstigen Proteste" verboten hatte; auch er kam inzwischen wieder frei, nach 21-stündigem Polizeigewahrsam. Die von ihm mitveranstaltete Demo blieb ohne jeglichen Glasbruch, rein friedlich.

Trotz des beachtlichen Polizeistaat-Aufgebot fielen die Sachschäden am zurückliegenden Samstag, den 08. November, dennoch höher aus als am Samstag zuvor. Zwar kam es zu weniger Auseinandersetzungen an zentralen Stellen wie zuvor etwa auf den Champs-Elysées, dafür verteilten diese sich wohl stärker. (Bernard Schmid)

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