Kurdische Rückeroberung von Kobanê

Angeblich kontrollieren die kurdischen Verteidigungskräfte nun 80 Prozent der Stadt

Kurdische Verteidigungskräfte sollen in der seit September letzten Jahres umkämpften syrischen Grenzstadt Kobanê (arab. Ain al-Arab) wichtige strategische Punkte zurückerobert haben. Medienberichten zufolge sollen die kurdischen Verbände, bestehend aus YPG-Kämpfern, irakischen Peshmerga und vereinzelten iranischen Kurden, 80 Prozent der Stadt und das Stadtzentrum kontrollieren.

Die Berichterekurrieren hauptsächlich auf Informationen der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights), die sich nach eigenen Angaben auf ein größeres Aktivistennetz stützt, aber in der Vergangenheit nicht immer verlässliche Berichte verbreitete.

Wie ein aktuelles BBC-Video aus dem Innenleben der Stadt zeigt, gibt es nur eine Handvoll von Journalisten, die sich in Kobanê aufhalten. Die Nachricht der militärischen Erfolge der kurdischen Verteidiger Kobanês gegen die IS-Milizen werden von Idris Nassan, einem offiziellen Vertreter der YPG, bestätigt. Ihm zufolge kontrollieren die IS-Milizen weiterhin die östlichen Bezirke der Stadt.

Bereits Ende Dezember deutete sich an, dass die kurdischen Verteidigungskräfte sich immer besser gegen die IS-Milizen, die mit Selbstmordanschlägen, Granaten- und Raketenbeschuss operieren, zur Wehr setzen konnten. Schon zu diesem Zeitpunkt war die Rede davon, dass die Verteidiger 70 Prozent der Grenzstadt zurückerobert haben.

Am 2ten Januar bestätigte YPG-Oberbefehlshaber von Kobane, Mahmud Berxwedan, in einem Interview, dass seine Verbände Mitte Dezember mit größeren Befreiungsoperationen begonnen hätten und seither strategisch wichtige Punkte - "die schwarze Schule" und den Miştenur Hügel - erobert haben, von denen aus die Stadt zu kontrollieren sei. Nach seiner Ansicht könnte Kobanê "in kürzester Zeit befreit" werden.

Allerdings macht auch Berxwedan geltend, dass die IS-Milizen alles daran setzen werden, eine Niederlage zu vermeiden. Zwar dürfte Kobanê für den "Islamischen Staat" militärstrategisch nicht von überragender Bedeutung sein; ein Abzug aus Kobanê wäre jedoch schlechte PR für die Dschihadisten, die auf Angst, Schrecken und einen ungebrochenen militärischen Siegeszug bauen.

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