Land unter!?

Telepolis-Salon: Klimawandel - Müde von der Apokalypse mit Max Uthoff von Der Anstalt und ARD-Wettermoderator Sven Plöger

Der nächste Telepolis-Salon. Wir freuen uns auf unsere Gäste:

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Max Uthoff und Dietrich Krauß von der ZDF-Kabarettsendung Die Anstalt (Leider sagte Max Uthoff heute nachmittag wg. Krankheit ab)

Sven Plöger, Diplom-Meteorologe, Autor und Wettermoderator bei der ARD

Wie immer führen die Redakteure von Telepolis durch die Veranstaltung und die Gruppe Prismen interveniert mit Filmen, Zahlen, Schabernack.

Termin: Mittwoch, der 28. März 2018

Beginn 19:00 Uhr

@Lobby-Bar/ The Lovelace/Kardinal-Faulhaber-Straße 1/80333 München

Eintritt: 5 / 3 €

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Seitdem Wissenschaftler bekannt gemacht haben, dass wir uns in einem Prozess der menschengemachten Klimaerwärmung befinden, wurde mit drastischen Bildern auf die Folgen des dieses Treibhauseffekts aufmerksam gemacht. Die Menschen und vor allem die politisch Verantwortlichen sollten bewegt werden, massive Veränderungen einzuleiten, die tief in das Alltagsleben und das der gesamten Gesellschaft und Ökonomie eingreifen..

Wenn der Fortschritt, der gewissermaßen verbrannte Erde hinter sich lässt, so weiter geht, ist das die Katastrophe, wurde gewarnt und mit immer neuen Simulationen prognostiziert. Die Meeresspiegel steigen, Gletscher und Meereis schmelzen, Wüsten breiten sich aus, es häufen sich Wetterextreme. Heere von Klimaflüchtlingen könnten sich in Bewegung setzen, weil manche Gebiete nicht mehr bewohnbar sind, die Zahl der Hungernden und der durch Hitzewellen vorzeitig Sterbenden nimmt zu, vor allem müssen viele Städte an den Küsten geräumt werden …

Die Politik reagierte seit 1970er Jahren tatsächlich, 1992 wurde die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) beschlossen, 1997 kam als Höhepunkt das Kyoto-Protokoll zustande. Doch obwohl die Menschheit, die mit der selbst gemachten Klimaerwärmung in das geologische Zeitalter des Anthropozän eingetreten ist, Schritt für Schritt auf eine mutmaßlich irreversible Klimaveränderung mit drastischen Folgen zuschreitet, ließen die Anstrengungen nach, auch wenn die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut wurden und die Folgen der zunehmenden Erwärmung bereits erkennbar werden.

Auf der Pariser Klimakonferenz 2015 kam man wieder auf den Anfang zurück und beschloss einen unverbindlichen Rahmen, den Anstieg der Temperatur unter 2 Grad Celsius zu halten. US-Präsident Donald Trump zerschlug dann auch noch den schönen Schein der nur gut gemeinten Klimapolitik und drohte mit dem Ausstieg. Allerdings ist klar, dass die unverbindlich angestrebten Reduktionsziele auch gar nicht ausreichen würden, um das 2-Grad-Ziel einzuhalten.

Das Problem ist altbekannt und hatte das Christentum lange Zeit mit der immer wieder verschobenen Apokalypse verfolgt. Wer zu oft Warnungen vor Ereignissen hört, die dann nicht eintreten, reagiert nicht mehr darauf, weil es ja doch irgendwie weitergeht. Dazu kommt, dass kollektiv und weltweit über alle sozialen, wirtschaftlichen kulturellen, nationalen und individuellen Unterschiede und Interessen hinweg gemeinsam gehandelt werden müsste. Und der Diskurs wird bestimmt von Vorstellungen des Bewahrens, Rettens, Reduzierens und Einschränkens, es fehlt eine positive, utopische Idee, wie ein postfossiles, die natürlichen Ressourcen schonendes und smartes Zeitalter aussehen könnte, das nicht blindes, sondern bewusst gesteuertes Geoengineering ist und eine Vorstellung beinhaltet, wie die Welt verändert und gestaltet werden soll. Nicht zuletzt ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien etwa mit riesigen Solaranlagen und Windparks auch ein Umbau der Landschaft, der die Umwelt nicht schöner macht.

Übrigens sind die Menschen nicht die ersten Lebewesen, die die Erde radikal umgestaltet haben, sie machen dies nur in einem schwindelerregenden und hypnotisierenden Tempo. Vor etwa 2,4 Milliarden Jahren haben die ersten sauerstoffproduzierenden Bakterien durch Photosynthese die bislang mit Methan angereicherte Atmosphäre mit dem zunächst giftigen Sauerstoff vollgepumpt. Damit bewirkten sie nicht nur ein Massenaussterben der bislang vorherrschenden anaeroben Mikroorganismen, sondern auch einen erdgeschichtlich abrupten Klimawandel, den man die Große Sauerstoffkatastrophe nennt. Methan ist ein sehr viel stärkeres Treibhausgas als CO2, in der damals viel sauerstoffreicheren Atmosphäre soll es schnell abgebaut worden sein, die Folge war eine Eiszeit, die 300 Millionen Jahre andauerte.

Wie immer wird es einen Livestream auf der Telepolis-Facebook-Seite geben. Die Gespräche werden im Anschluss auch auf Telepolis online gestellt.

(Florian Rötzer)

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