Leben im Klimawandel

Jörg Phil Friedrich ist am 22. Januar Gast im Telepolis Salon, in dem es um die Zeit nach dem Klimawandel geht

Es ist eine Illusion, weiterhin zu glauben, dass sich der vom Menschen verursachte Klimawandel noch aufhalten oder er wenigstens soweit abmildern ließe, dass die Menschheit sich einigermaßen unbeschadet darin einrichten könnte. Auch der letzte Klimagipfel machte wieder deutlich, dass die in Paris unverbindlich ausgemachten Klimaziele erreicht werden können, die uns vor einer Klimakatastrophe bewahren.

Auch wenn die Klimaforscherinnen und Erdsystemwissenschaftler immer genauere Szenarien davon entwickeln können, wie sich in welchen Gegenden der Erde das Klima und die Lebensbedingungen der Menschen verändern können, kann niemand vorhersagen, was wirklich genau passieren wird. Wenn der Klimawandel mit seinen Folgen wie derzeit erwartbar eintreten wird, wäre es höchste Zeit, sich der Zukunft des Überlebens der Menschen auf der Erde aus einer realistischen Perspektive zu widmen.

Es geht nicht darum, den Weltuntergang oder das Aussterben der Menschheit zu beschwören, aber zu erwarten sind dramatische und rasante Veränderungen des Klimas, die den Untergang der menschlichen Zivilisation und der "Menschheit", wie wir sie heute kennen und zum Selbstverständnis unserer Spezies gemacht haben, bedeuten können. Die Folgen des Klimawandels zu diskutieren, heißt vor allem, die Frage zu beantworten, wie Mensch und Gesellschaft reagieren, wenn ein solches gewohntes System aus den Fugen gerät.

Der Mensch kann sich unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen einrichten, und auch die zukünftige Erde wird Bedingungen bieten, unter denen Menschen leben können. Allerdings wird die Phase des Klimachaos die meisten Infrastrukturen und sozialen Mechanismen zerstören, die das zivilisierte Leben in menschlichen Gesellschaften hervorgebracht hat und die dieses zugleich sichern. Es stellt sich die Frage, wie wir uns auf eine solche Zeit vorbereiten können, ohne die genauen Bedingungen heute schon vorhersagen zu können.

Jörg Phil Friedrich, Diplom-Meteorologe und Philosoph, ist am 22. Januar 2020 Gast im Telepolis Salon auf der Alten Utting in München. Beginn der Veranstaltung ist 20 Uhr. Eintritt: 5 Euro.

Alte Utting/Hecksalon
Lagerhausstraße 15
81371 München
Anfahrt: U-Bahn: U3/U6 Poccistraße oder Implerstraße Bus: 132 / 62 Lagerhausstraße

Von Jörg Phil Friedrich ist vor kurzem das eBook "Was kommt nach dem Klimawandel? Eine Spekulation" erschienen.