Live on Mars

NASA und Microsoft liefern eine 3D-Ansicht der Mars-Oberfläche und laden zur Livebegehung des roten Planeten ein

Die NASA und Microsoft Research erwecken die Marsoberfläche mit einem neuen Feature in der Software des WorldWide Telescope zum Leben, das den Betrachtern eine 3D-Karte des roten Planeten zeigt.

Microsofts virtuelles Online-Teleskop liefert Bilder vom Universum, die es aus Aufnahmen von NASA-Teleskopen zusammenstellt. Teams des Ames Research Center der NASA in Moffet Field (Kalifornien) und von Microsoft aus Redmond (Washington) haben nun zusammen eine Software entwickelt, mit deren Hilfe sie die Daten aus NASA-Planetenaufnahmen für das WorldWide Telescope verfügbar machen.

White Rock Landschaftsraum im Pollack Krater. Bild: NASA/JPL/University of Arizona

„Dadurch, das wir nun auch die Mars-Daten im WorldWide Telescope der Öffentlichkeit zugänglich machen, verschaffen wir den Nutzern eine ganz neue Sicht auf den Planeten“, so Chris C. Kemp, Technischer Direktor für Informationstechnologie im NASA-Hauptquartier in Washington. Zusammen mit den neuen Daten der NASA erlauben die interaktiven Darstellungen den Nutzern den Mars virtuell auf eigene Faust zu erkunden. Unter den neuen Features befindet sich eine interaktive Mars-Karte in der höchsten bislang verfügbaren Auflösung, realistische 3D-Renderings der Planetenoberfläche sowie Video-Touren mit den beiden NASA-Wissenschaftlern James Garvin und Carol Stoker.

Garvins Tour führt die Zuschauer durch die geologische Geschichte des Planeten zu möglichen Landezonen für Mars-Missionen. Jede dieser Landezonen stellt dabei eine andere geologischen Ära des Planeten vor. Stokers Tour richtet sich an diejenigen, die sich für die Frage, ob es Leben auf dem Mars geben könnte, interessieren. Außerdem beschreibt sie die Funde, die NASAs Mars Phoenix Lander gemacht hat. „Wir hoffen, dass wir mit dem Projekt die nächste Generation von Mars-Forschern inspirieren, damit der wissenschaftliche Erkundungsprozess des Planeten fortgesetzt wird“, sagt S. Pete Worden, Direktor des „Ames Research Center“.

Bild: NASA/JPL/University of Arizona

Die Intelligent Robotics Group am „Ames Research Center“ hat eine Open-Source-Software für die "Nebula"-Cloud-Computing-Plattform der NASA entwickelt, um die hochauflösenden Karten zu rendern und zu speichern. Die Karten enthalten 74.000 Bilder von der „Mars Orbiter“-Kamera des Mars Global Surveyor und mehr als 13.000 hochauflösende Bilder des Mars‘, die von der „High Resolution Imaging Sciences Experiment“-Kamera (HiRISE) des „Mars Reconnaisance Orbiter“ (MRO). Jedes dieser HiRISE-Bilder hat eine Auflösung von mehr als einer Milliarde Pixel; die komplette Karte wurde aus mehr als einer halben Millionen kleinerer Mosaik-Bilder montiert.

Zukünftige Mars-Landezone im Antoniadi Krater. Bild: NASA/JPL/University of Arizona

„Diese unglaublich detailreichen Karten ermöglichen der Öffentlichkeit, den Mars wesentlich besser als bislang zu erkunden“, so Michael Broxton von der „Intelligent Robotics Group“ in Amnes. „Die Zusammenarbeit von NASA und Microsoft Research war sehr hilfreich bei der Entwicklung der Software, die diese Mars-Bilder nun für Jedermann, in Schulen und Wohnzimmern verfügbar macht.“

NASAs MRO hatte den Planeten 2006 erreicht, um dort eine zweijährige Wissenschaftsmission durchzuführen. Daraus resultierten mehr Daten über den Mars als aus allen anderen Mars-Missionen, die bislang zum roten Planeten gesandt wurden. Der Global Surveyor erreichte den Mars-Orbit im Jahr 1997 und arbeitete dort länger als jeder andere Mars-Beobachter – erst 2006 stellte er seine Funktion ein. (Stefan Höltgen)

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