London und seine indischen Betrüger

Laxes London

Was den Finanzplatz London angeht, ist das Verhalten der politischen Verantwortlichen schon schizophren. Selbst das Foreign Affairs Select Committee des Landes, stellte fest: Die britische Regierung gefährde die Sicherheit des Landes, indem sie es Kleptokraten und Menschenrechtsverletzern erlaube, ihre unrechtmäßig erworbenen Gelder durch das britische Bankensystem zu schleusen und so Sanktionen zu umgehen.

Mit seiner laxen Herangehensweise gegenüber internationalen Geldwäschern sorge London dafür, dass Geld in den Händen von Regimen lande, die Großbritannien, seine Interessen und Alliierten schädigen.

Wenn die Eliten dass Geld ins Ausland bringen, helfen auch 130 Berge nicht, die höher als 7000 Meter sind, um eine Tourismus Industrie aufzubauen. Foto: Gilbert Kolonko

Diese Sätze sind sogar noch zu kurz gegriffen: Alle Verantwortlichen Pakistans, die zu verantworten haben, dass 210 Millionen ihrer Landsleute bald das Wasser ausgeht, lagern ihr Geld an der Themse oder besitzen dort Immobilien. Der Rest der Erde kann sich dann in Zukunft um Millionen Flüchtlinge aus Pakistan kümmern (vgl. Pakistan: Islamisten und Kapitalisten contra Wissenschaft).

Um den Diamer Staudamm zu finanzieren, hat die pakistanische Regierung aktuell einen Kredit in der Schweiz beantragt. Dorthin hat auch der ehemalige pakistanische Präsident Asif Ali Zardari einen Teil seines Vermögens illegal verschoben. Dadurch sind dem pakistanischen Staat nicht nur Steuern entgangen, sondern sie müssen jetzt auch noch Zinsen für Geld bezahlen, das eigentlich aus Pakistan stammt.

Als Ankläger in Sachen London und Schweiz taugt die Europäische Gemeinschaft jedoch nicht. Luxemburg und Irland gehören eigentlich auf die schwarze Liste der Steueroasen, doch politischer Druck aus Brüssel hat dies verhindert.

Natürlich ist es nicht die Schuld des Westens, dass die indische Regierungspartei Bharatiya Janata Party, eine der reichsten politischen Parteien der Erde, nicht erklären kann, wo ihr Geld eigentlich liegt.

Doch gleichzeitig appelliert Premier Narenda Modi, unterstützt von der westlichen Finanzwelt, daran, den indischen Markt für ausländische Investoren zu öffnen, während die wohlhabenden Inder ihr Geld aus dem Land bringen, was nur dank der Schweiz, Offshore-Konten und der Londoner Finanzwelt möglich ist. Was diese Art von schnellen "Wachstum" in Indien (oder Bangladesch) angerichtet hat, kann sich jeder selber anschauen.

Die positiven Veränderungen, die auch in Indien Einzug gehalten haben, hat eben nicht der Kapitalismus gebracht, dieser hat nur alles beschleunigt, ohne auf die gravierenden Nebenwirkungen Rücksicht zu nehmen. Technischer Fortschritt beruht auf Bildung und Errungenschaften der Wissenschaft.

Dass sich einige Staaten die Kassen mit dem Geld von Kriminellen und auf Kosten anderer Staaten auffüllen, erinnert eher an das Mittelalter - das diese Gelder dafür benutzt werden, mit pompösen Dingen den eigenen Lebensstandard aufzublasen, auch. (Gilbert Kolonko)

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