Mädchen Top - Jungen Flop?

Über Sieger und Verlierer unseres Bildungssystems

Wieder und wieder hallt es durch die Medien, dass vorrangig männliche Jugendliche nach Abschluss ihrer Schulzeit im Schreiben, Rechnen und Lesen eklatante Mängel aufweisen. Dazu gesellen sich sinkende Leistungsbereitschaft und andere Verhaltensweisen, die dem zwischenmenschlichen Umgang unangepasst sind und weitere Ausbildungsgänge negativ beeinträchtigen. Auffallend betroffen sind hierbei Jungen aus ungebildeten und sozial schwachen Schichten, sowie aus Familien mit Migrationshintergrund.

Obwohl die Mädchen zunehmend als die Siegerinnen unseres Bildungssystems dargestellt werden, widerspiegelt sich diese Aussage nicht im weiteren Lebensverlauf. Die berufliche Ausbildung unserer jungen Menschen wird immer schwieriger, denn auf Bundesebene klagen nahezu 65 Prozent der Unternehmen über die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger.

Gelingt es nicht, diese Entwicklung zu stoppen, wird die Wirtschaftskraft Deutschlands in den nächsten Jahren durch den zunehmenden Fachkräftemangel rapide absinken. Das Problem zeichnet sich durch seine ausgeprägte Komplexität aus, die viele bisher unbeantwortete Fragen aufwirft. Die Gesellschaft muss schnell und effizient reagieren.

Zwei Drittel der Schulabbrecher sind männlichen Geschlechts

Nach wie vor ungeklärt ist, weshalb die männlichen Schüler weniger an erforderlichen Ausbildungs - Voraussetzungen mitbringen, als ihre Mitschülerinnen. Das statistische Bundesamt, Kommunale Kassenstatistik 2006, berichtet von folgender Ausgangslage:

Von 9,86 Millionen SchülerInnen brachen in Deutschland 1,08 Millionen ihre Ausbildung vorzeitig ab. Davon sind zwei Drittel männlichen Geschlechts! Etwa 300.000 SchülerInnen schwänzen regelmäßig die Schule. Rund drei Viertel der Schüler an Sonderschulen sind männlich. Nicht–deutsche SchülerInnen sagten doppelt so häufig vorzeitig „Tschüss“, wie ihre deutschen MitstreiterInnen.

Allein im Jahr 2006 haben 7,9 Prozent der SchülerInnen (rund 76000) die allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen. In der Altersklasse von 20 - 29 Jahren sind unter Deutschen 15 Prozent ohne Berufsabschluss. Die Nicht-Deutschen bringen es sogar auf gut 40(!) Prozent. Laut Berufsbildungsbericht 2007 (PDF-Datei) entspricht dies insgesamt 1,3 Millionen Jugendlichen.

Schul- und Berufsschulabbrecher kosten jährlich rund 1,5 Milliarden Euro

Die Bundesregierung hat eine Qualifizierungsinitiative (PDF-Datei) verabschiedet, welche u. a. die Integration jugendlicher Migranten in der Berufsausbildung erleichtern soll. Betriebe, die zusätzliche Plätze für ältere und schlecht qualifizierte Jugendliche anbieten, erhalten einen Ausbildungsbonus aus dem kostenaufwendigsten Projekt („Aufstieg durch Bildung“) dieser Initiative.

In den nächsten drei Jahren werden, laut Aussage der Bildungsministerin Annette Schavan (CDU), von der Agentur für Arbeit dafür 350 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Gesamtkosten wurden von ihr, nach Erweiterung der Initiative durch ein Länderprogramm im Herbst 2008, mit 500 Millionen Euro veranschlagt.

Vergessen wir nicht die Tatsache, dass sich aus den Reihen der Ungelernten die Hartz-IV-Empfänger von morgen mit allen sozialen Folgeerscheinungen rekrutieren! Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft kosten Schul- und Berufsschulabbrecher den Staat jährlich rund 1,5 Milliarden Euro. Da die Bundesagentur für Arbeit und der Bund zur Nachqualifizierung der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss jährlich mehrere hundert Millionen Euro aufwenden müssen, findet der politische Streit um die hohe Zahl dieser Schüler kein Ende, und damit auch kein Ergebnis.

Falsch verstandene Freiheit

Wir leben in einer Zeit, in der zunehmend Werte (PDF-Datei), Normen und Regeln für das menschliche Miteinander verloren gehen. Der Gesellschaft fehlen Visionen, die vom Großteil ihrer Mitglieder bewusst getragen und von ihnen mit Leben erfüllt werden. Eine steigende Zahl von Erwachsenen, wie auch Kinder und Jugendliche, gebrauchen den hohen Wert der Freiheit für sich falsch.

Viele meinen, sie könnten tun und lassen, was ihnen gefällt (Beispiel: Alkoholmissbrauch (PDF_Datei)). Sie sehen das Leben deshalb nur als wunschgemäßes Vergnügen – da haben Anstrengung, intensive Lernarbeit, solidarisches Verhalten und Einordnung in eine Gruppe keinen Platz mehr. Der Wert der Arbeit und ihrer Ergebnisse unterliegt einer wachsenden Geringschätzung. Der glitzernde „Star“ aus Film, Mode, Unterhaltung und Sport wird zur Ikone, er wird zum Maß aller Dinge.

Verlierer: vor allem die Jungs?

Mit steigender Verarmung von Teilen der Bevölkerung mehren sich die Probleme bei Bildung und Erziehung in den Familien. Die elterlichen Vorbilder brechen weg oder versagen. Der „unfertige“ junge Mensch muss sich zu früh selbständig in der ihn umgebenden Ellbogengesellschaft zurechtfinden, und scheitert dabei oft (allein etwa 7000 Straßenkinder leben in Deutschland).

Sind damit die Elternhäuser in der Pflicht? Im Land der jährlich rund 190.000 Ehescheidungen und damit einer Scheidungsquote von knapp 50 Prozent, der Allein-Erziehenden und der Familien, die ihren Kindern (2,6 Millionen Kinder leben in Armut) kein Frühstücksbrot mit in die Schule geben können, fallen die Väter immer öfters als die notwendige Leitfigur ihrer Söhne aus. Diese wiederum verändern dadurch häufig ihr soziales Verhalten ins Negative. Sie versuchen das fehlende „Alpha-Tier“ durch Null-Bock, Aggression und Gewalt, Alkohol, Kriminalität, Desinteresse und Rückzug in eine eigene Welt zu kompensieren.

Bei Mädchen, die Gleiches im Elternhaus erfahren, zeigen sich die Auswirkungen weniger gravierend, denn sie identifizieren sich problemloser mit der ihnen erhalten gebliebenen weiblichen Bezugsperson, der Mutter. „Männer“ identifizieren sich über Männer, ansonsten gelten sie als Weichei. Welcher Schüler möchte das schon?

Als in den 60’er Jahren der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau durch die „EMMA – Bewegung“ vorangetrieben wurde, suchte man im Bildungswesen vermehrt nach dem richtigen Weg des Lernens von Mädchen und Jungen. Zusammen, getrennt oder nur getrennt in einzelnen Phasen, war die große Frage. Begriffe wie Monoedukation, Koedukation und reflexive Koedukation kamen auf und brachten nur den Erfolg, dass heute die Jungen als vermeintliche Verlierer der Schule dastehen.

Ist der steigende Frauenanteil unter der Lehrerschaft schuld?

Weshalb sie es sind, wäre verantwortungsvoll zu analysieren, denn die ersten Bildungspolitiker rufen prompt nach der Trennung der Geschlechter im Unterricht. So wolle man die Jungen „besser in den Griff bekommen“, weil sich zielgerichteter auf ihre speziellen Anforderungen eingehen ließe. Man bewahre die Schule vor diesem Irrglauben! Beiderseitige Gleichberechtigung entwickelt sich und lebt nur in der Gemeinsamkeit, schließlich soll sie ja auch im späteren Leben funktionieren.

Da es die Institution Schule bis heute nicht verstanden hat, zur Gleichstellung von Mädchen und Jungen einen wirksamen Beitrag zu leisten, keimte sofort mit steigendem Frauenanteil unter der Lehrerschaft in der Öffentlichkeit der Verdacht auf, dass die Vielzahl der Lehrerinnen die Ursache für die „Jungen – Misere“ sei. Passend dazu häufen sich bei Schulleitern und Elternvertretern die Beschwerden von Eltern über die Benachteiligung der männlichen Schüler. Obwohl heiß umstritten und von Wirtschaft und Eltern als ungünstig eingeschätzt, ist das Anwachsen der weiblichen Lehrerschaft nicht nur negativ zu sehen, denn ist es doch auch ein Merkmal von zunehmender Chancengleichheit im Bildungswesen.

Da es durch vielfältige Unterbrechungen im Berufsleben von Lehrerinnen zu Störungen in der Kontinuität des Unterrichtsablaufes kommt, was sich besonders bei jüngeren SchülerInnen pädagogisch negativ bemerkbar machen kann, gewinnt deshalb die Erhöhung der Anzahl männlicher Lehramtsbewerber an Bedeutung. Einer durchgehenden Feminisierung im allgemeinen Schulwesen könnte so gezielt entgegengearbeitet werden.

Die hohe Konzentration von Frauen im Grundschulbereich, ihre ausgeprägte Teilzeitbeschäftigung und ihre wenigen Führungspositionen sagen aber auch aus, dass sie nicht ansteigenden beruflichen Einfluss generell im Schulbetrieb gewonnen haben, sondern dass nur die Geschlechterreviere neu markiert wurden. Die Einführung einer Männerquote, wie sie Niedersachsens Schulminister Busemann 2003 forderte, würde daran nichts verändern.

Unterschiedliche Erwartungen

Je nach Geschlechterzugehörigkeit werden an die Kinder im Verlaufe ihrer Sozialisation bestimmte Erwartungen herangetragen. Bereits im Kindergarten sind davon erste Anfänge zu verzeichnen, die sich mit beginnendem Schulunterricht spürbar verstärken. Im Gender-Regime der Schule (PDF-Datei) zeigen sich u. a. Arbeitsteilungen, ungleiche Machtverhältnisse und unterschiedliche Arten von Emotionalität und Beziehungen.

1991 stellte bereits die Frauenforscherin Dr. Ilse Brehmer die Frage, ob nicht „Schule im Patriarchat“ gleichzeitig auch als „Schulung für das Patriarchat“ fungiert (PDF-Datei). Sie stellte außerdem fest, dass die Jungen privilegiert und die Mädchen diskriminiert seien.

Neuerdings meint man aber, dass die Schule Jungen eher benachteiligt. Spätestens seit PISA werden sie als Problemgruppe nicht mehr nur in der Fachwelt so gesehen. Im deutschen Sprachraum werden sie sogar als Bildungsverlierer bezeichnet, das englische Gleichnis spricht von „underachievement of boys“.

Wer hat recht in der Debatte? Besonders hat die These, dass Lehrerinnen entscheidend zur Benachteiligung der Jungen beitragen, Bildungsverantwortliche und Öffentlichkeit spürbar provoziert. Man unterschlägt dabei aber wichtige Interaktionen der Geschlechter und Generationen, so dass die Feststellung einfach zu oberflächlich erscheint und weiterer intensiver Forschungsarbeit bedarf.

Siegerinnen?

Wenn man meint, diese umstrittenen Sachverhalte beträfen nur die männlichen Jugendlichen, so irrt man. Obwohl die weiblichen Schüler heute von einigen Bildungspolitikern und Gruppierungen der Gesellschaft als die Sieger im Leistungswettstreit mit den Jungen überschwänglich gefeiert werden (statistisch bejahen Abschlussnoten und Aufstiegsberechtigungen diese Feststellung), ist die Frage erlaubt, weshalb diese vermeintliche Überlegenheit nicht im gesellschaftlichen Alltag ihren Niederschlag findet.

Die anfänglich erfolgreicheren Mädchen erlangen nach Schulabschluss weder bessere Berufseinstiegsmöglichkeiten, noch bedeutendere gesellschaftliche Positionen als die Jungen – die Lebenswirklichkeit bezeugt sogar das Gegenteil. Geht es um die gewerblich - technischen, traditionellen „Männerberufe“, wie Kraftfahrzeug - Mechatroniker, Metallbauer, Mauerer, Tischler, Bäcker, Fleischer usw. sind die Mädchen trotz Lehrstellenüberangebotes immer die zweiten Sieger beim Erhalt eines Ausbildungsplatzes. Für den Großteil von ihnen liegt für diese Berufe außerdem immer noch kein Interesse vor.

Im dualen System findet man ihre Mehrheit bei nur 10 von über 350 Ausbildungsberufen. Auch in ihren dominierenden Wunschberufen, sei es im Büro, in der Arztpraxis oder im Frisörgeschäft, finden sie nur schwer eine Lehrstelle. Hier ist das Lehrstellenangebot für die zu vielen Bewerberinnen einfach nicht ausreichend. Da bietet nur ein sehr guter Schulabschluss, besser noch das Abitur, die Chance für den Erhalt eines Ausbildungsvertrages. Über die Hälfte der nichtvermittelbaren LehrstellenbewerberInnen eines Jahrganges sind Mädchen. Von den erfolgreich ausgebildeten jungen Frauen werden mehr als die Hälfte vom Unternehmen jedoch nicht übernommen.

Das Alter von Mädchen und jungen Frauen hat einen wichtigen Einfluss auf ihre Haltung zu technisch - naturwissenschaftlichen Bereichen, da mit der Pubertät ihre Distanz zu als „männertypisch“ geltenden Berufen zunimmt. Dieses Phänomen wird im Artikel „Ingenieurin statt Germanistin und Tischlerin statt Frisörin?“, herausgegeben vom Kompetenzzentrum Technik – Diversity - Chancengleichheit e.V., ausführlich beleuchtet.

Oft ist auch das Einstellungsverhalten der Unternehmen an der geschlechtsspezifischen Segregation verantwortlich, da häufig männliche Bewerber den Vorrang bei der Auswahl bekommen. Die angestrebte Erhöhung des Frauenanteils in technischen Ausbildungsberufen unter Berücksichtigung des Gender Mainstreamings zeigte bisher wenig Erfolg. Auch die vielfältigen Maßnahmen im Rahmen des „Girls’ Day“ brachten bisher nur geringfügige Veränderungen der bestehenden Situation, so dass von einer verbesserten Chancengleichheit bei der Berufswahl nicht gesprochen werden kann.

Ab der 80er Jahre hat sich die Ausbildungsbeteiligung der jungen Frauen am dualen System signifikant erhöht, dennoch bleibt die geschlechtsspezifische berufliche Segregation bestehen. Auch intensivste Modernisierung der Ausbildungsberufe seit 1995 hat den Frauenanteil im dualen System nicht weiter steigern können.

“Voneinander abweichende Gefahrenbereiche“

Innerhalb der Gruppe von Jungen existieren bei den schulischen Leistungen große Streuungen. Außerdem haben sich die Mädchen verbessert, die Ergebnisse der Jungen hingegen stagnieren und erscheinen so in der öffentlichen Wahrnehmung als Verschlechterung. Sie veranlassten Epstein, Elwood, Hey und Maw deshalb den Schulalltag der männlichen Schüler einer tiefgründigen Untersuchung (1998, PDF-Datei) zu unterziehen. Das Ergebnis lautet: Der Gender Gap wirkt nach wie vor und birgt für Mädchen wie für Jungen voneinander abweichende Gefahrenbereiche. Vorrangig die Jungen wollen dem daraus resultierenden sozialen Druck entfliehen und reagieren mit geringeren Lernleistungen.

Kinder von 12 Jahren an verfügen in ihrem Denken schon über ein recht gefestigtes Rollenstereotyp, so dass hier bereits ihr Berufswahlverhalten nur noch schwer beeinflussbar ist. Trotzdem sind die Eltern, Schule, Politik, Berufsberater und Medien gefordert an der Beseitigung der langjährig gewachsenen Rollenverständnisse mitzuarbeiten und gleichzeitig neue Perspektiven für alle SchülerInnen anzubieten.

Nach wie vor streben Jugendliche in typische Frauen- und Männerberufe. Der Frauenanteil in Bauberufen liegt bei etwa 2,5 Prozent, Männer als Kindergärtner hingegen finden sich bei weniger als 1 Prozent. Die von Männern dominierten Branchen, wie IT-Technik, Maschinenbau, Bauwesen, Schifffahrt, Energieversorgung u. a. bieten in der Regel eine höhere Entlohnung als z. B. der Dienstleistungssektor, das Krankenhauswesen oder der Handel, in denen Frauen dominant zu finden sind.

Entscheidend ist das Elternhaus

Viele ahnten oder wussten es schon lange, der Bildungserfolg scheint unabhängig von der Schulform bestimmt. Die Gesamtschule, von vielen gefordert, ist nicht von vornherein Garant für eine ausgeprägtere Bildungsgerechtigkeit gegenüber dem heute oft gescholtenen, gegliederten Schulsystem. Entscheidend ist das Elternhaus mit den ihm innewohnenden zahlreichen sozialen Bedingungen, der ethnischen Herkunft und dann erst das Geschlecht. Die Chancen eines Arbeiterkindes die Hochschulreife zu erlangen, sind gegenüber dem Kind aus gutbetuchtem Elternhaus etwa 12 mal geringer. Für ein reiches Land, wie es Deutschland noch immer ist, wahrlich kein Ruhmesblatt!

Der Staat und die Wirtschaft müssen Voraussetzungen schaffen, damit alle Familien über ein ausreichendes Arbeitseinkommen verfügen. Somit kann verhindert werden, dass es allein durch die Zugehörigkeit zu einer sozial schwachen Schicht schon frühzeitig zur Bildungsselektion der Kinder kommt.

Beginnt im Jahre 2008 ein Azubi seine Ausbildung, steht er dem Lehrbetrieb erst 2011 als Fachkraft zur Verfügung. Ein „Fachkräftepool“ für die Unternehmen kann nur noch in den nächsten drei Jahren herangebildet werden. Ein Schritt in die richtige Richtung ist der „Pakt für Ausbildung und Fachkräfteentwicklung in Deutschland“, der zusammen mit der Agentur für Arbeit einen „Kriterienkatalog für die Ausbildungsreife“ vorlegte. Damit verfügen die Schulen und die Unternehmen über einen wichtigen Leitfaden zur Vermeidung fehlender Ausbildungsreife.

Ab dem Jahr 2009/2010 wird sich, bedingt durch die demographische Entwicklung, der Anteil der zur Verfügung stehenden LehrstellenbewerberInnen ohnehin noch weiter deutlich reduzieren. Spätestens hier wird deutlich, wie wichtig das Erreichen der Ausbildungsreife für alle angehenden Azubis ist. Hinzu kommt, dass im Zeitraum von 2008 bis 2015 für die Lehrämter des Sekundarbereichs II (berufliche Fächer) oder für die beruflichen Schulen jährlich um die 1300 Lehrkräfte fehlen (PDF-Datei) werden. Alle Maßnahmen der letzten Zeit durch Politik, Bildung und Wirtschaft führten bisher weder in der vorberuflichen, noch in der beruflichen Ausbildung zu einer nachhaltigen Entspannung.

Die eingangs gestellte Frage, wer nun die wirklichen VerliererInnen unseres zu reformierenden Bildungsystems sind, ist einfach beantwortet. Es sind nicht vordergründig DIE Mädchen oder DIE Jungen – es ist unser Land und damit wir alle. Wollen wir den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Rahmen erhalten und stärken, so darf „manches eben nicht mehr länger dauern“, wie unsere Bundeskanzlerin vor kurzem zu einem Bildungsproblem Stellung bezog. (Eberhard Schröder)

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