"Man konnte das Meer nicht sehen"

Seit Wochen bereitet sich die Region um die Landungsstrände auf den 60. Jahrestag des D-Day vor. Noch gibt es einige Zeitzeugen, die von dem Ereignis erzählen können, mit dem die Befreiung Europas ihren Anfang nahm.

Es war am dritten Tag nach dem D-Day, als Roger Desrues von ein paar GI’s gefragt wurde, ob er sie zu den Landungsstränden begleiten wolle. Mit einem Jeep legten sie die zehn Kilometer von seinem Wohnort Etréham zur Küste zurück und was er dort zu sehen bekam, wird Desrues Zeit seines Lebens nie vergessen: "Man konnte das Meer nicht sehen", so der heute 78-Jährige, der für die Deutschen als Zwangsarbeiter helfen musste, die Bunkeranlagen des so genannten Atlantikwalls aufzubauen. "Man sah nichts als Schiffe, zerstörte Schiffe und die, die dahinter warteten – es war enorm. Und es gab Tote – viele Tote..."

Das ist Roger Desrues stärkste Erinnerung an jenes Ereignis, mit dem die Befreiung Europas vom deutschen Terrorregime eingeleitet wurde. Zusammen mit anderen Zeitzeugen führt er durch das 235-Seelen-Dorf Etréham. Abwechselnd erzählen sie auf dem Rundgang unter dem Motto "Mon village se raconte", wie sie das Ende der Okkupation durch die Deutschen erlebt haben. Rund 40 Leute aus der Umgebung sind gekommen, um ihnen zuzuhören.

Der Weg führt zunächst am Schloss von Etréham vorbei, wo seinerzeit der deutsche Major Pluskat seine Kommandantur eingerichtet hatte. Ein paar Tage vor dem 6. Juni, erinnert sich Madeleine Dragon ein paar hundert Meter weiter, habe sie "hier auf diesem Feld" ein Flugblatt der Alliierten gefunden, auf dem die Bevölkerung dazu aufgerufen wurde, Unterschlüpfe zu bauen sowie Wasser- und Lebensmittelvorräte bereitzuhalten.

"Mein Vater hatte einen Unterschlupf im Garten hinter dem Haus ausgehoben ", erzählt sie und deutet auf die Wiese hinter der Ferme du Capitaine, vor der sich die Gruppe versammelt hat. Dort habe man sich mit den Nachbarn in der Nacht zum 6. Juni verschanzt. Am D-Day selbst, erzählt Madeleine, die damals als 17-jährige zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern auf dem Hof lebte, traute sich die Familie wegen der Gefechte nicht, die Kühe zu melken: "Es war soviel Lärm, dass wir uns nicht aus dem Unterschlupf wagten."

Rechts: Roger Desrues und Madeleine Dragon aus Etréham (Bild: Thorsten Fuchshuber)

Dann ging alles ganz schnell. Am 7. Juni marschierten US-Soldaten im Dorf ein, wenige Tage später hatten sie ihren "Poste de Commandement" im kleinen Etréham eingerichtet. Die Wiesen in der Talsenke wurden für einen Militärflughafen freigeräumt, quer durchs Dorf liefen Pipelines, welche Benzin vom Hafen in Arromanches in sechs große Tanks beförderten. "Hier in Etréham befanden sich die Benzinreservoirs für die ganze amerikanische Armee", erinnert sich Roger Desrues. Seine und andere Augenzeugenberichte sollen nun auf CD aufgenommen und in der örtlichen Primärschule als Unterrichtsmaterial dienen. "Mon village se raconte" wird es, verkündet Bürgermeister Alain Cornière, noch in 29 anderen Dörfern in der Region geben.

Denn nicht nur in Etréham, überall in der Gegend finden seit Wochen unzählige Gedenkveranstaltungen statt. Die Vorbereitungen für die großen Feierlichkeiten laufen auf Hochtouren. Und auch der D-Day-Tourismus floriert in diesem Jahr wie noch nie. "Dazu haben auch die Spielberg-Filme beigetragen", sagt Alain Chesnel, der bereits vor zehn Jahren die D-Day-Zeremonie für die 29. Infanterie-Division der US-Streitkräfte organisierte.

Sein damaliges Engagement hat dem Bauingenieur die Aufnahme in die Division als Captain ehrenhalber eingebracht. Nun hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit einem Jahr bietet der Mittfünzigjährige "guided Overlordtours" an, und die sind laut Prospekt sogar "recommanded by veterans". "My passion is on the side of the Americans", erklärt Alain, als er seine beiden Tagestourgäste Kate und Ken aus Washington State im Hotel "Churchill" in Bayeux abholt. Für die anderen Alliierten interessiere er sich weniger.

Kraterlandschaft und Bunkeranlagen am "Pointe du Hoc" (Bild: Thorsten Fuchshuber)

Erste Station dieser Battlefield-Tour ist die Batterie von Longues sur Mer, in deren grasbewachsenen Bunkern auch heute noch die Kanonen zu besichtigen sind. Mehr als 1.500 Tonnen Bomben fielen allein auf diesen kleinen Abschnitt des Atlantikwalls, weiß Alain und deutet auf die unzähligen Krater, die heute regelmäßig mit der Motorsense ausgemäht werden. Doch dem mehrere Meter dicken Betonmantel der klobigen Bunker konnten leider sowohl die Flugzeugbomben als auch die Artilleriegeschosse der Marine kaum etwas anhaben.

Alain steht am Klippenrand und späht aufs offene Meer. Von hier oben hat man den Überblick über den kilometerlangen Sandstrand, der heute die Codenamen "Omaha-", "Gold-" oder "Sword-Beach" trägt. "An dieser Stelle blickt im Film ŽThe longest DayŽ der deutsche Major Pluskat auf die alliierte Armada", erzählt der Tourunternehmer. "Das ist aber historisch falsch. In Wirklichkeit befand sich Pluskat in einem Bordell in Caen", fügt Alain hinzu und betont, dass dies keine Anekdote, sondern die Wahrheit sei.

Ein Blick in die andere Richtung nötigt dazu, ungläubig die Augen zu reiben. Eine ganze Kompanie deutscher Bundeswehrsoldaten marschiert in der Kraterlandschaft umher. In voller Kampfmontur posieren die Soldaten schließlich in Reih und Glied vor dem imposantesten der vier Bunker und lassen sich, Kanonenrohr in der Mitte, ablichten. "Achtung – keep smiling", so der Befehl des Uniformierten, der diese muntere Reisetruppe der etwas anderen Art leitet. "Wir sind Reservisten aus der Pfalz", erklärt er. Die deutsche Kriegsgräberfürsorge habe den Ausflug zusammen mit der Bundeswehr organisiert, man wolle "militärhistorisch aufbereiten, wie die Landung stattfand".

Doch offensichtlich geht es auch um anderes. Denn auf die Frage, wie man dazu komme, hier in Uniform umherzustolzieren, bestätigen die Reservisten, "dass wir vor 20 Jahren nicht hierher konnten". Doch nun sollen die Mitglieder dieses Stoßtrupps deutscher Normalität als "Multiplikatoren draußen für den Friedensdienst Propaganda machen", so ihr Leiter. Das Tragen der Uniform sei dabei notwendig, da "wir hier Soldaten sind, die eine Wehrübung machen", wie einer der Militärs ergänzt. Die Franzosen, so die überzeugte Auskunft, hätten stets positiv auf ihre Anwesenheit und ihre Uniformen reagiert.

"Multiplikatoren des deutschen Friedens" (Bild: Thorsten Fuchshuber)

"Sehr bizarr" findet hingegen Alain den Anblick der uniformierten Deutschen und ist sich "nicht so sicher", ob sich die Franzosen trauen, den deutschen Landsern ihre wahren Gefühle über deren Anwesenheit mitzuteilen. Auch Kate und Ken gucken ein wenig befremdet, als sie ihren Platz im Tourbus wieder einnehmen. Weiter geht’s zum Strand von Omaha Beach, zum "blutigsten Abschnitt" der Landung, wie Alain erklärt. Allein an dieser Stelle sind am D-Day 3000 amerikanische Soldaten getötet worden. Auch Kens Onkel ging hier mit der 1. US-Infanteriedivision an Land. Seit er dies erfahren hat, lässt ihn das Thema D-Day nicht mehr los, erzählt er. Deshalb habe er diesen Ort unbedingt mit eigenen Augen sehen wollen. Ken steht neben einem mehrere Meter hohen Obelisken, der den Opfern jener Division gewidmet ist, und blickt aufs Meer. Er versucht sich vorzustellen, durch welche Hölle sein Onkel damals gegangen sein muss.

Der amerikanische Friedhof von Colleville macht ein weiteres Mal bestürzend deutlich, wie verlustreich der Kampf für die Alliierten war. Endlos ziehen sich die weißen Steinkreuze und Davidsterne über den grünen Rasen hin. Wer hier ein spezielles Grab finden will, ist ohne einen genauen Plan aus dem Besucherzentrum aufgeschmissen. Doch Alain weiß, wo er hin will. Er führt Ken und Kate zu jener Stelle, an der Steven Spielberg die Schlusssequenz von "Saving Private Ryan" gedreht hat. Zuweilen verwischen eben Realität und Fiktion.

Die Anekdoten verschaffen die nötige Zeit, um sich selbst ein bisschen umzusehen. Gleich in der Nähe des Eingangs zum Friedhof befindet sich ein halbrunder Bau, parallel dazu wurden riesige Steinsäulen in den Boden eingelassen. An einer der Säulen lehnt ein etwa 80-jähriger Mann. Die Hände hinter dem Rücken verschränkt, betrachtet er lange die an der Wand angebrachten Karten, die den Verlauf der Landung zeigen. Gerrit de Brabander ist zum ersten Mal hier. Während der Okkupation Hollands durch die Nazis musste auch er Zwangsarbeit leisten – Bunkerbau am dortigen Atlantikwall. Nun ist er in die Normandie gekommen, um zu sehen, "wo die Befreiung Europas durch die USA und die Briten ihren Anfang nahm".

Tags drauf steht Brabander an einem der meistbesuchten ehemaligen Kriegsschauplätze: Pegasus Bridge, so der Codename der Brücke bei Bénouville, war ein strategisch wichtiger Punkt, der von britischen Fallschirmjägern bereits in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni eingenommen wurde, um einen schnellen Gegenangriff der deutschen Panzerdivisionen auf die Landungstruppen zu verhindern. Das kleine Café Gondrée, das sich direkt neben der Brücke befindet, wurde so zum ersten befreiten Haus Frankreichs.

Café Gondrée: Das erste befreite Haus Frankreichs an der Pegasus Bridge (Bild: Thorsten Fuchshuber)

Heute ist es ein Wallfahrtsort für Veteranen, Touristen und andere. Selbst die britische königliche Yacht legte hier schon an, wie im Innern des Cafés ausführlich dokumentiert ist. Nebst einem Portrait von Prinz Charles findet sich ein Dankesbrief an die Besitzern Arlette Gondrée: "Yours sincerely, Charles". Auch sonst gleicht der Raum eher einem Schrein als einer Gaststätte. Uniformen und Ausrüstungsgegenstände hängen neben Fotografien verschiedener Kampfeinheiten, persönliche Briefe, Orden, Embleme.

Auch hier wird Anschauungsunterricht für Militärs betrieben. "Das sind wahre Soldaten", erklärt Steven White einem seiner Zöglinge und deutet auf ein Veteranengruppenbild. Draußen knipst der Ausbilder bei der Harrowgate Army College Foundation, der Eliteschmiede der königlichen Armee, ein Erinnerungsfoto. Alljährlich kommt der 30-jährige Brite, der selbst im 2. Golfkrieg gekämpft hat, mit einer Gruppe College-Studenten hierher. "Zur Taktikschulung", wie er sagt, vor allem um den Schülern "die Unterschiede zwischen der britischen und der amerikanischen Landung" zu zeigen.

Rund 180.000 Menschen besuchen jedes Jahr den deutschen Soldatenfriedhof La Cambe. Der Friedhof ist, so steht es auf einer Informationstafel zwischen dem Eingangsportal und dem Besucherzentrum, seit 1948 "deutsch und zählt über 21.000 Gräber. Er sieht in seiner strengen Anordnung melancholisch aus; es ist die letzte Ruhestätte von Soldaten, von denen viele weder den Grund dieses Krieges noch den Kampf gewählt hatten".

Betreut wird er vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die auch die inhaltliche Begleitung übernimmt. Dazu gehört das Projekt "Arbeiten für den Frieden", an dem auch regelmäßig Schulklassen aus dem niedersächsischen Bückeburg teilnehmen. Sie sind zwar hauptsächlich mit der Gräberpflege beschäftigt, finden aber dennoch Zeit, auch den amerikanischen Soldatenfriedhof zu besuchen, wie man aus einem Bericht der Klasse 11.1 des Gymnasiums "Adolfinum" des Jahres 2002 erfährt: "Im Gegensatz zu der deutschen Grabstätte, die ein Ort des Nachdenkens ist, dabei sehr gepflegt und aber auch schlichter wirkt, ist der Friedhof in Colleville mit seinen Reihen weißer Kreuze deutlich prunkvoller und aufwendiger." Melancholie und Schlichtheit contra amerikanischem Prunk - auch im Tod muss deutsche Innerlichkeit obsiegen. "Dennoch", fügt die Klasse 11.1 zähneknirschend hinzu, "kann man sich auch hier eines Gefühls der Betroffenheit nicht erwehren."

Auch in diesem Jahr sind wieder einige Schülerinnen aus Bückeburg hier. Mit Eimern und Bürsten ausgerüstet, treten sie durch das Portal. Vor ihnen öffnet sich ein riesiges Feld, in das unzählige kreuzförmige Grabplatten eingelassen sind. Die "Strenge", von der die Infotafel schwärmt, wird ergänzt durch die in regelmäßigen Abständen gepflanzten deutschen Eichen. Auch die militärischen Ränge sind auf den Grabplatten verzeichnet, nicht wenige der hier Begrabenen waren Angehörige der SS.

Lucien Tisserand auf dem deutschen Soldatenfriedhof La Cambe (Bild: Thorsten Fuchshuber)

Doch damit haben die Schülerinnen aus Bückeburg kein Problem. "Nach dem Tod", erklären sie, "sind alle gleich, und dann sollte man auch alles vergeben." Das ist aktive Aufarbeitung der Vergangenheit, finden sie, denn "wenn man die Menschen unterschiedlich behandeln würde - dann würde man die Ideologie der Nazis nachempfinden." Deshalb empfände auch niemand ein Hassgefühl gegenüber den deutschen Soldaten, die teilweise "in unserem Alter waren", also gerade mal 18, 19 Jahre alt. Dass die jungen Deutschen, die teilweise direkt aus der Hitlerjugend in die Waffen-SS übergetreten sind, zu den erbarmungslosesten und mörderischsten Gegnern der alliierten Streitkräfte gehörten, erwähnen sie nicht. Überhaupt sei es so, dass "aus historischen Gründen nicht nur die Deutschen die Täter waren - das kam halt so", sagt eine der Schülerinnen. "Das ist nun mal sechzig Jahre her, und wir haben nichts damit zu tun. Wir stehen für ein geeintes Europa", referiert sie die neueste Version deutscher Erinnerungsabwehr.

Lucien Tisserand leitet den Friedhof und ist beim Volksbund angestellt. Auch er ist "immer in der Sorge, das Gleichgewicht" zwischen Tätern und Opfern zu halten und fühlt sich "nicht berufen, zu sagen, dies war ein Guter, dies war ein Schlechter". Er scheint genau der Richtige für diesen Job zu sein. "Ich sage den jungen Leuten immer, dass auf jedem Friedhof, ob deutscher oder von Alliierten, Männer begraben sind, die leben wollten, deren Aufgabe es war, die Mission ihres Vaterlandes durchzuführen. Sie waren alle guten Glaubens, das Richtige zu tun, sie haben nur ihre Pflicht getan."

Tisserand betrachtet es als seine Aufgabe, zwischen Deutschen und Franzosen zu vermitteln, er will "die Ideen der einen den anderen mitteilen", wie er sagt. Bei den deutschen Besuchern höre er eher zu, doch die Franzosen kläre er auf: "Sobald man das Wort Waffen-SS ausspricht, haben viele das negative Bild eines bösen Soldaten - während wir hier auf dem Friedhof eine große Anzahl junger Soldaten haben, die nicht aus Überzeugung in der SS waren, sondern einfach nur weil sie groß, blond waren und blaue Augen hatten."

Auch in dem Fähr-Hafenstädtchen Ouistreham, das vor sechzig Jahren den östlichen Rand von "Sword Beach" markierte und von britischen und französischen Soldaten befreit wurde, finden bereits im Vorfeld des 6. Juni Gedenkveranstaltungen statt. Heute sind Vertreter aus den belgischen und deutschen Partnerstädten gekommen. Etwa zweihundert Meter vom Strand entfernt, auf einer kleinen Anhöhe, wurde eine steil emporragende Metallspitze in den Boden eingelassen, die einem Schiffsrumpf nachempfunden ist. Auf dem Platz um das Denkmal hat sich auch der französische D-Day Veteran Léon Gautier ("Wir sind die Befreier - das darf man nicht vergessen!") eingefunden, das grüne Barett seines Bataillons auf dem Kopf. Unweit von dieser Stelle ging er damals an Land. Ein kleiner Tratsch hier, ein paar Worte da, dann wird er von den Honoratioren zum Rednerpult gezerrt. Grußworte. Der Bürgermeister der fränkischen Stadt Lohr legt einen Kranz nieder und verspricht in seiner Ansprache, "an der Einigung von ganz Europa mitzuarbeiten." Der multinationale Chor singt. "Freude schöner Götterfunken."

Doch Musik hat die Menschen hier nicht immer vereint. Peter Graner aus Lohr ist gewissermaßen ein Veteran der Städtepartnerschaft. "Vor zwei Jahren bin ich allerdings angeeckt", erzählt er. Damals habe er auf der Ziehharmonika einen deutschen Marsch gespielt, was bei den Anwesenden gar nicht gut angekommen sei.

Denkmal der Nationalgarde bei Omaha-Beach (Bild: Thorsten Fuchshuber)

Mit Blick auf den Schröder-Besuch in der Normandie gibt er zu bedenken, "dass wir darauf achten sollten, dass die Deutschen an allen Punkten in die europäische Gemeinschaft zurückkehren." Rückkehr in die Gemeinschaft lautet wohl bei solchen Gelegenheiten die Sprachregelung, wenn man Schlussstrich meint.

Einige Jugendliche aus dem Lohrer Jugendzentrum stehen abseits und warten darauf, dass endlich das Freizeitprogramm beginnt. Was halten sie von Veranstaltungen wie dieser? Kichern, verständnislose Blicke. "Wir waren schon öfters bei so komischen Sachen", gibt eine von ihnen gleichgültig zur Antwort, damit die Nachfragen ein Ende nehmen, "wo es um Befreiung und Versöhnung geht und so". Zumindest die "jungen Deutschen", sagte Veteran Gautier im Gespräch nur kurze Zeit zuvor, hätten wohl schon vergessen, dass "wir", die Alliierten, "die Befreier sind". (Thorsten Fuchshuber)

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