Mehr Straftaten gegen Asylunterkünfte

Im ersten Halbjahr wurden dreimal so viele Straftaten gegen Asylunterkünfte begangen wie 2015

Offenbar spielt keine Rolle, wie viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die Gewalt gegen sie bleibt hoch. Nach dem Bundeskriminalamt wurden im ersten Halbjahr 2016 665 Straftaten gegen Asylunterkünfte begangen. Das ist dreimal so viel wie im ersten Halbjahr 2015. Allerdings ist erst dann die "Flüchtlingswelle" angekommen - mitsamt Merkels Spruch: "Wir schaffen das."

Von den 665 Angriffen auf Asylunterkünfte seien 613 eindeutig rechts motiviert. Bei den übrigen könne eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werden. Man kann sich allerdings fragen, wer sonst Asylunterkünfte angreifen sollte, abgesehen von Flüchtlingen selbst, die mit Brandanschlägen gegen ihre Unterbringungsbedingungen protestieren.

Meist seien es Gewaltdelikte (118), dann auch Sachbeschädigungen (262) und Propagandadelikte (148), zudem 55 Brandstiftungen, 9 Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz und viermal kam es zu einer Auslösung einer Sprengstoffexplosion.

Das BAMF berichtete, alle Flüchtline seien mittlerweile registriert und polizeilich überprüft worden. 2016 wurden 222.264 neue Flüchtlinge in Deutschland im EASY-System registriert, allerdings wurden 396.947 Asylanträge gestellt. 121,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. (Florian Rötzer)

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