Mehrere tausend Söldner in der Ostukraine?

Poroschenko will Militärhilfe von den USA

Donezk bleibt weiter eine "Failed-State-Region". Die ukrainische Armee hat mit Einsatz von Kampfhubschraubern und Kampfflugzeugen den Flughafen offenbar zurückerobert, aber er ist weiterhin geschlossen. Angeblich wurden wieder Schießereien gehört. Der Bahnhof scheint aber wieder offen zu sein. Über die Opfer gibt es Uneinigkeit, die Lage ist unübersichtlich, weil es bei den Separatisten, aber auch bei den Pro-Kiew-Kräften Uneinigkeiten gibt.

Die "Schwarzen Männer des Rechten Sektors

Ein Team von vier OSZE-Beobachtern bleibt weiterhin in der Region Donezk verschwunden. Die ukrainische Regierung macht prorussische Militante dafür verantwortlich, aber es ist nicht bekannt, wo sie sich aufhalten und wer sie möglicherweise verschleppt hat. Neben ideologisch und nationalistisch aufgeheizten Militanten auf beiden Seiten gibt es auch kriminelle Banden, die das Chaos für sich ausnutzen wollen.

Das Gerücht, dass Tschetschenen auf Seiten der Separatisten kämpfen, wurde nun vom ukrainischen Geheimdienst zurückgewiesen. Das war auch wenig überzeugend, obwohl es gerne auch in deutschen Medien wiederholt wurde. Jetzt ist die Rede von Abchasiern. Zwar hatte der Rechte Sektor an die Tschetschenen appelliert, ihnen zu helfen, es war aber vermutet worden, dass der Moskau-Günstling Kadyrow Kämpfer geschickt haben könnte.

Die noch verbliebenen Maidan-Aktivisten wollen den Platz nicht räumen, bis nicht alle ihre Forderungen umgesetzt sind. Man werde Druck auf die Politik ausüben, wenn die Forderungen nach Beendigung der Korruption oder mehr Transparenz nicht realisiert werden. Doch die Maidan-Bewegung hat im geopolitischen Machtspiel an Bedeutung verloren, auch wenn sie Bezugspunkt bleibt.

Der ukrainische Geheimdienst, der auch im Propagandakampf oder im Medienkrieg mitmischt, spricht von mehreren tausend Söldnern, die in der Ostukraine tätig seien. Angst hätten die Menschen in der Ostukraine wegen der russischen Propaganda.

Der mit 54 Prozent frisch gewählte Präsident, der Oligarch Poroschenko, will zwar seine Beteiligungen an Unternehmen verkaufen, aber seinen Fernsehsender behalten. Der sei redaktionell unabhängig, versichert er, aber gegen seinen Besitzer werden die angestellten Journalisten wohl nicht anschreiben. Und Poroschenko verlangt direkte militärische Hilfe von Obama. An Europa wendet er sich nicht.

Klar scheint vorerst zu sein, dass Moskau den Aufständischen in der Ostukraine nicht militärisch zur Hilfe kommen und auch die erklärten "Volksrepubliken" nicht anerkennen wird. Es mag sein, dass Geld, Logistik und mediale Hilfe gewährt wird, langfristig stehen die Separatisten auf verlorenem Posten. Verhandlungen mit Kiew dürften nun die bessere Alternative sein als militärische Scharmützel wie am Flughafen in Donezk oder in Slawiansk. (Florian Rötzer)