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Mit fünf Sternen in den Jüngsten Tag

Atlas D-Raketenkomplex mit "Sarg"-Bunker, F. E. Warren Air Force Base, Wyoming. Bild: Trihydro

Mit der Veränderung der Weltlage und dem ständigen Hinzukommen neuer Bedrohungsszenarien feiert in den Vereinigten Staaten eine sehr spezielle Immobilie Konjunktur: der Bunker. Üppig ausgestattet, bildet er heute das Fundament einer florierenden Doomsday-Bunkerindustrie, das bevorzugte Zielpublikum: Superreiche. Die wollen sich aus ihrer Verantwortung für die Gesellschaft stehlen und deren Kollaps gemütlich unter Tage aussitzen, ohne dabei auf ihre gewohnten Annehmlichkeiten verzichten zu müssen.

Die aktuellen Beweggründe reicher US-Amerikaner zur Anschaffung eines Bunkers rühren zum Teil aus uralten Ängsten, die wieder da sind, wie etwa die Furcht vor einem Atomkrieg, oder die vorm Russen. Andere sind neueren Datums: die nationale Schuldenkrise, die in einem Bürgerkrieg münden könnte, Terrorismus, Polit-Extremismus, Pandemien - und der Verlauf der letzten US-Präsidentschaftswahl, die eine Teilung des Landes sichtbar werden ließ. Im zunehmend brüchiger werdenden sozialen Frieden der Vereinigen Staaten investieren immer mehr Hedge Fund-Manager, Tech Executives, Sportstars, Politiker und Berühmtheiten aus dem Showgeschäft in eine robuste Apokalypsen-Versicherung, in ein Leben unter Tage.

Während die im Kalten Krieg in Mode gekommenen Atombunker für Familien noch in unmittelbarer Nähe der eigenen Behausung lagen und als einzigen Luxus mitunter nur Schaukelstühle zu bieten hatten, entstehen die High-End-Bunkeranlagen der mit viel Geld gesegneten Survival Communities von heute meist in abgelegenen ländlichen Gegenden, mit extravagant ausgestattetem Interieur.

Die Eheleute Edward Peden und Dianna Ricke-Peden gelten als Vorreiter der Bewegung[1]. Seit 1994 leben sie in Subterra Castle[2], einer außer Dienst gestellten Raketenbasis, die vor ihnen eine Atlas-E-Interkontinentalrakete[3] mit einem 3.75-Megatonnen-Atomsprengkopf beherbergte - eine von neun Startvorrichtungen der 548th Strategic Missile Squadron, Forbes Air Force Base, in der Nähe von Topeka im US-Bundesstaat Kansas gelegen.

Ed Peden hatte das Anwesen 1984 mit Partnern für 40.000 US-Dollar gekauft - ein Schnäppchen. Die Partner hatten zunächst verschiedene Pläne von dem, was man dort machen könnte - einer installierte ein Methamphetamin-Labor im Raketenschacht, sehr zum Ärger von Ed, der in der Folge alle Partner ausbezahlte[4].

Später zogen die Pedens ein. Um dem Ort seine seltsame Energie zu nehmen, engagierten sie zunächst eine Lakota-Medizinfrau, die Subterra mit Salbei und Gesängen bewohnbar machte. Der ehemalige Kontrollraum ist nun das Wohnzimmer, die ehemaligen Mannschaftsquartiere dienen als Bibliothek und der Gästeunterbringung. Ein 40 Meter langer Tunnel stellt die Verbindung zur Außenwelt her.

Die Pedens erkannten während des Bewohnens des Bunkers das großartige Potential der landesweit brachliegenden Raketensilos. Für sie sind das die Burgen von heute, auch sie haben dicke, schützende Gemäuer. Doch anstatt weithin sichtbar auf einer Anhöhe zu thronen, liegt der Wehr- und Wohnbau der Moderne zurückgezogen im Schoß von Mutter Erde. Immerhin soll der Komplex eine überirdische Ein-Megatonnen-Atomexplosion in zweieinhalb Kilometern Entfernung unbeschadet überstehen können. Wenn sich Ed Peden hingegen die Wohnhäuser seiner Zeitgenossen im Vergleich ansieht, mit all ihrer eingebauten geplanten Obsoleszenz, beschleichen ihn Zweifel: Glaubt hier irgend jemand noch an eine Zukunft?

Seitdem sie hier leben, betreiben sie 20th Century Castles[5], ein kleines Immobilienunternehmen, das auf den Erwerb und Verkauf aufgegebener Raketenbasen und Kommunikationsbunker spezialisiert ist. 59 solcher Grundstücke konnten sie bisher verkaufen, an Kunden, die sich auf den bevorstehenden Zusammenbruch vorbereiten. Auch das Anwesen der Pedens ist zu haben, der Preis: 3.2 Millionen US-Dollar[6].

Ländliche Idylle, geboren im Kalten Krieg: Aussichtstürme mit Zinnen, Hühnerställe, Mini-Stonehenge. Bild: 20th Century Castles[7]

Die Pedens sehen sich nicht als Survival-Anhänger, auf Subterra herrscht eher New Age-Gelassenheit: Esoterik, Heilung, nachhaltiger Lebensstil, Trommelkurse, Weltfrieden. Sie würden die Silos lieber als Orte sehen, an denen alternative, lebensbejahende Formen des Zusammenlebens Fuß fassten. Vielleicht blieb es den Pedens gerade deshalb versagt, das Interesse der Eliten an ihren Immobilien zu wecken. Das ist den näher am Zeitgeist operierenden Neueinsteigern in die Bunker-Branche vorbehalten, denen es gelingt, die stark ausgeprägten Ängste der von dystopischen Visionen Gequälten mit deren immensem Reichtum zu vermählen - und davon zu profitieren.

Zum Beispiel das ebenfalls in Kansas angesiedelte Projekt Survival Condo. Auch Survival Condo[8] propagiert das Wohnen im Raketensilo. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen in der Nähe von Concordia eine ausgediente Atlas F-Raketenbasis erworben. Die Rakete war einst ein Wägestück beim Austarieren des Gleichgewichts des Schreckens, mit dem sich die Supermächte im Falle eines Angriffs ihrer gegenseitigen Zerstörung versicherten.

Heute sieht Survival Condo-CEO Larry Hall in seinem Projekt einen Abwehrschirm gegen die Ängste einer neuen Ära. Der wirke sich sehr wohltuend auf das Nervenkostüm seiner ultrareichen Klientel aus, die sich hier von bewaffneten Wachposten beschützt weiß. Survival-Puristen haben zwar angekündigt, den Bunker im Krisenfall einzunehmen. Doch Hall lässt sich davon nicht beeindrucken: Seine Wachmannschaft würde dann schießen, nicht umsonst gebe es Scharfschützen.

Titan II ICBM im Titan Missile Museum in Arizona. Die Raketenschächte aller zum Bewohnen in Frage kommenden ehemaligen Titan II-Abschussbasen sind verfüllt, die dreietagigen Startkontrollzentren und die Eingangsportale bieten jedoch genügend Platz. Bild: Steve Jurvetson, CC-BY-2.0[9]

Das Bunker-Design bietet alle Infrastruktur, um bis zu 70 Menschen fünf Jahre lang vollständig netzunabhängig zu versorgen: ein fünfzehngeschossiger Luxus-Apartment-Komplex, der an einen riesigen Maiskolben erinnert, eingelassen in einen Raketensilo. Zwei Etagen sind für hydroponische Gärten reserviert, die frisches Gemüse liefern sollen, während eine Tilapia-Aquakultur für frischen Fisch sorgt. LED-"Fenster" übertragen Live-Bilder vom Leben in der Prärie über Tage - wem das nicht zusagt, kann andere Kulissen wählen, einen Wald etwa. Eine Kundin bestand auf Videosequenzen aus dem New Yorker Central Park, zu allen Jahreszeiten, Straßenlärm inbegriffen.

Die insgesamt zwölf Apartments sollen bereits verkauft sein. Der Einstiegspreis der preiswertesten Wohneinheit: 1.5 Millionen US-Dollar, Fertignahrung für fünf Jahre inbegriffen. Die Wohnfläche beträgt 84 Quadratmeter und ist für maximal fünf Personen gedacht. Die Preise der sich auf 335 Quadratmeter über zwei Etagen ausdehnenden Penthäuser beginnen bei 4.5 Millionen US-Dollar. 40 Kilometer weiter entsteht bereits der nächste Wohnraketensilo, mit dreimal mehr Wohnraum als im ersten - und einer Bowlingbahn.

Rising S Bunkers ist vermutlich der zur Zeit größte private Bunkerbauer der Welt. Das Prunkstück im Portfolio[10] ist der "Aristocrat"-Bunkerkomplex[11] zu 8.4 Millionen US-Dollar, der für mindestens 50 Personen geeignet sein soll. Sieben ABC-Filtersysteme halten die Luft sauber. Auch ansonsten fehlt es an nichts: Gewächshaus mit LED-Beleuchtung, Speisesaal, Bowlingbahn, Medienraum mit Kinosesseln, Swimmingpool und Sauna, der obligatorische Schießstand. Platz für Limousinen ist vorhanden.

Das Geschäft blüht - gerade im Spitzensegment. Die Bunkerbauer haben unterdessen eine Veränderung in der Zusammensetzung der früher von Konservativen dominierten Käuferschicht[12] festgestellt: Der Ausgang der letzten Präsidentschaftswahl habe dazu geführt, dass nun auch zunehmend Liberale Interesse an Wellness-Bunkern zeigten. Teilen dieser liberalen Klientel wird auch der jüngste Zulauf in einem anderen sicherheitsrelevanten Bereich zugeordnet: Eine Rekordzahl an Hintergrund-Überprüfungen am Black Friday deutet auf sprunghaft gestiegene Waffenkäufe hin.

Clyde Scott, Rising Bunker-Chef, kennt[13] seine Kundschaft: Mit dem Erwerb eines Bunkers sei eine gewisse Scham verbunden. Die Käufer würden keinen Wert darauf legen, zur Zielscheibe von Spott zu werden, deswegen werde großer Wert auf Verschwiegenheit gelegt. Wenn man viel Geld hinblättere, um sich unterirdisch zu verstecken - weshalb solle man das jemanden wissen lassen?

Dabei nehmen sich die Projekte von Rising Bunker S im Vergleich zu anderen geradezu bescheiden aus. S.A.F.E.[14] (Strategically Armored & Fortified Environments) aus West Hollywood beispielsweise projektieren[15] nach eigenen Angaben 100 Millionen US-Dollar teure Untergrund-Residenzen für Finanz- und Immobilienhaie - Rundum-Sorglospakete, von Reinraum-Atmosphäre bis zu 25 Jahre haltbaren Beef-Stroganoff-Konserven alles inklusive.

Noch vor den Wahlen bekamen andere Mitwettbewerber wie Mike Peters' Firma Ultimate Bunker[16] aus Salt Lake City, US-Bundesstaat Utah, vermehrt Anfragen zu ihren ebenfalls angebotenen Waffen-Tresoren[17], die groß genug sind, um alle Schießutensilien für den Heimgebrauch sicher verwahren zu können.

Die Vorstellung einer Wahl von Hillary Clinton zur Präsidentin ließ Waffenbesitzer zwischenzeitlich um ihr Arsenal bangen. Dieses Kundensegment hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Nun bekomme die Firma hauptsächlich Anfragen aufgrund der wieder erstarkenden Wahrnehmung einer nuklearen Bedrohung und der Spannungen mit Russland. Er persönlich glaube nicht, dass die gestiegene Nachfrage etwas mit den Aktionen Trumps an sich zu tun habe, so Peters. Vielmehr seien die Leute an einem Punkt angelangt, an dem sie katastrophale Ereignisse für unausweichlich hielten. Ultimate Bunker kosten zwischen 60.000 und 620.000 US-Dollar und kommen vergleichsweise spartanisch ausgestattet daher.

In Ector, Fannin County, 100 Kilometer nordöstlich der texanischen Metropolen von Dallas und Fort Worth gelegen, entsteht auf 280 Hektar eine 330-Millionen-US-Dollar teure Luxustrutzburg für diejenigen, die es sich leisten können. Das Anwesen von Trident Lakes[18], das außerhalb des Wirkradius eines möglichen Atomschlags gegen die urbanen Zentren von Texas liegt, ist für das Vergnügen konzipiert, wie jede andere Hotelanlage auch, so Trident Lakes-CEO James O’Connor. Mit einem Extra: Die 2000 Bewohner können sich im Falle des Falles in ihren Wohnbunkern verschanzen.

Zu den zahlreichen Annehmlichkeiten sollen ein Hotel, Weltklasse-Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, ein Sportzentrum, eine Reitanlage, ein 18-Loch-Golfplatz namens "The Course of the Gods", Polofelder und fünf Schießstände gehören. Unter Tage gibt es Holzparkett, 4k TV, WiFi und künstliches Sonnenlicht. Abgerundet wird das Angebot von einer Kapelle und zwölf Hubschrauberlandeplätzen - sowie Tresoren für die Familien-DNA. Denn falls sich der befürchtete Kataklysmus wider Erwarten doch in die ländliche Gegend von Texas verirren sollte, können Wissenschaftler nach dessen Abklingen aus dem hinterlegten genetischen Material Ebenbilder der ehemaligen Bewohner herstellen, um die "Nachhaltigkeit der Familie" sicherzustellen. Die Anwohner kommen zusätzlich in den Genuss von Selbstverteidigungskursen mit "Navy Seal Experience".

Vorgesehen sind mehr als 500 Kondominien mit Wohnflächen von 84 bis 420 Quadratmetern, in einer Preislage zwischen 350.000 und zwei Millionen US-Dollar. Jeder Wohnbunker ist über Tunnel mit einem Gemeinschaftszentrum verbunden, das Platz für Nahrungsmittelvorräte, gemeinschaftliche Gewächshausanlagen, Sporträume und Treffpunkte bietet. Alle Wohneinheiten sind verpflichtet, Nahrungsmittel ausreichend für mindestens ein Jahr einzulagern - empfohlen sind mehr als zwei Jahre. Zehn Prozent der Unterkünfte sind bereits für Einwohner mit besonderen Fähigkeiten reserviert[19], die für das Funktionieren der Gemeinschaft wichtig sind: Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrer zum Beispiel. Die ersten Wohneinheiten sollen 2018 bezugsfertig sein.

Die kalifornische Firma Vivos bietet seit längerem Lösungen zum Schutz vor Weltuntergängen aller Provenienz[20] an, zum Beispiel vor dem vom Maya-Kalender angekündigten Weltende 2012.

Vivos Xpoint[21], in der Nähe der Black Hills gelegen, soll die "größte Survival-Gemeinde" der Welt werden. 575 außer Dienst gestellte Munitionsbunker, die über 45 Quadratkilometer der Landschaft South Dakotas verstreut liegen, bieten gleich südlich von Edgemont Unterschlupf für 5000 gleichgesinnte Überlebenswillige - "massiv, sicher, isoliert, privat". Ein Bunker kann bis zu zwanzig Personen aufnehmen und ist für 25.000 US-Dollar zu haben. Bei einem so günstigen Low-Cost-Bunker bleiben die Annehmlichkeiten dann auch draußen, wenn sich die Türen im Ernstfall schließen - der Gang zum Barbeque oder zum Pferdestall hat sich dann eh erledigt.

Doch Vivos-CEO Robert Vicino hat ein weiteres Superlativ im Repertoire: den "weltgrößten Privatbunker"[22]. Der soll nahe der südlich von Jena gelegenen 1000-Seelen Gemeinde von Rothenstein entstehen, erste Meldungen kursierten[23] 2015.

Carl Zeiss Jena hatte im Zweiten Weltkrieg Teile der kriegswichtigen Produktion in ein Stollensystem in der Nähe des Städtchens an der Saale ausgelagert. Zu DDR-Zeiten betrieb die NVA hier ein Waffenlager. Nach zwischenzeitlicher Nutzung durch die Bundeswehr war das Rothensteiner Stollensystem an die Terra Space GmbH verkauft worden, eine Berliner Immobilienfirma. Zunächst gab es Nutzungskonzepte für ein Hochsicherheits-Rechenzentrum und ein Wertdepot, das Vivos-Projekt galt hinsichtlich der Erteilung einer Baugenehmigung als wenig Erfolg versprechend. Noch 2015 war Terra Space-Gesellschafter Jörg Heitmann amüsiert[24] von der Vorstellung, "wie Robert Vicino im Eisenberger Landratsamt bei der Baubehörde vorspricht und die Auflage bekommt, dass das Objekt im Katastrophenfall aus brandschutztechnischen Gründen nicht betreten werden darf".

Doch Investoren für die alternativen Betreibermodelle sind nicht so einfach zu finden. Vielleicht kann Vicino nun doch sein "unterirdisches Kreuzfahrtschiff"[25] in Thüringen umsetzen, eine Luxusherberge, eingelassen im Rothensteiner Buntsandstein, ausgelegt für 500 Bewohner. Einstiegspreis: 35.000 Euro. Ein 500-Quadratmeter-Apartment soll zwei Millionen Euro kosten.

Dabei ist gerade in Deutschland das Thema "Wohnen im Bunker" ein schwieriges. Die hier vorherrschende Wahrnehmung vom Bunker als wenig anheimelnder Ort hat sich aus Kriegs- und Nachkriegszeiten bis in unsere Tage hinein gehalten - und das aus gutem Grund. Unter dem Eindruck der atomaren Bedrohung hatte 1964 in Dortmund der erste Bunkertest[26] nach Stunde Null stattgefunden, bei dem an 144 Testpersonen sechs Tage lang medienwirksam der Ernstfall geprobt wurde. Den gestressten Insassen machte nicht nur der dauernd gereichte Pichelsteiner Topf zu schaffen. Doch bei der Veranstaltung ging es auch nicht vordergründig um Behaglichkeit, wie Kritiker später herausfanden: Mit der Übung sollte lediglich kaschiert werden, dass die BRD in einem Atomkrieg keine 60 Millionen Menschen geschützt unterbringen konnte.

Als Alternative zur Anschaffung eines Bunkers steht bei den H.N.W.I. (high-net-worth individuals) angesichts möglicher S.H.T.F.-Ereignisse (shit hits the fan) noch der Erwerb von Grundstücken in Neuseeland[27] hoch im Kurs. Allein seit 2010 haben rund 1000 Ausländer hier Wohnrecht erworben, im Rahmen von Programmen, die an eine Investition von jeweils mindestens einer Million US-Dollar gekoppelt sind. Und allein 2016 kauften[28] Ausländer hier rund 3600 Quadratkilometer Land.

In den Augen der Krisenflüchtlinge in spe ist besonders vorteilhaft: Der Inselstaat kann im Notfall als Selbstversorger existieren, und wegen seiner schieren Entfernung zu den Krisenherden der Welt braucht man nicht einmal Gedanken an ein Leben im Bunker zu verschwenden.

Manche US-Amerikaner glauben angesichts solcher Tendenzen, dass ihren Eliten im Katastrophenfall egal sein wird, was mit dem überwiegenden Rest der Bevölkerung geschieht. Sie ahnen, dass sie dann die Suppe allein auslöffeln werden - einen Vorgeschmack darauf boten die Geschehnisse in New Orleans im Jahr 2005, als Hurrikan Katrina nach seinem Zerstörungswerk abgezogen war. Sie vermissen Beiträge zur Lösung der Probleme des Landes, die auch darauf zielen, abwendbare Katastrophen zu vermeiden.

Durchschnittsbürger sehen hier die Crème de la Crème der Gesellschaft in der Pflicht, doch die hat längst andere Pläne, in denen der Normalverbraucher nicht vorkommt. Der wiederum weiß wenig um die Kopfschmerzen, die die Notfallvorsorge bei zumindest Teilen der Elite verursacht. Denn die sieht sich bei ihren eskapistischen Planspielen bisweilen mit moralischen Dilemmas konfrontiert: Soll zum Beispiel dem Piloten des Fluchtjets zugestanden werden, am Jüngsten Tag seine Familie mitzubringen?


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Links in diesem Artikel:
[1] https://psmag.com/news/at-home-with-the-couple-that-launched-the-doomsday-bunker-industry
[2] http://www.subterracastle.com/
[3] https://www.youtube.com/watch?v=S9x0pgw4y2E
[4] http://articles.chicagotribune.com/1995-12-10/news/9512100402_1_missile-silo-ed-peden-missile-site
[5] http://www.missilebases.com/
[6] http://www.missilebases.com/altas-e-
[7] http://www.missilebases.com/altas-e-
[8] http://survivalcondo.com
[9] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nuclear_Missile_Silo_(7332367192).jpg
[10] http://risingsbunkers.com/layouts-pricing-bunkers/
[11] https://www.youtube.com/watch?v=1_AV_GNeVAo
[12] https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/03/a-resort-for-the-apocalypse/513869/
[13] http://www.independent.co.uk/news/world/americas/donald-trump-doomsday-bunkers-underground-nuclear-war-apocalypse-a7578566.html
[14] http://safe-us.com/joomla/
[15] http://www.hollywoodreporter.com/news/bunker-builders-anticipate-lucrative-trumpocalypse-932748
[16] http://ultimatebunker.com/
[17] http://ultimatebunker.com/wp-content/uploads/2017/01/gun-safes-by-ultimate-bunker.jpg
[18] https://www.tridentlakes.com
[19] https://www.tridentlakes.com/faqs
[20] https://www.heise.de/tp/features/Soziale-Unruhen-Asteroiden-schmutzige-Bomben-Vulkanausbrueche-Zurueck-in-die-Hoehle-3385267.html
[21] https://www.terravivos.com/secure/vivosxpoint.htm
[22] https://terravivos.com/secure/vivoseuropaone.htm
[23] http://www.forbes.com/sites/jimdobson/2015/06/12/billionaire-bunkers-exclusive-look-inside-the-worlds-largest-planned-doomsday-escape/
[24] http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article143375523/Amerikaner-will-Luxus-Bunker-in-Thueringen-bauen.html
[25] http://www.mz-web.de/thueringen/bereit-fuer-die-apokalypse-robert-vicino-baut-wellness-bunker-fuer-den-untergang-26873056
[26] http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/132072/index.html
[27] http://www.newyorker.com/magazine/2017/01/30/doomsday-prep-for-the-super-rich
[28] http://canterbury.cyberplace.org.nz/community/CAFCA/key-facts.html