Mittelmeer: Grab für über 2.000 Migranten in diesem Jahr

Grafik: IOM

Zwischenbilanz der Internationalen Organisation für Migration (IOM): die Route zwischen Libyen und Sizilien ist die weitaus gefährlichste für Flüchtlinge

Über 2.000 Migranten sind laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in diesem Jahr bei Versuchen gestorben, über das Mittelmeer an europäische Küsten zu gelangen. Im Vergleichszeitraum 2014 waren es 1.600, die auf tragische Weise ums Leben kamen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 3.279 Personen gezählt, die bei Fluchtversuchen im Mittelmeer starben.

Als gefährlichste Route wird die Meeresverbindung zwischen Libyen und Sizilien genannt. Zwar sei die Zahl der Migranten, die nach Griechenland und nach Italien kommen, vergleichbar groß, aber bei den tödlichen Unglücksfällen gibt es einen eklatanten Unterschied: Nach Italien sind im laufenden Jahr geschätzte 97.000 Migranten gekommen, nach Griechenland etwa 90.000. Während die IOM 60 Tote bei den Flüchtlingen registriert, die auf dem Weg nach Griechenland waren, sind es im Fall Italien 1.930 Tote.

Annähernd 188.000 Migranten wurden in diesem Jahr aus dem Mittelmeer gerettet. Mit größter Wahrscheinlichkeit werden es in diesem Sommer über 200.000 sein, so das IOM. Deren Generaldirektor William Lacey Swing wertete als "nicht akzeptabel, dass im 21.Jahrhundert Menschen aus Konflikten, vor Verfolgung, aus miserablen Verhältnissen in ihren Heimatländern fliehen müssen, um dann an der Türschwelle zu Europa zu sterben".

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