Nato braucht mehr Bandbreite für Drohnen

Mit 3 Milliarden Euro will die Nato in Satelliten- und IT-Technik investieren, die "russische Gefahr" und die Flüchtlingsabwehr scheinen primär zu sein

Die Nato will 3 Milliarden Euro investieren, um die Satelliten- und IT-Technik zu modernisieren, die Raketenabwehr zu verbessern und für größere Cybersicherheit zu sorgen, so berichtete ein anonym bleibender Nato-Mitarbeiter aus der Kommunikations- und Informationsbehörde der Nato. Vorgesehen ist, auf der Nato-Industriekonferenz in Ottawa Ende April die Ausgaben zu beschließen, so dass Unternehmen sich für die Aufträge bewerben können. Es handelt sich um ein Investitionsprogramm, das von allen Nato-Ländern finanziert wird.

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Die technische Aufrüstung soll neuen Sicherheitsbedrohungen begegnen, schließlich würden Konflikte immer öfter auch in den Netzwerken ausgetragen werden. Die Zahl der Angriffe auf Nato-Netzwerke haben sich in den letzten Jahren verfünffacht. An erster Stelle werden Russland und die angeblichen russischen Hackerangriffe etwa auf die Server der Demokratischen Partei genannt. Nato-Mitarbeiter hätten auch Reuters gesagt, sie vermuten, dass Russland ihre Angriffe auf Nato-Systeme vor Treffen in Auftrag geben. Neben dem Terrorismus und Cyberangriffen will man damit auch auf die Einwanderung aus den Ländern des Nahen Ostens reagieren. Für die Flüchtlingswelle sind Nato-Staaten mit verantwortlich.

Für 1,5 Milliarden Euro soll so die Bandweite der Satellitenkommunikation für die eingesetzten Nato-Truppen erweitert werden. Vor allem scheint es, wie Bloomberg berichtet, dabei um die Nato-Schiffe zu gehen, die mit der Flüchtlingsabwehr beschäftigt sind. Dabei geht es auch um den Einsatz von Drohnen zur Überwachung des Mittelmeers, die große Datenmengen generieren.

Mit 800 Millionen sollen die Steuerungssysteme der Luftabwehr und der Raketenabwehr verbessert werden. 290 Millionen sollen in den Ausbau der Cybersicherheit und der IT-Infrastruktur sowie der Sicherung der Nato-Stützpunkte vor Cyberangriffen fließen, 180 Millionen in neue Software für "situational awareness and command and control in operations".

Auf dem Treffen geht es auch um eine Verzahnung des Militärs mit IT-Unternehmen, um Innovationen zu generieren. Eingeladen als Redner sind Vertreter von vorwiegend amerikanischen Unternehmen wie CenturyLink, CrowdStrike, Palo Alto Networks, FireEye, Symantec oder Cisco, die vorstellen sollen, wie "neue, innovative Nato-Industrie-Partnerschaften die kollektive Cyberverteidigung stärken können". (Florian Rötzer)

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