Netanjahu: Mauer um Israel als "Schutz vor den wilden Tieren"

Zaun an der israelisch-ägyptischer Grenze. Bild: Idobi/CC-BY-SA-3.0

Gated nation: Israel will sich vollständig mit Zäunen und Mauern umgeben

Israel ist ein Pionier für die Idee der gated nations, also für den Bau von Mauern oder Zäunen möglichst um das ganze Land. Hunderte von Kilometern wurden bereits abgezäunt. Pionier war Israel auch für die wohl höchste Mauer mit bis zu 8 m und für Hightech-Zäune mit Kameras, Radar, Bewegungssensoren, aber auch mit fernsteuerbaren Maschinengewehren und autonomen Kontrollfahrzeugen (Israel mauert sich ein).

Eigentlich ist Israel an den Landgrenzen schon weitgehend zur Festung ausgebaut, die nicht nur Terroristen, sondern auch Flüchtlinge abhalten soll. Zuletzt wurde der Grenzzaun im Süden nach Ägypten zwischen Rafah und Eilat über Hunderte von Kilometern geschlossen, der vor allem gegen die Einwanderung von Flüchtlingen aus Afrika gerichtet war. Aber wenn man einmal begonnen hat, sich einzumauern, sind Lücken offenbar ein Ärgernis.

Zäune sollen, wie nun der israelische Ministerpräsident Netanjahu ankündigte, Israel zu einer rundum geschützten Insel machen, geschützt vor unerwünschten Menschen. Das Land soll vollständig mit einem Zaun umgeben werden, "um uns selbst vor den wilden Tieren zu schützen", die Israel umgeben: "Werden wir den ganzen Staat Israel mit Zäunen und Barrieren umgeben? Die Antwort ist Ja." Netanjahu kündigte dies am Dienstag an, als er die Grenze zu Jordanien besuchte, wo an einem 30 km langen Zaun entlang der gesamten Grenze gearbeitet wird, der auch den neuen Flugplatz im Timna-Tal schützen soll. Das Westjordanland, der Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel sind bereits abgezäunt.

Nach Netanjahu bereitet die Regierung einen mehrjährigen Plan vor, um Israel schrittweise einzumauern und die Lücken in der Sperranlage zum Westjordanland zu schließen. Das werde "viele Milliarden" kosten. Netanjahu pries die Vorteile an, an der jordanisch-israelischen und ägyptisch-israelischen Grenze einen durchgehenden Grenzzaun zu errichten. Hier gäbe es nämlich keine Gebäude, die sich in der Nähe befinden. Dies sei - leider, müsste man im Sinne Netanjahus hinzufügen - im Fall des Gazastreifens und des Westjordanlands der Fall: "Wenn man hier einen Zaun baut, muss man berücksichtigen, dass unterirdisch Tunnel gebaut werden können. Wer sagt, dass das Territorium in der modernen Zeit keine Rolle mehr spielen würde, sollte in den Gazastreifen gehen."

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