Neuer Spionagesatellit in Umlaufbahn gebracht

Bild: United Launch Alliance

Gestern wurde mit der leistungsstärksten US-Rakete ein Satellit des Geheimdienstes NRO in den Weltraum befördert

Vom Stützpunkt Vandenberg in Kalifornien ist gestern ein Geheimdienstsatellit in die Umlaufbahn gebracht worden. Der gewaltige Satellit wurde von einer 71 m langen Rakete des Typs Delta IV Heavy, die derzeit leistungsstärksten US-Rakete, ins Weltall transportiert.

Die drei jeweils Lastwagen große Triebwerke verbrennen fast eine Tonne Treibstoff in der Sekunde, um die Leistung von 17 Millionen PS zu erbringen. Die "Monsterrakete" kann eine Last bis 24 Tonnen befördern und wurde von United Launch Alliance, einem Joint Venture von Lockheed Martin und Boeing, gebaut. Was der Spionagesatellit an Überwachungstechnik enthält, ist hochgeheim, ebenfalls seine Umlaufbahn. Normalerweise werden Satelliten von Vandenberg in eine niedrige Umlaufbahn gebracht. Man nimmt an, dass er noch genauere Bilder machen kann. Betrieben wird er vom militärischen Geheimdienst National Reconnaissance Office (NRO) - Leitspruch "Supra et Ultra" - und soll eine Milliarde US-Dollar gekostet haben. NROL-65 ist der 37. Start, nachdem der NRO seit 1996 die Raketenstarts selbst nicht mehr geheim hält.

Bild: United Launch Alliance

Die Nasa entwickelt mit dem Space Launch System (SLS) eine noch größere und leistungsstärkere Rakete. Sie wird in der ersten Version 98 m lang sein und eine Last bis zu 70 Tonnen befördern können. Angestrebt wird eine 117 m lange Rakete, die bis zu 130 Tonnen in den Weltraum transportieren kann, womit sie die bislang leistungsstärkte Rakete würde, die jemals gebaut wurde.

Das SLS soll die Raumfähre Orion transportieren. 2017 ist ein Testflug vorgesehen. Die jetzt noch im Bau befindliche Orion soll aber bereits Ende 2014 den ersten unbemannten Testflug mit einer weiteren Rakete des Typs Delta IV Heavy machen. (Florian Rötzer)

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