OPEC will über Bindung an den Dollar sprechen

Auf dem OPEC-Gipfel gab man sich ein grünes Mäntelchen, Ecuador und Indonesien plädierten für die Abgabe von Steuern auf das Öl zur Finanzierung von Klima- und Umweltprojekten

Die OPEC hat den "Schutz des Planeten" zu einem der drei Zukunftsthemen in der Abschlusserklärung des Gipfels neben der Energiesicherheit und der Stabilität der Versorgung mit Öl gemacht. Zwar wird auch davon gesprochen, dass das Öl für arme Länder erschwinglich sein soll, aber eine anhaltende Wirtschaftsentwicklung wird als Thema einer globalen Anstrengung bezeichnet. Man will Entwicklungshilfe leisten, aber denkt nicht daran, die Fördermengen zu erhöhen. Die "Fluktuationen auf dem Markt", sprich die in die Höhe schießenden Ölpreise, haben nämlich nach Ansicht des saudischen Ölministers mit den OPEC-Staaten nichts zu tun.

Mit von der OPEC-Partie ist nun auch Ecuador als 13. Land. Präsident Correa hat sich gleich dem venezolanischen Präsidenten Chavez angeschlossen und gefordert, dass die reichen Länder, die das Öl verbrauchen, Umweltschutz für die armen Ländern zahlen müssten. Er schlug dafür eine Steuer vor, die von der OPEC verwaltet werden könnte. Es sei ärgerlich von Europa immer wieder zu hören, dass die armen Länder ihre Wälder nicht roden sollen, wenn sie dies doch längst selbst getan hätten. Überdies plädierte Correa wie schon Chavez und Ahmadinedschad, das Öl nicht mehr in Dollar zu handeln. Ahmadinedschad nannte den Dollar ein "wertloses Stück Papier". Aufgrund der Bedenken ist der Preis für das Öl am Montag wieder leicht gestiegen.

Die mit den USA alliierten Golfländer ließen diese Diskussion aber erst einmal nicht aufkommen. Chavez ließ sich einen weiteren Kommentar nicht nehmen: "Der Tag wird kommen, wenn wir nicht nur in der OPEC, sondern auch in Lateinamerika vom Dollar befreit sein werden", sagte er am Sonntag. Beschlossen wurde aber nun doch ein Treffen der OPEC-Finanzminister vor dem nächsten OPEC-Treffen am 5. Dezember, um auch über die Bindung an den Dollar zu sprechen.

Auch Indonesien machte einen Vorschlag, die Öleinkünfte mit dem Umweltschutz zu verbinden. So könnten die OPEC-Länder 50 Cent von jedem Barrel in den Umweltschutz investieren, vor allem um nach der Devise "Öl für Wald" den Wald zu schützen oder ihn wieder aufzuforsten. Indonesien ist Gastgeberland der UN-Klimakonferenz und dürfte deswegen unter Druck stehen, auch etwas zu leisten, nachdem im Land großflächig Wälder gerodet werden.

Immerhin wurde in der Abschlusserklärung aufgenommen, dass die Wälder wichtig als Karbonsenken sind und geschützt werden müssen. Die Golfländer verpflichteten sich, um guten Willen zu demonstrieren, zur Einzahlung von 750 Millionen Dollar in einen Fonds zur Klimabekämpfung durch Förderung von Techniken zum Einfangen und Speichern von CO2.

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