Ostdeutschland erwache

Bereitschaft für einen Aufstand

Besonders irrational empfinde ich die Gesprächsverweigerung mit potenziellen Verbündeten und diese besonders hohe Bereitschaft für einen Aufstand. Hierbei empfand ich das Gefühl mit dem Rücken zur Wand stehen als besonders auffällig.

Ich hoffe diese sehr polemischen Übertreibungen haben dem geneigten Leser geholfen, die Gefühlswelt meiner Gesprächspartner zu verstehen. Denn darum geht es in diesem Text. Ich wollte erklären, warum ich mit meinen Gesprächspartnern aufgehört habe, über das Thema Flüchtlinge zu reden.

Jedes Mal wenn ich über das Flüchtlinge rede, endet die Diskussion beim Thema Aufstand. Jedes Mal. Keine Ausnahme. Selbst bei der Kassiererin in der Kaufhalle. Nur sollen Gutmenschen aus Westdeutschland nicht glauben, dass der Aufstand in die von ihnen gewünschte Richtung geht. Das verhindert eine Gefühlswelt, die ich versucht habe darzulegen. Aufgrund dieser Gefühlswelt meiner Gesprächspartner gibt es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass der von vielen herbeigesehnte Aufstand im Osten in eine völkische Sezessionsbewegung abdriftet.

Darum habe ich aufgehört über das Thema zu reden. Um nicht noch mehr die Lage anzuheizen. Jedes Gespräch über Flüchtlinge mit Gutmenschenargumenten triggert Emotionen, die viel tiefer und komplexer sind. Flüchtlinge sind nur der Anlass, um komplexe Reaktionen auszulösen, die in der beschriebenen Gefühlswelt meiner Mitmenschen bedingt sind.

Nur was tun? Darauf habe ich keine einfache Antwort. Nur den Wunsch, dass wir wieder mehr diskutieren, ohne Indianeraufstände auszulösen. Dazu müssen aber Ost- und Westdeutsche mehr aufeinander eingehen, was in den letzten 25 Jahren eher suboptimal gelaufen ist.

Der gerade gelesene Text bediente sich verschiedener sprachlicher Mittel um die emotionale Befindlichkeit bestimmter Menschen (hier kurz "Gefühlswelt") zu beschreiben. Falls Sie gerade Emotionen wahrnehmen, empfehle ich Ihnen dringend, diese zu reflektieren, bevor Sie weitere Handlungen vornehmen. Diese Emotionen können sehr widersprüchlich sein, sind aber gerade, wenn andere Menschen irrationale Gedanken haben, eine Quelle des empathischen Verstehens. Für wen das zu hoch ist, den bitte ich der nationalen Selbsthilfe "traumatisierte KZ-Aufseher" oder der linken Selbsthilfe "WASP tot schlagen macht mich geil" beizutreten.

Schöne Grüße aus der Zone.

Der Autor ist Psychologe und stammt aus kommunistischem Elternhaus. Hang zur Polemik und PRO-Flüchtlingsvertreter, ansonsten politisch neutral.

( Alexander Augustin )