Passivrauchen ist gesund!

Und darauf schnell noch 'ne Zigarette!

Um eines mal gleich klarzustellen, beim Lesen dieses Textes ist Rauchen ausdrücklich erlaubt. Ja, eigentlich sogar Pflicht! Und der Verfasser steckt sich jetzt erst einmal eine Zigarette an, um damit ein glühendes Zeichen zu setzen „gegen Verbotswahn und Intoleranz“. Ganz im Sinne des „Netzwerks Rauchen – Forces Germany e.V.“, das sich engagiert „gegen die Diskriminierung von Raucherinnen und Rauchern. "Wir stehen ein, so heißt es auf der Webseite, „für ein toleranteres Zusammenleben von Rauchenden und Nichtrauchenden.“ Und um nicht nur rauchend ein Zeichen zu setzen, kann man dort auch gleich zwei Raucherlaubnis-Schilder herunterladen, um sie anzubringen „am Eingang Ihrer Gaststätte, in Ihrem Rauchbereich, an Ihrer Wohnungs-, Haus- oder Gartentür und überall dort, wo geraucht werden darf.“

Wer nun – hüstel! - dem Netzwerk Rauchen unterstellt, dass es von der Tabaklobby finanziert wird, der wird dort zwar keines Besseren belehrt, aber er erfährt, dass hinter der Anti-Raucher-Kampagne einer der größten Pharmakonzerne „Johnson & Johnson steckt. Der wiederum unter anderem sein Geld mit Nikotinersatzprodukten verdient. - Und darauf schnell noch eine Kippe. Schließlich ist immerhin Musiker Joe Jackson Schirmherr für die Kampagne „Rauchen erlaubt“, obwohl ganz taufrisch sieht er auch nicht mehr aus.

Doch der eigentliche Hammer der Erkenntnis kommt jetzt erst noch. Das Netzwerk Rauchen zitiert aus einer Studie aus dem Jahre 2003 über die Gesundheitsauswirkungen der kosmischen Strahlung auf das Flugpersonal. Grundlagen waren Daten von mehr als 6000 Piloten und 20000 Flugbegleitern, „die zwischen 1953 und 1997 bei den beiden deutschen Fluglinien Lufthansa und LTU beschäftigt“ und die damals noch massiv dem Rauch der Fluggäste ausgesetzt waren. Das Ergebnis der Studie ist tatsächlich sensationell: Das Flugpersonal weist nämlich „keine höhere Krebsrate und eine niedrigere Herz-Kreislauf-Erkrankungsrate auf als die Bevölkerung.“ Und das heißt nichts anderes: Passivrauchen ist gesund. Oder mit den Worten des Netzwerks: Passivrauchen ist healthy! Und darauf schnell noch 'ne Kippe!

Dennoch geht es den Kippen jetzt wohl endgültig an den Filter. Zu mächtig scheint die von Pharmaindustrie bezahlte Nicht-Raucher-Lobby. Aber es gibt vielleicht einen Ausweg. In England hat kürzlich ein Pub bei der peruanischen Botschaft angefragt, ob es ihm nicht einen konsularischen Status verleihen könne. Die Mitarbeiter der Kneipe würden dann auch alle Spanisch lernen, zukünftig die peruanischen Feiertage ehren und auch an die Anschaffung eines Spielzeug-Lamas sei gedacht. Und wenn die peruanische Regierung mitspielt, dann darf in dem Kneipen-Konsulat zukünftig eben wieder gepafft werden.

Und wenn sich diese Idee auch bei uns durchsetzt, dann gehen wir demnächst halt gutgelaunt zum Trinken und Rauchen in das Konsulat um die Ecke. Also: Raucher aller Länder vereinigt Euch, gründet überall Konsulate! Staaten dafür gibt es ja genug. Und darauf schnell noch 'ne Zigarette!

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