Planet mit drei Sonnen entdeckt

Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2

System blieb Millionen Jahre lang stabil

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science hat ein Astronomenteam um Kevin Wagner einen Aufsatz veröffentlicht, in dem sie die Welt über die Entdeckung des Planeten HD131399Ab unterrichten: Dieser mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO entdeckte Planet wird nicht nur von einer oder zwei, sondern gleich von drei Sonnen beleuchtet.

In dem 320 Lichtjahren von der Erde entfernten Drei-Sonnen-System im Sternbild Zentaur verfügt HD131399A, der hellste Stern in diesem System, über etwa 80 Prozent mehr Masse als die Sonne, die die Erde die Energie versorgt. Der Planet HD131399Ab, der 16 Millionen Jahre alt, vier Mal so schwer wie der Jupiter und an der Oberfläche etwa 580 Grad Celsius heiß ist, umkreist diesen Stern in einer Entfernung, die das Achtzigfache der Erde von der Sonne (80 AE) beträgt, weshalb ein HD131399Ab-Jahr etwa 550 Erdenjahre dauert. In 300 AE Abstand folgen die beiden anderen untereinander nur zehn AE entfernten Sterne HD131399B und HD131399C, die sich gegenseitig umrunden und gemeinsam HD131399A umkreisen.

Das System ist nicht das erste Dreifachsternsystem, das entdeckt wurde: 2011 fand beispielsweise ein Forscherteam um Joshua A. Carter vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Massachussetts mit dem Weltraumteleskop Kepler heraus, dass der vorher als einzelner Stern angesehene KOI-126 in Wirklichkeit ein solches Dreifachsternsystem ist. Andere Beispiele für Dreifachsystem sind das 2005 entdeckte System HD188753, das 149 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan liegt, und 16 Cygni, wo der gelbe Zwerg 16 Cygni A und der rote Zwerg 16 Cygni C die Sonne 16 Cygni B umkreisen.

So stellen sich die ESO-Grafiker das neue Dreifachsternsystem vor. Bild: ESO/L. Calçada/M. Kornmesser.

In der Science-Fiction- und Fantasy-Literatur sind Mehrfachsternsysteme ein beliebtes Mittel, um mit klimatischen Bedingungen zu spielen, die sich von denen auf der Erde unterscheiden. Mit einem Sitnikov-Doppelsternsystem, in dem sich ein Planet "genau im Massenschwerpunkt befindet und […] senkrecht zur Bahnebene der Doppelsterne auf und ab bewegt" ließe sich beispielsweise erklären, warum die Winter in Game of Thrones unterschiedlich lange zu dauern und in unregelmäßigen Abständen zu kommen scheinen.

Dass der Serien- und Romanzyklusautor George R. R. Martin in den Büchern keine zweite Sonne erwähnt, liegt in der langweiligeren Erklärungsvariante daran, dass Leser von Fantasy-Büchern keinen Anspruch auf physikalisch halbwegs plausible Erklärungen haben. Eine interessantere Erklärungsvariante wäre, dass "einer der beiden Sterne schon erloschen […] und zu einem Neutronenstern oder schwarzen Loch geworden ist, das nicht leuchtet". (Peter Mühlbauer)