Putin: "In Washington wird versucht, einen Maidan zu organisieren, um Trump zu verhindern"

Putin: "Starker Verfall bei den politischen Eliten im Westen"

Wladimir Putin hat am Dienstag auf einer Pressekonferenz auf eine Frage einige Bemerkungen über die USA gemacht, bei denen man sich auch fragen könnte, ob er damit die von Lawrow behauptete Zurückhaltung und Nichteinmischung beachtet. Für ihn gehört die Obama-Regierung zu den abgewählten Regierungen, die nicht einfach gehen, um keine Unruhe zu erzeugen, sie würde auf Wiedersehen sagen und bleiben.

Der russische Präsident Putin am Dienstag über einen Maidan in Washington. Bild: Kreml/CC BY-4.0

In den USA könne man einen "akuten innenpolitischen Kampf" trotz des Wahlsiegs von Trump und dem Ende des Wahlkampfs beobachten. Es bestehe das Ziel, die "Legitimität des designierten Präsidenten zu untergraben", wodurch den amerikanischen Interessen ein "enormer Schaden" entstünde: "Der Eindruck ist, dass sie nach einem Übungslauf in Kiew bereit sind, in Washington einen Maidan zu organisieren, um Trump zu hindern, das Amt zu übernehmen." Ein zweites Ziel der Kampagne sei, die Umsetzung der Versprechungen Trumps zu behindern.

Wie könne er die amerikanisch-russischen Beziehungen verbessern, wenn auf Dingen wie einer Einmischung von Hackern in die Wahlen herumgeritten werde. "Die Hacker, wer immer sie waren, haben nichts gesammelt oder etwas gefälscht, sie haben nur Material veröffentlicht." Er kenne Trump nicht, er habe keinen Anlass, ihn zu kritisieren, anzugreifen oder zu verteidigen. Die Leaks, die über Trump verbreitet wurden, seien "offensichtlich gefälscht". Als Trump vor ein paar Jahren in Russland war, sei er kein Politiker gewesen, sondern nur ein reicher Geschäftsmann: "Glaubt jemand, dass unsere Geheimdienste hinter jedem amerikanischen Milliardär hinterherjagen? Natürlich nicht. Das ist Unsinn."

Putin nutzt die Gelegenheit, die angebliche moralische Überlegenheit der russischen politischen Kultur gegenüber dem dekadenten Westen herauszustreichen und mischt wie mit allen anderen Bemerkungen kräftig mit im Spiel der wechselseitigen Beschuldigungen. Diejenigen, die solche Erfindungen wie die angeblichen sexuellen Eskapaden Trumps mit russischen Prostituierten bestellt hätten, so Putin, "um den gewählten Präsidenten zu erpressen und ihre politische Agenda durchzusetzen, sind schlimmer als Prostituierte. Sie haben keine moralischen Hemmnisse. Russland ist immer mit solchen Menschen, unseren Gegnern, konfrontiert. Die Tatsache, dass solche Methoden gegen den designierten Präsidenten der USA benutzt werden, ist sicherlich beispiellos und ist niemals zuvor geschehen. Das zeigt den starken Verfall bei den politischen Eliten im Westen, besonders in den USA." Das würde heißen, die russischen Eliten wären im Gegensatz dazu Vorbilder, möglicherweise versucht Putin aber auch, sich im Stil von Trump und anderen rechten Bewegungen/Parteien in Europa als Politiker von den "Eliten" abzugrenzen und sich als volksnahen Machthaber darzustellen, auch wenn dieser im Spinnennetz der Macht die Fäden zieht und wie Trump in sein Kabinett Milliardäre und andere aus der reichen Schicht holt, die Außenseiter höchstens gegenüber der bislang tonangebenden politischen Schicht sind, während in Wirklichkeit nur eine Elite die andere ablöst. (Florian Rötzer)

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