Quoten und Sternchen sind unverzichtbar

An den Worten sollt ihr sie erkennen

Die Autorin Deborah Steinborn ("Die Quote ist als Symbol wichtig") plädiert in der Wirtschaft für eine Differenzierung nach Geschlecht, etliche FeministInnen fordern eine Entdiskriminierung in der Sprache, etwa durch Einführung von Binnen-I oder Gender-*. Diese Vorschläge mögen einsichtig sein, denn niemand sucht sich seine Geschlechterrolle aus, in die er/sie/es hineingeboren wurde. Doch kann es bei der Einteilung nach biologischem Geschlecht wirklich bleiben?

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Der Ansatz, bei der Verteilung von Entscheidungspositionen und der Anpassung der Sprache nur Menschen mit zwei X-Chromosomen (biologische Frauen) zur privilegieren, verkennt, dass die Bevölkerung nicht nur in diese beiden Gruppen aufgeteilt ist. Auch bei der Nennung von personalen Substantiven sollte man/frau sich daher nicht nur auf das Ergänzen des generischen Maskulinums mit Gender-* und Femininum beschränken, weil andernfalls Menschen aus anderen sozialen Gruppen diskriminiert werden.

So ignorieren die FeministInnen eisern, das 2/3 der Weltbevölkerung Asiatinnen und Asiaten sind, diese aber aktuell in keiner Weise in der deutschen Politik vertreten werden. Daher sollten Menschen aus Asien auch in politischen und wirtschaftlichen Gremien durch Einführung einer Quote repräsentiert und auch sprachlich nicht leichtfertig ausgegrenzt werden.

-> Die korrekte Bezeichnung von "Politiker" soll daher künftig lauten: nicht*asiatische-Politiker*in.

Doch die Welt ist noch in weitere benachteiligte Gruppen aufgeteilt: So werden äußerlich attraktive Menschen in vielerlei Hinsicht bevorzugt und auch häufiger in politische Ämter gewählt (Ausnahme: Hessen). Daher sollten auch Repräsentanz hässlicher Menschen mit einer Quote gewährleistet werden.

-> hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Politiker*in.

Eine ähnlich entscheidende Ungleichbehandlung erfahren Menschen mit unterschiedlichem Vermögen. Daher sollten auch Menschen proportional zum Vermögensgefälle innerhalb der Bevölkerung entsprechend ihrer Schufa-Auskunft parlamentarisch vertreten sein. Da sich die Reichen in einer dramatischen Minderheit befinden und häufig dem Neid ihrer missgünstigen Mitmenschen ausgesetzt sind, sollten diese auch sprachlich besonders geschützt werden.

-> arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Politiker*in.

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Die Wählerschaft ist zudem tendenziell eingeteilt in Intellektuelle und Angehörige bildungsferner Schichten. Letztere wurden bislang nur von der NPD hinreichend parlamentarisch repräsentiert und könnten durch weitere Identifikationsangebote aus ihrer Isolation herausgeholt werden.

-> nicht*RTL-sehende-arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Politiker*in.

Auch seine Gesundheit kann sich niemand aussuchen. Menschen mit Pferdenaturen haben einen leichteren Weg als solche, die in ihrem sozialen Fortkommen mit medizinischen Barrieren zu kämpfen haben. Von einer Privilegierung kranker Mitmenschen sollten allerdings Alkoholiker ausgenommen werden, da diese in der Politik bereits ausreichend vertreten sind.

-> kranke*gesunde-nicht*RTL-sehende-arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Politiker*in.

Die Menschen interpretieren zudem ihre Umwelt aufgrund jeweils religiöser bzw. nichtreligiöser Grundauffassung unterschiedlich und erfahren je nach Identifikation eine differenzierte soziale Behandlung. Da ein einmal etablierter Glaube, der meist durch Erziehung und soziales Nahfeld aufgezwungen wurde, ebenso schwierig zu ändern ist wie Geschlecht, Reichtum oder Attraktivität, muss auch insoweit von einer unfreiwilligen Zugehörigkeit zu einer sozial abgrenzbaren Gruppe ausgegangen werden. Parlamentarisch ist eine Quotierung nach einzelnen Religionen sinnvoll. Angesichts der Vielfalt religiöser Gruppierungen dürfte eine sprachliche Quotenregelung hingegen unverhältnismäßig sein, so dass sich als korrekte Bezeichnung der Antagonismus anbietet, ob ein Glaube an mindestens ein höheres Wesen mit moralischem Imperativ gepflegt wird oder nicht.

-> atheistisch*religiöse-kranke*gesunde-nicht*RTL-sehende-arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Politiker*in.

Wie uns die medizinisch-psychologische Forschung lehrt, ist nicht nur das biologische Geschlecht angeboren, sondern auch die sexuelle Identifikation. So lieben etliche Menschen gleichgeschlechtlich, viele fühlen sich von Sado-Maso angesprochen, ca. 1% scheint asexuell zu sein, etliche rätseln noch. Um alle Gruppen gleichberechtigt zu würdigen, sollte im Anschluss an die simplifizierende maskulin-feministische Form die Bezeichnung LGBTQ/BDSM*nix angefügt werden.

-> atheistisch*religiöse-kranke*gesunde-nicht*RTL-sehende-arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Politiker*in*LGBTQ/BDSM*nix.

Die korrekte atheistisch*religiöse-kranke*gesunde-nicht*RTL-sehende-arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Menschen*in-LGBTQ/BDSM*nix-gerechte Schreibweise sollten künftige atheistisch*religiöse-kranke*gesunde-nicht*RTL-sehende-arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Schüler*innen*LGBTQ/BDSM*nix bereits in der Grundschule erlernen, und zwar durch durch qualifizierte atheistisch*religiöse-kranke*gesunde-nicht*RTL-sehende-arme*reiche-hässliche*attraktive-nicht*asiatische-Lehrer*innen*LGBTQ/BDSM*nix. Auch die Sprache von Behörden und atheistischen*religiösen-kranken*gesunden-nicht*RTL-sehenden-armen*reichen-hässlichen*attraktiven-nicht*asiatischen-Nachrichtensprechern*innen*LGBTQ/BDSM*nix sollte umgehend angepasst werden.

Die Folgen in der Politik dürften aufschlussreich sein. Wer sich etwa um ein politisches Amt bewirbt, muss ggf. seine Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe outen. Für die Quotierung nach biologischem Geschlecht ist nur dann Raum, solange diese nicht mit den Ansprüchen anderer atheistischer*religiöse-kranker*gesunder-nicht*RTL-sehender-armer*reicher-hässlicher*attraktiver-nicht*asiatischer-Quotenberechtigter*en*LGBTQ/BDSM*nix kollidieren. Es reicht also künftig nicht einfach, auf die Geschlechtszuordnung im Personalausweis zu verweisen, hilfreich ist vielmehr der transparente Nachweis der anderen genannten Kriterien.

Einzig diese umfassend quotierende Lösung harmoniert mit dem verfassungsrechtlichen Prinzip des Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes. Aus Absatz 3 ist zudem zwingend dem Benachteiligungsverbot wegen politischer Anschauungen Rechnung zu tragen. Daher sollten auch insoweit sämtliche politische Strömungen innerhalb des Spektrums der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aufzuzählen. Maßgeblich wäre insoweit die aktuelle Zulassung von Parteien zu den Bundestagswahlen -.

Die Zukunft gehört damit ohne Zweifel den

-> christ-demokratischen*sozial-demokratischen*frei-demokratischen*linken*bündnis-grünen*christlich-sozialen*piratischen*national-demokratischen*frei-wählenden*deutsch-alternativen*marxistisch-leninistischen*pro-deutschen*republikanischen*ökologisch-demokratischen*bürgerrechtsbewegten*Arbeit-Rechtsstaat-Tierschutz-Elitenförderung-basisdemokratisch-initiierenden*tierschützenden*vernünftigen*innovativ-und-gerecht-bündelnden*bündnis-21/RPPenden*verrenteten*sozial-gerechte,vierte-internationale-sektierende*bibeltreu-christlichen*volksabstimmenden*bayrischen*violetten*familiären*feministischen*rechten*nicht-wählenden*kommunistischen*bergisch-überparteilichen*gesamtdeutsch-bündelnden*Nein!-idealen- atheistischen*religiösen-kranken*gesunden-nicht*RTL-sehenden-armen*reichen-hässlichen*attraktiven-nicht*asiatischen-Politikern*innen*LGBTQ/BDSM*nix.

Änderungsbedarf gibt es natürlich auch im Sport, wo mit Steuergeldern unterstützte Wettkämpfe bislang in paternalistischer Weise nach Geschlechtern getrennt ausgetragen werden. Auch insoweit muss diese archaische Dichotomie aufgegeben und eine moderne Trennung nach christ-demokratischen*sozial-demokratischen*frei-demokratischen*linken*bündnis-grünen*christlich-sozialen*piratischen*national-demokratischen*frei-wählenden*deutsch-alternativen*marxistisch-leninistischen*pro-deutschen*republikanischen*ökologisch-demokratischen*bürgerrechtsbewegten*Arbeit-Rechtsstaat-Tierschutz-Elitenförderung-basisdemokratisch-initiierenden*tierschützenden*vernünftigen*innovativ-und-gerecht-bündelnden*bündnis-21/RPPenden*verrenteten*sozial-gerechte,vierte-internationale-sektierende*bibeltreu-christlichen*volksabstimmenden*bayrischen*violetten*familiären*feministischen*rechten*nicht-wählenden*kommunistischen*bergisch-überparteilichen*gesamtdeutsch-bündelnden*Nein!-idealen- atheistischen*religiösen-kranken*gesunden-nicht*RTL-sehenden-armen*reichen-hässlichen*attraktiven-nicht*asiatischen-Sportlern*innen*LGBTQ/BDSM*nix eingeführt werden.

Diese Pläne sind alternativlos. Ausreden wie "gewachsene Sprache", Schreibfaulheit oder "Twitter hat nur 140 Zeichen", ziehen nicht. Sprache schafft Realitäten. An den Worten sollt ihr sie erkennen! (Konrad Hartmann-Meister)

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