Raumsonde entdeckt ersten Exo-Planeten

Noch ist es ein Gasriese, der mit dem Teleskop von COROT gefunden wurde, aber die Messgenauigkeit lässt auf die Entdeckung von kleineren, erdähnlichen Gesteinsplaneten hoffen

Ende Dezember 2006 ist die europäische Raumsonde Corot - ein Projekt der französischen Weltraumbehörde zusammen mit der ESA und Wissenschaftlern aus Belgien, Brasilien, Deutschland, Österreich und Spanien - gestartet und hat seine Position in der Erdumlaufbahn in der Höhe von 823 Kilometern eingenommen (Jäger der erdähnlichen Welten). Mit dem Teleskop des Satelliten lassen sich weitaus kleinere extrasolare Planeten entdecken als von der Erde aus. Nachdem COROT (COnvection ROtation and planetary Transits) Anfang Februar die Beobachtung aufgenommen hatte, konnte nun schon der erste Planet aufgespürt werden.

Das Bild zeigt die Abnahme der von einem Stern kommenden Lichtintensität, die auf die Präsenz eines Planeten schließen lässt, der vor diesem voreizieht. Bild: CNS

Mit dem Teleskop werden die geringen Lichtschwächungen registriert, die entstehen, wenn ein Planet an seiner Sonne vorbeizieht. Da diese Lichtveränderungen nur sehr schwach sind, ist die Entdeckung von erdähnlichen Planeten in weit entfernten Sonnensystemen von der Erde aus sehr begrenzt. Allerdings konnte Astronomen erst Ende April die spektakuläre Entdeckung des ersten erdähnlichen Exo-Planeten in einer Entfernung von 20,5 Lichtjahren melden, der mit der Hilfe des Teleskops der Europäischen Südsternwarte (ESO) gefunden wurde. Der Planet ist nur 1,5 Mal so groß wie die Erde und könnte mit Felsen oder Wasser bedeckt sein (Erdnaher planetarer Artverwandter). Der erwartete Coup, mit COROT erstmals einen erdähnlichen Planeten zu finden, ist also nicht geglückt.

Der jetzt nach einstündiger Beobachtung entdeckte Exo-Planet wurde Corot-exo-1b genannt und befindet sich 1.500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Monoceros. Der Planet, der in 1,5 Tagen seine Sonne umrundet, ist ein heißer Gasriese mit einem Durchmesser zwischen 200.000 und 250.000 km und einer Masse, die 1,3 Mal der von Jupiter entspricht. Allerdings muss erst noch eine genaue Auswertung der Daten erfolgen. Mit Corot-exo-1b wurden bislang insgesamt 232 Exo-Planeten entdeckt.

Auch wenn der Gasriese nicht erdähnlich und auch keineswegs bewohnbar ist, so zeigt, wie die ESA sagt, die genaue Messung, dass die Instrumente gut arbeiten und dass sich nach Fehlerbereinigung auch Gesteinsplaneten erkennen lassen, die so groß wie die Erde sind. Die Wissenschaftler hoffen auch, dass sie das von Planeten reflektierte Sonnenlicht messen können, wodurch man Hinweise auf die chemische Zusammensetzung gewinnen könne.

Aufnahme von 50 Sternen mit dem "Exo-Channel" von COROT in der Nacht zwischen dem 31. Januar und dem 1. Februar. Im Hinblick auf die Existenz von Exo-Planeten können nur die weiß erscheinenden Sterne analysiert werden. Bild: CNS

Die Mission von COROT ist auf zweieinhalb Jahre angelegt. Dabei werden fünf Sternenfelder mit jeweils 12.000 Sternen jeweils 150 Tage lang beobachtet, um nach weiteren extrasolaren Planeten zu suchen. Man hofft auf einige Dutzend Entdeckungen von Gasriesen und erdähnlichen Gesteinsplaneten. Die gewonnenen Erkenntnisse sind Grundlage für weitere geplante Missionen wie Kepler oder Darwin. Neben der Entdeckung von Exo-Planeten wird mit COROT auch Analysen von stellarer Schwingungsmoden (Astroseismologie) durchgeführt. Aus den gemessenen Bebeb lässt sich die Masse der Sterne, deren Alter und auch deren chemische Zusammensetzung erschließen. (Florian Rötzer)

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