Recycling von Computern

Von der Datenautobahn auf die Straße

Die Informationsgesellschaft mag zwar im Prinzip umweltfreundlicher als vorhergehende Techniken sein, doch bislang hat die Vernetzung nicht zu einem geringeren Verkehrsaufkommen oder gar zu einem papierlosen Büro geführt. Die Verarbeitung und der Transport der digitalen Daten schafft überdies eine wachsende Menge an Hardware von Computern, peripheren Geräten und allen möglichen Mobiltechniken, die allesamt in einer großen Geschwindigkeit veralten und auf dem Müll landen. Die Schwierigkeit ist überdies, daß die digitalen Geräte aus vielen unterschiedlichen Materialien bestehen, die das Recycling aufwendig machen.

Die amerikanische Umweltbehörde hat mit dem American Plastics Council nun eine Idee entwickelt, wie der Müll vom Information Superhighway wieder auf die wirklichen Straßen im Lande kommen kann. Das Vorhaben sieht vor, aus den Plastikbestandteilen von Computern, Druckern oder Scannern eine Asphaltmischung herzustellen, mit dem sich dann die zahlreichen Schlaglöcher auf den Straßen füllen lassen. Ab 1. September läuft das Projekt in Massachussetts an. Computer und Bildröhren dürfen dann nicht mehr auf Müllplätzen deponiert werden, sondern sollen dem neuen Zweck dienen.

Die Umweltbehörde schätzt, daß in Massachussetts in den nächsten Jahren mehr als eine Million Computer und Fernsehgeräte im Müll landen werden. Elektronische Geräte tragen jetzt schon mit jährlich 75000 Tonnen zum Müllaufkommen bei. Bis zum Jahr 2006 geht man von jährlich 300000 Tonnen aus. Es können also viele Löcher auf Straßen gefüllt werden - oder vielleicht werden irgendwann die Autos gleich auf Straßen rollen, deren Asphalt aus Computerteilen besteht. Auf jeden Fall erweist sich so, daß die Metapher von der Datenautobahn einen wahren Kern enthält. (Florian Rötzer)

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