Roboter gegen Nacktschnecken

Die Energie für den "autonomen" Roboter soll durch Fermentierung der Schnecken entstehen

Gegen die Nacktschneckenplage könnten in Zukunft Roboter den Landwirten und Gartenbesitzern beistehen. Wissenschaftler der Intelligent Autonomous Systems Group der University of the West of England in Bristol haben dazu einen Prototypen namens SlugBot entwickelt.

SlugBot ist mit vier Rädern und einem 1,8 Meter langen Greifarm mit drei "Fingern" ausgestattet. An diesem ist auch eine kleine Videokamera angebracht, um die Beute zu entdecken. Ein roter Filter soll bei der Identifizierung helfen. Wenn SlugBot die Umgebung mit roten Licht bestrahlt, heben sich die Nacktschnecken als weiße Flecken vor einem dunklen Hintergrund ab. Und um nicht andere Lebewesen zu erwischen, werden die Umrisse der Tiere auf den Bildern mit einer speziellen Erkennungssoftware geprüft, bevor der Greifarm sie packt und mit einem maximalen Geschwindigkeit von 10 Nacktschnecken pro Minute in einen Behälter steckt.

Angetrieben wird SlugBot von wiederaufladbaren Batterien. Das Ziel der Entwickler ist, dass der Schneckenvernichtungsroboter über die Benutzung des GPS und einem Infrarot-Lokalisierungssystem zur Aufladestation zurückkehrt, wenn der Behälter voll ist oder die Batterien zur Neige gehen. Und dann soll Folgendes geschehen: SlugBot füllt die Schnecken in eine Fermentierungskammer, in der Bakterien sie zu Biogas verarbeiten, das die Energie für einen Generator liefert, um die Batterien wieder funktionsfähig zu machen.

Ganz billig ist SlugBot noch nicht, aber er könnte wirklich nützlich sein, wenn er sich im Gelände bewegen kann, denn die Schneckenplage ist überall groß - bis zu 200 auf einen Quadratmeter. Für die Wissenschaftler ist der Roboter neben seiner möglichen Anwendung jedoch vor allem Bestandteil eines Projekts, Roboter mit einer den Tieren ähnlichen Selbstgenügsamkeit im Hinblick auf Information und Energie zu schaffen. Man hat sich für die Schnecken entscheiden, weil sie einige Vorteile bieten: sie sind langsam und relativ leicht zu erwischen, sie sind groß genug, in Massen vorhanden und haben weder einen Panzer noch ein Skelett: "Technisch gesehen ist es interessanter, eine bewegliche Beute zu fangen, als lediglich Pflanzen einzusammeln." (Florian Rötzer)