Rüsten die Griechen für die Allianz?

Griechisches U-Boot S-120 Papanikolis (Typ 214) in Kiel; Foto: GDK/CC BY-SA 3.0

US-Admiral lobt Griechenlands Beitrag zur NATO

James G. Foggo III ist Admiral der US Navy. Er dient derzeit als Kommandant der US Naval Forces Europe. Gleichzeitig ist er Kommandeur der US Naval Forces Africa und des Alliierten Joint Force Command Neapel. Der Achtundfünfzigjährige gab dem Journalisten Vassilis Nedos der griechischen Kathimerini ein Interview, welches sehr interessante Details der Strategie der US-Streitkräfte und der NATO beleuchtet. Foggo lobt die Kooperation der griechischen Regierung mit dem Verteidigungsbündnis.

Foggo diente bereits ab 1984-1985 im östlichen Mittelmeer. Er erinnert sich daran, dass zu Zeiten des Kalten Krieges viele Unterseeboote des Warschauer Pakts in der Region präsent waren. Diese, so erinnert sich Foggo, seien nach dem Fall der Mauer in Berlin verschwunden. Heute, so Foggo, seien die Russen wieder präsent. Sie hätten bereits 1971 vom Vater des amtierenden Präsidenten Syriens Bashar al-Assad Rechte zur Nutzung des Hafens von Tartus erhalten. Foggo sieht in Syrien, dem Iran und der Hisbollah die Kräfte, welche die Region destabilisieren:

Wenn all dies mit der Handelsschifffahrt, der legalen und der illegalen, mit der Sorge vor terroristischen Aktionen auf dem offenen Meer, der Präsenz russischer und syrischer Kräfte, mit amerikanischen Kräften und der NATO vermischt wird, dann resultiert ein explosiver Cocktail. Und dies trägt dazu bei, dass die Spannungen im östlichen Mittelmeer steigen. Daher ist es besonders wichtig, dass die griechische Marine stark ist.

James G. Foggo III, Admiral der US Navy

Er bestätigt damit die vor allem aus dem linken politischen Lager stammenden Kritiker in Griechenland, die als Motiv der weiterhin exorbitanten Verteidigungsausgaben nicht nur die Landesverteidigung, sondern vor allem die Interessen der NATO sehen.

Premierminister Alexis Tsipras gehörte vor seiner Wahl zum Regierungschef ebenfalls zu den Kritikern. Heute bescheinigt ihm Foggo, dass das Verhältnis der USA und der Allianz zu Griechenland nie besser als heute gewesen sei.

Die Kritiker bemängeln, dass zum Beispiel U-Boote der Baureihe 214 für die Zwecke der Verteidigung gegen Griechenlands liebsten Erzfeind, die Türkei, vollkommen überdimensioniert seien. Foggo erklärt, wie wichtig ein bei einem gemeinsamen Manöver der USA mit Israel eingesetztes U-Boot der griechischen Marine vom Typ 214 eine entscheidende Rolle gespielt habe.

Dieses spezifische U-Boot ist perfekt. … Es ist außerordentlich leise und außerordentlich todbringend. Und das ist genau das was wir im östlichen Mittelmeer als NATO brauchen, um ein sicheres Umfeld auf dem offenen Meer zu schaffen.

James G. Foggo III, Admiral der US Navy

Foggo lobt ebenfalls die Kooperation der Griechen hinsichtlich der Militärbasis Souda bei Chania auf Kreta. Den dortigen Flughafen würden die US-Streitkräfte "ständig nutzen". Die Basis verfüge über einen Seehafen mit Weltklasse, schwärmt Foggo. Zudem gäbe es eine neue Pier, an der auch Flugzeugträger anlegen könnten. Die Basis wäre, so Foggo, auch für mögliche Einsätze in neuen Krisenherden in Nordafrika wichtig.

Der Admiral wich Fragen zu den jüngsten griechisch-türkischen Spannungen geschickt aus. Hinsichtlich der Flüchtlingskrise hob er die Rolle der NATO als erfolgreich regulativ eingreifende Kraft hervor. Beide Seiten, Griechen und Türken würden, meint Foggo, perfekt mit der NATO in der Flüchtlingsfrage zusammen arbeiten.

(Wassilis Aswestopoulos)

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