Ruß von Emissionen kann die Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika stärken

Multi-resistente Staphylococcus aureus (gelb). Bild: NIAD

Luftverschmutzung scheint immer mehr Gesundheitsrisiken mit sich zu bringen, Feinstaub und Ruß erhöhen Anzahl der Brüche wegen abnehmender Knochendichte, auch auf Spermien wirkt sich Feinstaubbelastung aus

Die Luftverschmutzung durch Emissionen der Fahrzeuge, Heizungen, Industrie und Energieerzeugung (Schwefeldioxid, Stickoxide, Feinstaubpartikel) trägt bekanntlich nicht nur zur Klimaerwärmung bei, sondern verursacht viele Gesundheitsschäden und vorzeitige Tode. Weltweitweit sterben jährlich Millionen von Menschen vorzeitig durch die Luftverschmutzung im offenen Raum, in der EU soll es fast eine halbe Million Menschen sein. Nach der WHO ist Luftverschmutzung die schlimmste Umweltgesundheitsgefährdung.

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Um die besonders in Städten hohe Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid zu senken, muss nach der EU-Kommission ein Verbot für Dieselfahrzeuge in belasteten Städten eingeführt werden. Nach dem Umweltbundesamt sind bei Erwachsenen über 30 Jahren aufgrund von Schätzungen "etwa 11 bis 14 Prozent (%) aller Todesfälle aufgrund kardiopulmonaler Erkrankungen und etwa 16 bis 20 % aller Todesfälle infolge von Lungenkrebs auf den Umweltstressor Feinstaub zurückzuführen".

Typischerweise verursacht Luftverschmutzung Atemwegs- und Kreislauferkrankungen. Aber es werden noch eine Reihe weiterer gesundheitlicher Folgen vermutet. So sollen, so eine in The Lancet Planetary Health eben veröffentlichten Studie, PM2,5-Feinstaub und Ruß, die vor allem durch Fahrzeugemissionen entstehen, die Werte des Nebenschilddrüsenhormons Parathormon (PTH) reduzieren, das den Calziumspiegel im Blut reguliert. Damit zusammenhängen könnte, dass gleichzeitig die Knochendichte sinkt. Das führt wiederum dazu, dass bei den Menschen, die höherer Luftverschmutzung ausgesetzt sind, die Zahl der Knochenbrüche ansteigt.

In einer anderen Studie, die gerade in der Zeitschrift "Occupational and Environmental Medicine" veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler der Universität Hongkong in Taiwan untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen hoher PM2,5-Feinstaub-Aussetzung und der Qualität der Spermien gibt. Untersucht wurden zwischen 2001 und 2014 die Zahl und Qualität der Spermien von 6475 Männern und die Feinstaubbelastung an ihrem Wohnort. Dabei zeigte sich, dass mit wachsender Feinstaubbelastung zwar die Zahl der Spermien steigt, gleichzeitig aber sinkt die Zahl der morphologisch normal geformten Spermien.

Inwieweit sich das auf die Fruchtbarkeit auswirkt, geht aus der Studie nicht hervor. Die Wissenschaftler vermuten, dass die steigende Zahl von Spermien eine kompensierende Reaktion auf sinkende Zahl von normal geformten Spermien sein könnte. Insgesamt scheint die Zahl der Spermien jedoch teils dramatisch zurückgegangen zu sein, worauf die zunehmende Unfruchtbarkeit zurückgeführt wird (Samenzahl hat sich bei westlichen Männern in 40 Jahren halbiert ).

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