Russische Firma stellt mit 3D-Druck hergestellte Drohne vor

Mit 3D-Druck hergestellte Drohne. Bild: opkrt.ru

Massenhaft könnten nun Drohnen vor Ort für den Einsatz auch als Kamikaze-Drohnen hergestellt werden

Der russische Rüstungskonzern UIMC hat auf der Industriemesse Innoprom in Jektarinburg eine Drohne vorgestellt, die mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde. Die Drohne sei bereits auf ihre Flugtauglichkeit getestet worden, sagt die Firma, was immer das heißen mag.

Das Ausdrucken der Drohnenteile würde einen Tag benötigen. Dann sei die Drohne mit einer Flügelspanne von 2,4 Metern, einem Gewicht von 4 kg und einer Reichweite von 50 km innerhalb von 15-20 Minute zusammengebaut. Sehr praktisch also, wenn man vor Ort schnell eine Drohne benötigt und einen entsprechenden 3D-Drucker zur Hand hat. Schon länger lassen sich Drohnenteile ausdrucken. Airbus hat im Juni erst eine Thor genannte Drohne vorgestellt, die allerdings für die über 1000 Teile einen Monat zum Ausdrucken benötigt, aber auch vier Meter lang ist und 25 kg wiegt. Der Preis liegt bei 25.000 US-Dollar, also nicht sonderlich billig, Antrieb und Steuerung können nicht ausgedruckt werden.

Den Antrieb kann man allerdings nicht ausdrucken, der wird von einer russischen Firma geliefert. Das beschränkt noch den Einsatz der 3D-Druck-Technik auf den Rumpf, die Flügel und den Schwanz der Drohne. Der Flugzeugkörper ist mit einer Abdeckung für den Propeller versehen, um das Gewicht zu reduzieren und eine bessere Aerodynamik zu ermöglichen. Die Drohne könne verschiedene Kameras und Kommunikationstechniken mit sich führen und für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt werden.

Sergey Skokov, der Vize-CEO, schwärmt, dass die additive Technik die Herstellung bedeutend schneller und billiger mache. Falls ein Teil der Drohne im Einsatz beschädigt werde, könne man diesen schnell - auch vor Ort - ausdrucken und austauschen. Und die billigen ausgedruckten Drohnen könnten dann auch massenhaft in militärischen Konflikten eingesetzt werden, weil das Risiko, dass Drohnen zerstört oder beschädigt werden, kaum mehr ins Gewicht falle. Erwähnt wird in russischen Medienberichten auch, dass solche Drohnen als Kamikaze-Drohnen einsetzbar wären. Das wären also technische Selbstmordkommandos, die deswegen attraktiv werden, weil die Drohnen so billig und schnell herstellbar werden, dass man sie als Munition verwenden kann.

Was bei solchen Meldungen über technische Fortschritte, die neue Anwendungen und strategische Vorteile ermöglichen, gewöhnlich nicht gesagt wird, ist, dass mit 3D-Druck hergestellte Drohnen natürlich auch von Gegnern, Kriminellen und Terroristen eingesetzt werden können. Auch die können dann Drohnen unabhängig von Waffenrestriktionen und kommerziellen Angeboten selbst im Do-it-Yourself-Verfahren ausdrucken. Schon jetzt ist die Überlegenheit der staatlichen Truppen auf den Einsatz von großen und auch bewaffneten Drohnen beschränkt, während Aufständische oder Terroristen wie in Syrien oder im Irak routinemäßig Drohnen zur Überwachung, zum Auskundschaften und für Propagandazwecke verwenden. Und man muss darauf warten, bis erstmals eine Drohne für einen Anschlag verwendet wird, um einen menschlichen Selbstmordattentäter zu ersetzen. (Florian Rötzer)