Russlands Verzicht auf MH17-Aufklärung

Zweifel am Abschuss durch ein BUK-System

In seiner Reportage befasst sich Billy Six mit den Recherchen von Correctiv und deckt etliche Widersprüche und Lügen auf. Ebenso nimmt er kritisch zum Abschlussbericht des niederländischen Untersuchungsteams Stellung. Dessen Ergebnisse beruhen zu wesentlichen Teilen auf Informationen und Materialien des ukrainischen Geheimdienstes SBU und des investigativen Netzwerks Bellingcat. Dass sich diese Recherchegruppe häufig manipulativer Techniken bedient hat, wird in der Dokumentation von Gabriele Wolff nachgewiesen. Ebenso dürfte der SBU als Bezugsquelle kaum vertrauenswürdig sein, da er verständlicherweise darum bemüht ist, eine mögliche Urheberschaft der ukrainischen Seite zu vertuschen.

Screenshot aus dem Video des Dutch Safety Board

Neben Billy Six sind zahlreiche Autoren alternativer Medien wie auch auswärtige Experten davon überzeugt, dass die MH17 nicht durch eine BUK-Rakete vom Himmel geholt wurde, sondern durch einen ukrainischen Kampfjet. So verweist Bernd Biedermann, der auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit BUK-Systemen zurückblicken kann, in einem Faktencheck auf folgende Aspekte:

  • Obwohl die gesamte Region dicht besiedelt ist, gibt es keine glaubwürdigen Zeugen für den Start einer BUK-Rakete. Dieser wäre kilometerweit zu hören und noch Minuten später am Kondensstreifen zu erkennen gewesen.
  • Fast alle Einschusslöcher befinden sich im Cockpit, und deren runde Form weist eher auf die Bordkanone eines Militärjets hin. Gemäß ihrer Konstruktion explodiert eine BUK-Rakete in einer Entfernung zwischen 5 und 15 m zum Flugzeug und nicht den vom JIT behaupteten 1,6 m. Dann wäre aber der Rumpf nicht nahezu unversehrt geblieben.
  • Bei der Durchdringung der Wände durch Schrapnelle wäre Reibungshitze entstanden, die sofort alle entzündbaren Materialien in Brand gesteckt hätte. Wo Flugzeugteile tatsächlich brannten, geschah dies erst nach dem Aufprall am Boden.

Gleichwohl benötigten die Separatisten kein BUK-System, weil sie mit handgestützten Waffen alles abschießen konnten, was ihnen gefährlich wurde. Ebenso wenig Nutzen hätte die Ukraine davon, da kaum jemand ernsthaft an die eigene Propaganda eines bevorstehenden russischen Luftangriffs glaubte. Dass überhaupt ein ukrainischer Kampfjet für den Abschuss der MH17 verantwortlich sein könnte, wurde zuerst von Medienvertretern am Absturzort verbreitet, nachdem sie entsprechende Hinweise von vielen Augenzeugen erhielten. Was wäre in diesem Fall ein mögliches Szenario?

Nach Peter Haisenko unterstützen zahlreiche Belege die Annahme, dass die MH17 zuerst durch eine SU25 mit einer Luft-Luft-Rakete beschossen wurde, die wärmegesteuert den rechten Motor traf. Daraufhin flog die Boeing weiter, musste aber ihre Geschwindigkeit drastisch reduzieren. So gelang es dem Jagdflieger, das Cockpit mit einer Bordkanone zu beschießen, vermutlich zweimal, einmal von jeder Seite. Die Piloten der MH17 waren sofort tot, sodass sie keinen Funkspruch absetzen konnten. Durch die veränderten Druckverhältnisse trennte sich das Cockpit ab und fiel mittels eigener Schwerkraft zu Boden, während der Rumpf noch 25 km weiter trieb.

Als Motiv vermutet Haisenko, dass der Pilot des Kampfjets den Auftrag hatte, die IL96 abzuschießen, in der sich Wladimir Putin auf dem Heimflug vom BRICS-Treffen in Brasilien befand. Da sich beide Flugzeuge ähneln, hätte er den Fehler zu spät bemerkt. Um die Spuren seines Irrtums zu verwischen, hätte er die MH17 mithilfe der Bordkanone zum Absturz gebracht, bevor sie in den russischen Luftraum eintreten konnte.