SDF kappt wichtige Versorgungslinien des IS

Syrien: Die Syrischen Demokratischen Kräfte haben eine Schlinge um Manbij gezogen. Kämpfe um Aleppo deuten auf gut bewaffnete Dschihadisten und Salafisten

Der SDF-Kampfverbund aus syrisch-arabischen Milizen sowie den kurdischen YPG-Einheiten, der von der US-Luftwaffe sowie Special Forces unterstützt wird, hat strategisch wichtige Dörfer im Umkreis der Stadt Manbij aus der Kontrolle des IS befreit. Bereits gestern kreisten Jubelbilder.

Heute bestätigte der Sondergesandte des amerikanischen Präsidenten Barack Obama für den Kampf gegen den IS, Brett McGurk, dass die SDF die wichtige Verbindungsstraße zwischen Manbij und al-Bab gesperrt und eine Schlinge um den Ort Manbij gezogen haben: Die Terrorsiten des IS seien vollkommen umzingelt und hätten keine Chance, aus Manbij herauszukommen.

Damit sei eine weitere wichtige Versorgungsarterie der IS-Milizen gekappt, meldet die englisch-sprachige Ausgabe der Hurriyet. Zuvor war die Straße von Manbij nach Jarabulus unter die Kontrolle der SDF gekommen - ebenso wie die Verbindung von Manbij zur "Hauptstadt" des IS, Raqqa.

"Wenn die Dschihadisten jetzt die türkische Grenze von Raqqa aus erreichen wollen, dann sind sie zu einer Route gezwungen, die wegen der syrischen Armee und der russischen Luftangriffe sehr gefährlich ist", wird Abdel Rahman vom Syrian Observatory for Human Rights zitiert.

In der türkischen Regierung werden die Erfolge der YPG nicht gerne gesehen, um es milde auszudrücken. Weswegen die USA sich bemüht haben, die SDF-Operation so darzustellen, dass syrische-arabische Stämme und Milizen unter Führung des Manbij Military Council nach außen die Fahnen halten, die maßgebliche Rolle der YPG ist dennoch allen Beteiligten klar. Offizielle Sprachregelung ist, dass die YPG für die Logistik verantwortlich ist.

Die USA haben nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in die Forderung der türkischen Regierung eingewilligt, wonach sich die YPG nach Ende der Operationen nicht mehr westlich des Euphrats aufhalten dürfe. Der türkische Außenminister sprach von Garantien, die die USA dafür gegeben hätten.

Auch die Nachricht von der Wiedereröffnung der Grenze zwischen den kurdischen Gebieten in Syrien und dem Irak , die vom Sondergesandten McGurk begrüßt wurde, dürfte in Ankara eine andere Aufnahme gefunden haben.

Die syrische Armee (SAA), die weiter südlich in die Provinz Raqqa vordringt, rückt nach Informationen der regierungsfreundlichen al-Masdar-News langsam auf den Militärflughafen Tabqa vor (vgl. dazu Syrien: Baldiges Ende des IS-Kalifats?).

In der Publikation ist allerdings auch die Rede von Verlusten und Schwierigkeiten der SAA bei den al-Mallah-Farmen im Norden Aleppos. Im April kamen aus dem Gebiet noch SAA-Erfolgsmeldungen, nun heißt es, dass die Offensive nicht nach Plan verlaufe und der Widerstand der islamistischen Rebellen höher als vermutet sei.

Dies bestätigt Annahmen, wonach die dschihadistisch-salafistische Kampfallianz mit der al-Nusra Front und Ahrar al-Sham im Zentrum sich während der Waffenruhe verstärkt haben.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte, dass weiterhin große Waffenlieferung an die Gruppen in der Region und in Aleppo beobachtet würden. Sie ließ verstehen, dass die Transporte über die Türkei erfolgen und zitierte Journalisten, die von türkischen Militärberatern sprechen, die mit den islamistischen Gruppen zusammenarbeiten.

Die Allianz Jaish al-Fateh, vor allem von der al-Nusra Front und Ahrar al-Sham getragen, machte Anfang Juni durch eine Offensive in der Region Aleppo darauf aufmerksam, dass sie an Stärke gewonnen haben.

Indessen berichten US-Publikationen von Indizien dafür, dass sich innerhalb der US-Führung, zwischen dem Pentagon und der CIA, größere Differenzen in der Strategie und Unterstützung von Gruppen zeigen.

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