Was sind Sachwerte?

Das Handelsgesetzbuch verwendet an knapp 200 Stellen den Begriff des Vermögensgegenstandes. Definiert wird er ulkiger Weise nirgendwo. Nach herkömmlicher Rechtsauffassung jedoch sind Vermögensgegenstände

Anzeige

a) materielle Güter, also bewegliche und unbewegliche Sachen;

b) immaterielle Güter, hier vor allem Schuldforderungen aller Art und Rechtsgüter wie etwa Patente, Lizenzen, Warenzeichen oder Urheberrechte.

Entscheidend ist: Vermögensgegenstände müssen selbstständig, d .h. einzeln und unabhängig voneinander bewertbar und einzeln veräußerbar sein. Am besten geht beides bei Sachen. Für deren wirtschaftliche Bewertung gibt es nämlich Gesetze und Verordnungen wie das Bewertungsgesetz (BewG) oder die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV). Es gibt das Bilanzrecht. Unterschiedlichste Bilanzierungsregeln. Oder es gibt Gutachter, Sachverständige und Zertifikate. Kurz gesagt: Sachwerte sind in der Regel recht objektiv ermittelbare Werte.

Sachen können gemäß § 90 BGB "nur körperliche Gegenstände" sein. Also entweder eine Immobilie, d. h. eine unbewegliche Sache (ein Grundstück oder ein grundstücksgleiches Recht) oder eine bewegliche Sache. Letzteres wiederum kann alles sein: von der kompletten Fabrik über eine Maschine, ein Fahrzeug oder ein Schmuckstück - bis hin zu Kartoffeln.

Simpel gesagt: Wenn Sie es nicht anfassen - oder wenigstens ansehen - können, ist es keine Sache.

Nach unserem Verständnis ist es dann - wohlgemerkt: im Sinne einer Geldanlage - auch nichts wert.

Wenn Sie pingelig sind, kaufen Sie beim Gemüsehändler Ihres Vertrauens immer nur Kartoffeln, die Sie sich vorher einzeln genau angeschaut haben. Wenn Sie es nicht ganz so genau nehmen, dann kaufen Sie ein Pfund Kartoffeln. Darum zählen Kartoffeln zu den so genannten "vertretbaren Sachen". Laut § 91 BGB sind das jene beweglichen Sachen, "die im Verkehr nach Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt zu werden pflegen".

Anzeige

Auf Basis dieser Definition leuchtet es ein, warum nicht nur Kartoffeln, sondern auch Geld, Aktien oder Anleihen "vertretbare Sachen" sind. Warum Sie also jeden beliebigen Zehner als Wechselgeld akzeptieren. Oder warum sie zwanzig Daimler-Aktien kaufen - die Sie zudem niemals in den Händen halten werden.

Der schwäbischen Hausfrau leuchtet eher folgende Regel ein: Augen auf beim Kartoffelkauf! Sie kauft Kartoffeln nicht im Sack, sondern durchwühlt mit kritischem Blick die Kiste. Wir sind bekennende Fans der schwäbischen Hausfrau. Wie sie haben wir daher ein eher gespanntes Verhältnis zu "vertretbaren Sachen". Erst recht zu Optionen auf die Kartoffelernte 2018.

Sachwerte haben sich seit Jahrhunderten bewährt. In Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrisen bieten sie den bestmöglichen Schutz für Vermögen jeder Größenordnung. Die Geschichte beweist: Sachwerte sind die einzig verlässlichen Wertspeicher. Ihr Geldwert - oder ihr Buchwert - mag schwanken. Aber völlig wertlos können Sachwerte niemals werden.

Folgende Sachwerte haben sich seit Generationen bewährt:

Edelmetalle; insbesondere die Geldmetalle Gold und Silber

Anlagediamanten; hier ausschließlich in lupenreine, GIA-zertifizierte Diamanten der höchsten Qualitätsstufe, die nach internationalen Regeln fair gehandelte wurden

streng ausgewählte klassische Aktien von seriösen Unternehmen

Land, also Wald, Äcker und Wiesen

streng ausgewählte Gewerbe- und Wohnimmobilien; besteht hier der Verdacht, dass ein Markt überhitzt ist, raten wir davon ab.

Da auch Sachwerte selbstredend Werteschwankungen unterliegen, ist eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen zielführend. Schwankungen werden so gemindert und das Gesamtportfolio gleichzeitig stabilisiert. Kurzfristige Rückschläge sollten zur antizyklischen Nachkäufen genutzt werden.

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller Der größte Raubzug der Geschichte - warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. 2016 veröffentlichten sie ihr aktuelles Buch Kapitalfehler - Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen und legten Deutschlands ersten offenen Investmentfonds für Sachwerte an.

(Matthias Weik und Marc Friedrich)

Anzeige