San Bernardino: Todeschützen "auf einer Mission"

Nach der Schießerei mit 14 Toten in einer kalifornischen Sozialeinrichtung wird erneut klar, dass die USA ein Problem mit der Waffengewalt haben, über die Motive der Täter wird gerätselt

Es gibt in den USA mehr Tage im Jahr, an denen sich ein mass shooting ereignet, als Tage ohne solche Schock-Geschehen. Der Angriff mit .233-Kaliber-Sturmgewehren , halbautomatischen Handfeuerwaffen und Sprengsätzen, dem gestern ein kalifornisches Behindertenzentrum ausgesetzt war, war das 355. mass shooting im Jahr 2015, laut Zählung der Washington Post.

Screenshot, News von ABC7

Die New York Times berichtet gar, dass sich nach ihren statistischen Daten täglich "mehr als eins" ereigne.

Keine Parallele irgendwo sonst auf der Welt

Am gestrigen Tag gab es in Kalifornien 14 Tote, "eine fürchterliche Tragödie", aber aller Wahrscheinlichkeit nach wurden 88 weitere Personen in den USA am durch Schusswaffen getötet, so die Aussage des Forschungsleiters von Everytown for Gun Safety, einer Organisation, die sich gegen die Waffengewalt engagiert.

Es ist schwierig, den Begriff mass shooting in einen brauchbaren deutschen Begriff zu übersetzen, sehr viel schwieriger ist es, das Phänomen zu begreifen. Es ist ein amerikanisches Phänomen. Präsident Obama erklärte nach dem Gemetzel im Inland Regional Center, einer Sozialeinrichtung in San Bernadino:

Die eine Sache, die wir wissen, ist, dass wir ein Muster von Schießereien mit vielen Toten in diesem Land haben, das keine Parallele irgendwo sonst auf der Welt findet.

Die beiden Täter hätten gehandelt, "als ob sie sich auf einer Mission befanden", gab der zuständige Polizeichef Burguan zu Protokoll.

Wer kommt nach einem "Streit auf einer Weihnachtsfeier" im schwarzen Kampfanzug, mit schwarzer Gesichtsmaske, schwer bewaffnet wieder zurück und nicht allein, sondern zu zweit, mit seiner Frau?

Doch nur Täter, die sich auf einen solchen Akt vorbereitet haben, erklärt der Chef des San Bernardino Police Department, Jarrod Burguan.

Vorbereite Aktion

In mehreren Berichten ist davon die Rede, dass die beiden Angreifer auf der Flucht vor der Polizei Granaten oder anderen Sprengstoff aus ihrem Auto geworfen hätten, in andren heißt es, dass Fahnder des Büros für Alkohol, Tabak, Waffen und Sprengstoff (ATF) mindestens drei Bomben gefunden hätten, die die mutmaßlichen Schützen zurückgelassen hatten.

Die Verfolgungsjagd endete mit dem Tod des 28-jährigen Syed Rizwan F. und seiner Frau, der 27-jährigen Tashfeen Malik. Ihr Auto, ein Ford-SUV, wurde von Kugeln durchsiebt.

Zwischendrin, in der Konfusion der Ereignisse - manche, die sich in dem großen Gebäudekomplex des Behindertenzentrums, hielten das Geschehen zunächst für eine Polizei-Übung - hieß es, dass es drei aktive Schützen gebe. Miitlerweile geht man von der Alleintäterschaft der beiden genannten aus. Ein seltenes Phänomen, die allermeisten mass shootings würden von einer Person ausgeführt.