Scharia-Staaten kaufen sich in westliche Gesellschaften ein

Bild: Birgit Gärtner

Handelsbeziehungen mit arabischen Staaten haben weitreichende Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft

Von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt, fand Anfang September 2018 in Berlin das Katar-Deutschland Forum für Business und Investment statt: Ein Treffen etwa 900 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft verschiedener europäischer Staaten mit einer mehr als 300-köpfigen Delegation aus Katar, angeführt von Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani. Der Emir hatte 10 Milliarden Euroim Gepäck, die er in Europa zu investieren gedachte.

Dieses Treffen ist nicht das einzige seiner Art, auch mit anderen Staaten findet ein entsprechender Austausch statt. Um zahlungskräftige Araber nach Deutschland zu holen, werden weder Kosten noch Mühen gescheut: So wurden laut Tagesspiegel in die Vivantes-Klinik in Berlin-Spandau "1,5 Millionen Euro in eine Komfortstation mit 53 Betten investiert".

Neben Komfort für den gehobenen Bedarf reicher Araber und auch Chinesen, wird diese Komfortstation entsprechend ausgestaltet, zum Beispiel durch ein entsprechendes Speisen-Angebot und auch "kultursensiblem" Personal, so etwa Frauen mit Hijab, wie es eine Stellenanzeige nahelegt.

Im Vordergrund solcher Treffen steht, die Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen auszuloten. So haben deutsche Konzerne ein Interesse daran, in den Golfstaaten Zweigstellen errichten zu können, ohne einheimische Partner mit ins Boot holen zu müssen. Wie das Handelsblatt berichtete, soll das alsbald in Katar realisiert werden:

Nun können ausländische Firmen 100-prozentige Tochtergesellschaften dort gründen, ohne jedweden katarischen Partner.

Handelsblatt

Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, z. B. die Bestimmungen für Rüstungsexporte zu umgehen; zumindest unter bestimmten Voraussetzungen: Für im Ausland hergestellt Produkte bedarf es keiner Ausfuhrgenehmigungen deutscher Behörden, sofern es sich nicht um in Deutschland hergestellte Erzeugnisse handelt oder um solche, in die in Deutschland gefertigte Teile eingebaut oder bei deren Produktion in Deutschland patentierte Technik verwendet wird.

Katar hat in Berlin verkündet, seine Investitionen in Deutschland von 25 auf 35 Milliarden Euro erhöhen und damit zum größten Investor hierzulande aus den Golfstaaten werden - bisher ist dies Kuwait mit rund 27 Milliarden Euro. Bisher hat Katar vor allem bei Volkswagen, der Deutschen Bank, Siemens, Solarworld, Hochtief und Hapag-Lloyd investiert. Damit sei das Land "in die Weltliga aufgestiegen" und biete deutschen Unternehmen "sehr große Perspektiven" - auch im Vorfeld der Fußball-WM 2022 in Katar, sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und Miteigner des Berliner Recycling-Konzerns Alba.

Handelsblatt

Wo man schon mal beim Thema Fußball war, wusste das Handelsblatt zu berichten, dass Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef bei Bayern München, dessen Partner Qatar Airways ist und zudem Fifa-Großsponsor, außerdem die Geschäftsführer großer deutscher Unternehmen, "darunter Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, sowie Vorstände von VW, Siemens und Hapag-Lloyd - am Mittag mit dem Emir und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)" zusammenkamen.

Fußball als Einstieg in westliche Gesellschaften hat Katar schon lange erkannt. So gehört der französische Fußballclub Paris Saint-Germain zu 100% einer katarischen Investorengruppe. Die blättern dann auch schon mal über 200 Millionen Euro für einen Spieler auf den Tisch.

Bekanntermaßen wird Katar auch 2022 die Fußball-WM ausrichten. Über die brutale Ausbeutung von Arbeitskräften, zumeist Migranten, auf den Baustellen, ist viel berichtet worden. Einen guten Teil der Bauaufträge vergab Katar an türkische Firmen. Kleine Gefälligkeit unter Freunden, denn so kann der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Bau-Industrie an sich binden.

Am Beispiel Katar lässt sich gut verdeutlichen, welche Auswirkungen diese wirtschaftliche Zusammenarbeit auf unsere Gesellschaft hat.

Erdogan gilt vielen Experten als Anhänger der Muslimbruderschaft (MB), genau genommen als einer der mächtigsten Muslimbrüder weltweit. Diese haben vielfältige Verbindungen zu Katar. Die Gastfreundschaft der MB und deren Ableger Hamas gegenüber sorge immer wieder für Ärger mit den Nachbarn, schreibt Sascha Adamek in dem Buch Scharia-Kapitalismus - Den Kampf gegen unsere Freiheit finanzieren wir selbst. Sascha Adamek zufolge flossen in den letzten Jahren 20 Millionen US-Dollar aus Katar in die Türkei (siehe dazu auch das Telepolis-Interview mit Sascha Adamek: "Vom Fußball ist es im WM-Land Katar nicht weit zur Terrorfinanzierung").

Laut Sascha Adamek unterhält die Hamas ein Büro in Doha, der Hauptstadt von Katar, wobei "das Land zu den Staaten gehört, aus denen immer wieder offiziell und inoffiziell islamistische Rebellengruppen und Terrororganisationen unterschiedlichster Ausrichtung finanziert worden sein sollen - meist durch private Stiftungen, die allerdings in das elitäre Herrschaftssystem des Emirats eingebunden sind".

Die Gelder flössen, so Adamek, nicht direkt auf Konten der diversen Organisationen, sondern an humanitäre und religiöse Stiftungen. 2016 verkündete der Emir, der kürzlich im September die Wirtschaftsdelegation in Deutschland anführte, 30 Millionen US-Dollar für die Hamas zur Zahlung der Beamten zur Verfügung zu stellen.

Es sind auch Einrichtungen der Muslimbruderschaft in Katar angesiedelt, Yusuf al-Qaradawi, der Chefideologe der MB, besitzt die katarische Staatsbürgerschaft, der Sender Al Jazeera bietet ihm die Bühne zur Verkündung seiner abstrusen Theorien.

Sascha Adamek weist in seinem Buch darauf hin:

(…) dass Banken, Konzerne und der Staat mit Staaten, deren Rechtssystem überwiegend auf der Scharia beruht, Handel im Umfang von gut 58 Milliarden Euro (2016) betreiben - das entspricht immerhin weit mehr als einem Drittel des Handelsvolumens mit unserem wichtigsten Verbündeten USA. Staaten, in denen zum Teil Frauen und Männer öffentlich ausgepeitscht werden, in denen auch Vergewaltigungsopfer wegen Unzucht ausgepeitscht werden, in denen der Abfall von der Religion ebenfalls mit Peitschenhieben bestraft wird, Länder, in denen Dieben Fingerglieder oder Gliedmaßen amputiert werden, haben es dennoch geschafft, privilegierte Handelspartner der Exportnation Deutschland zu werden. Andere beschränken die Anwendung der Scharia auf das Familienrecht, was vor allem für Frauen in diesen Ländern zu anhaltenden Menschenrechtsverletzungen führt.

Sascha Adamek, Scharia-Kapitalismus

Übrigens ist es auch nicht ratsam für Frauen, in Katar eine Vergewaltigung anzeigen zu wollen. Dieser Versuch kann sehr schnell der direkte Weg in die Gefängniszelle werden - für das Opfer. Sagt das jemand den Frauen, die zur WM nach Katar reisen wollen?

Der IWF schätzt die Auslandesbeteiligung Katars auf 136 Milliarden US-$. In Berlin gehören zahlreiche Hotels, Kaufhäuser, Shoppingmalls, etc. arabischen Immobilienfirmen. "Zuweilen treibt die Investitionsfreude aus dem Nahen Osten auch seltsame Blüten", schreibt Sascha Adamek. "So erwarb 2009 ein Immobilieninvestor namens Faysal al-Zarooni aus Dubai die Firma Mediatex in Brandenburg, die seit Jahrzenten mit der bei Rechtsextremisten beliebten Modemarke Thor Steinar viel Geld und schlecht von sich reden macht."

Der Autor attestiert dem Reich des Emirs, um den die Wirtschaftsbosse sich reißen: "Bis in die Wirtschaftsgesetze hinein regiert das Recht der Scharia. Gäbe es einen Staat, der die Ausrufung des Scharia-Kapitalismus für sich beanspruchen wollte, so lautete sein Name zweifelsohne Katar."

Doch die arabischen Herrscher, so auch der Emir von Katar, wollen mehr als Handelsbeziehungen, sie wollen politischen Einfluss und damit die Ausbreitung des Scharia-Islams auch im Westen vorantreiben. So findet der Berliner Journalist im Islamischen Kulturzentrum in Doha Hochglanzbroschüren zum Islam in deutscher Sprache. Diese sind bestimmt, in Deutschland in den Moscheen und islamischen Zentren ausgelegt zu werden.

Eines davon trägt den Titel "Jesus und Maria im Qurán". Der Inhalt liest sich folgendermaßen: "Jesus wird richtigstellen, dass er ein Prophet Gottes ist und nicht Gott oder der Sohn Gottes und er wird alle Menschen auffordern, Gott allein anzubeten und sich ihm allein im Islam zu unterwerfen."

Die Weigerung habe eine göttliche Bestrafung zur Folge. Als Beispiel werden die Juden genannt:

"Obwohl nicht alle Juden es glauben, Esra (Jesus, Anm. d. Verf.) sei der Sohn Gottes, haben sie jedoch versäumt, es zu verurteilen. Wenn einer Sünde gestattet wird, zu überdauern und sich zu verbreiten, wird die Gemeinschaft verantwortlich."

Sascha Adamek fragt sich: "Wer steckt hinter dem Hochglanzprodukt?

(…) Als Übersetzer des Textes ins Deutsche wird immer Dr. Moulay Mohamed Ghembaza genannt. Dieser erweist sich als deutschen Sicherheitsbehörden bereits bekannter Name, denn er übersetzte diverse salafistische Schriften zum Zweck ihrer Verbreitung in Deutschland.

Der von Katar honorierte Übersetzer übertrug auch das Buch Frauen im Schutze des Islam von Abdurrahman al-Sheha in Deutsche, in dem als "Heilmittel, um eine ungehorsame Frau zu behandeln", am Ende sogar vorgeschlagen wird: "Schlagen ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen."

Sascha Adamek, Scharia-Kapitalismus

Zu den islamischen Zentren schreibt der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban in seinem Buch Arabische Clans - Die unterschätzte Gefahr:

Das islamische Zentrum ist mehr als eine Moschee, es ist eine Miniatur der islamischen Gesellschaft. Unter einem Dach versammelt es verschiedene Aufgaben, die in der islamischen Welt auf unterschiedliche Institutionen verteilt sind. Die Konzeption des islamischen Zentrums wurde von Said Ramadan entwickelt, der der Schwiegersohn des Begründers der Muslimbruderschaft Hassan al-Banna war und der Vater von Tarik Ramadan, dem vorgeblichen Modernisierer des Islam in Europa. Ramadan gründete 1961 das erste islamische Zentrum in Genf, das den islamischen Zentren aller muslimischen Minderheiten im Westen als Vorbild dient.
(…)
Die islamischen Zentren bieten neben Koranschulen und Kultverrichtung eine ganze Reihe anderer Leistungen an. Sie verkaufen islamische Bücher (auch solche, wie Sascha Adamek sie in Doha fand, Anm. d. Verf.) und Utensilien sowie Halāl-Lebensmittel; viel wichtiger aber ist ihr Angebot im Bereich der Bildung und Sozialarbeit. So werden Aufgaben der Mehrheitsgesellschaft in das Zentrum übernommen und in eigener Regie durchgeführt. Alphabetisierungskurse in Deutsch und Arabisch; Computerkurse, Kindergarten und Schule sowie Jugendarbeit, Sport, Freizeitgestaltung, Frauenarbeit und Beratung in allen Lebenslagen finden dort statt.

Ralph Ghadban

Finanziert werden diese Zentren nicht selten durch Scharia-Staaten. Wichtig, so Ralph Ghadban, sei es Hassan al-Banna gewesen, die Familienstruktur wiederzubeleben:

Für ihn besteht die Methode seiner Bewegung darin, den einzelnen muslimischen Menschen islamisch zu bilden, damit er die islamische Familie als Teil der islamischen Gesellschaft gründen kann; wenn dies realisiert ist, kommt der islamische Staat von selbst. Dieses Programm haben alle islamischen Organisationen in Europa. Erst wollen sie die sozialen Verhältnisse islamisieren - in diesem Licht ist übrigens auch der Kampf um das Kopftuch zu sehen. Er bedeutet die Einführung der Geschlechtertrennung in die Gesellschaft als Schritt zur Anerkennung des islamischen Familienrechts, das die Gemeinschaft der Muslime in einer multikulturellen Gesellschaft zusammenhält. (…) Wenn die Gemeinschaft später groß genug ist, dann folgen die politischen Konsequenzen.

Ralph Ghadban

Das bedeutet die Einführung des Scharia-Rechts, das entgegen anderslautender Bekundungen seitens fundamental-islamischer Organisationen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, sondern das genaue Gegenteil einer demokratischen Verfasstheit und zudem die Grundlage für die Entrechtung und Unterwerfung der Frauen ist.

Das bedeutet nicht, dass in absehbarer Zeit Deutschland zu einem islamischen Staat wird. Aber es bedeutet, dass der Machtbereich des fundamentalen Islams in Deutschland ausgeweitet und immer mehr Menschen unter das strenge Diktat der Scharia gezwungen werden.

Ralph Ghabahn beschreibt eine "Islamisierung von unten", bei der Konvertiten, insbesondere Konvertitinnen eine große Rolle zukäme. Ziel sei "die Integration Deutschlands in das islamische Milieu".

Für die Migrationsforschung gilt die Ehe zwischen Migrantinnen und einheimischen Männern als ein viel wichtigeres Indiz für die Integration der Migranten als die umgekehrte Konstellation. Mit der Konvertierung der deutschen Frauen wird das Phänomen umgedreht.

Ralph Ghadban

Ralph Ghadban spricht von einem "Frauenphänomen". Er weist daraufhin, dass der Übertritt zum Islam endgültig sei, denn auch für Konvertitinnen gelten die strengen Regeln der Scharia. Häufig seien diese Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt, so Ralph Ghadban. Und zwar völlig ungeschützt:

Bei den Migranten sorgt die Großfamilie für den Ausgleich, die Anwesenheit der Schwiegereltern bremst die Exzesse des Ehemannes, die Frau kann immer auf ihren Schutz hoffen (hoffen ja, funktioniert aber auch nicht, wie die außerordentlich hohe Belegung von Frauenhäusern mit Musliminnen beweist, Anm. d. Verf.), bei den deutschen Frauen spielen ihre Familien keine Rolle, sie sind auf sich allein gestellt.

Ralph Ghadban

Das hohe Ausmaß an Gewalt deute darauf hin, dass seitens des muslimischen Ehemannes Liebe vermutlich nicht der Grund für die Heirat gewesen sei, sondern es sei ihnen um "den Aufenthalt und den Unterhalt" gegangen sei.

Geld ist ein wichtiges Instrument bei der Ausbreitung des fundamentalen Islams auch in Europa. Leider ist das - zumindest bis jetzt - in den Scharia-Staaten keine Mangelware.

Eine Möglichkeit, eine Gesellschaft nachhaltig zu verändern, ist der Einkauf in die dortige Ökonomie. Das muss gar nicht mit solchen schwindelerregenden Summen wie beim Fußballclub Paris Saint-Germain sein. Stück für Stück erobern arabische Läden unsere Einkaufsstraßen: orientalische Backwaren, Falafel-Imbisse, Friseure, selbstverständlich Frauen und Männer getrennt, Hijab-Stores, Halaāl-Zertifizierung an immer mehr Restaurants und Imbissen. Auch deutsche Firmen stellen sich auf die Kundschaft ein und lassen immer mehr Produkte halāl zertifizieren.

Selbst Pizzerien und Foodtrucks werben mit Halāl-Zertifizierung. So werden neue Absatzmärkte geschaffen, aber auch neue Begehrlichkeiten. Denn schon kommen die ersten Stimmen, dass die Betäubung der Tiere in den Schlachthäusern nicht akzeptabel sei.

Ein weiteres Beispiel, wie die orthodox-muslimische Lebensweise in unsere westlichen Gesellschaften Einzug hält und Stück für Stück als "normal" integriert wird, ist die Modewelt. Werbung mit verschleierten Frauen, egal, ob für Slipeinlagen, Gummibärchen oder caritative Organisationen, Sportlerinnen im Hijab oder spezieller muslimischer Sport-Kleidung, Models, die muslimische Mode vorführen, all das bleibt weitestgehend unwidersprochen. Die Mode- und Werbewelt hat längst das Label "muslim fashion" für sich entdeckt.

So gibt es schon seit längerem Vogue Arabia, Vogue Italy hat muslimischen Designerinnen den Weg auf die westlichen Laufstege geebnet, erste Station ist meistens Mailand. Die großen Modemarken sind schon lange bei Modeschauen in muslimischen Ländern vertreten.

Aktuell findet im "de Young Museum" in San Francisco eine Ausstellung mit dem Titel Contemporary Muslim Fashion (Zeitgenössische Muslimische Mode) statt, die ab Frühjahr 2019 im Frankfurter "Museum Angewandte Kunst" in Frankfurt zu sehen sein wird. In deren Rahmen stellen eine Reihe von Designerinnen und Designern aus, die entweder im arabischen Raum arbeiten oder dort ihre Wurzeln haben.

Von einer Vielzahl von rein kulturell inspirierten Exponaten umrahmt wird dort wie selbstverständlich auch streng orthodoxe muslimische Mode ausgestellt. Manche in bunt statt braun, was die Farbe der Hijabs und Niqabs betrifft, andere nicht nur in klassischen Formen, sondern auch in klassischen Tönen. So wird die Geschlechterapartheid zum Lifestyle umdeklariert und wie selbstverständlich in die westlichen Gesellschaften integriert. Unterwerfung wird zum Must-Have im Modesommer 2019.

Frauen in den westlichen Gesellschaften haben hart dafür gekämpft, dass sie nicht mehr in Gewänder und Trachten gesteckt, als Jungfrau, verheiratet, versprochen oder noch zu haben gekennzeichnet oder hinter Klostermauern weggesperrt werden. Mit einem Fingerschnipp bringt die "Muslim Fashion" diese unseligen Traditionen zurück - und wird auch noch als "trendy" und Zeichen von Toleranz und Vielfalt bejubelt.

Ein Beispiel für ein Unternehmen, das auf muslimische Kundschaft setzt, ist der eingangs genannte Berliner Vivantes-Konzern, der mehrere Kliniken in öffentlicher Hand in Berlin verwaltet. Laut Wikipedia ist das Land Berlin "alleiniger Anteilseigner". Laut Eigenangaben ist Vivantes demzufolge "Deutschlands größter kommunaler Krankenhauskonzern".

Vivantes ist aber nicht irgendein städtisches Krankenhaus, sondern akquiriert für die Klinik zahlungskräftige Patienten aus den arabischen Staaten. Dafür ist das Tochterunternehmen Vivantes International Medicine 2010 gegründet worden.

Dessen Geschäftsführer ist Nizar Maarouf. Laut Tagesspiegel hat "hat Vivantes mit Universitätskliniken in Saudi-Arabien und China Beraterverträge unterzeichnet".

Damit ist die Klinik multi-kulturell aufgestellt, bzw., das Angebot u.a. auf den arabischen Raum ausgedehnt worden. Entsprechend sucht Vivantes gezielt nach muslimischem Personal, wie die eingangs bereits erwähnte Stellenanzeige deutlich macht. Da wäre vielleicht mal zu prüfen, inwieweit diese Stellenanzeige dem Berliner Neutralitätsgebot widerspricht.

Laut BZ wirbt Vivantes vor allem "bei erzkonservativen Staaten wie Dubai oder Saudi-Arabien (in beiden gilt die Scharia) um zahlungskräftige Kunden, die sich in Berlin behandeln lassen wollen".

Offensichtlich verfügt Nizar Maarouf auch über Kontakte zum Emirat Kuwait. Als sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert im Oktober 2016 mit dem kuwaitischen Attaché für Gesundheit, Mubarak Al-Qabandi, zu einem Gespräch traf, war Nizar Maaroof "ebenfalls zu Gast".

Laut LinkedIn ist ein weiterer Maarouf, Ayad, als Fremdsprachenkorrespondent bei Vivantes beschäftigt. Ein dritter Maarouf, Houssam, ist Gründer und Geschäftsführer der Medienagentur mediAgent. Diese hat ihrer Webseite zufolge Referenzen u.a. durch das Auswärtige Amt und Berliner Krankenhäusern. Außerdem durch die Deutsch-Arabische-Freundschaftsgesellschaft e.V. (DAFG).

Dort ist Houssam Maarouf praktischerweise Vizepräsident. Einer der Schwerpunkte der DAFG ist "wirtschaftliche Zusammenarbeit". Zum Portfolio der Firma mediAgent gehört die Entwicklung einer Corporal Identity, die Offenheit für Geschäfte mit dem arabischen Raum nach außen kommuniziert, mehrsprachig, versteht sich.

Verheiratet ist Nizar Maarouf mit Sawsan Chebli, ihres Zeichens Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Als sie kürzlich als Trägerin einer Rolex-Uhr geoutet wurde, erntete sie in sozialen Netzwerken einen Shitstorm. Das wiederum nahm sie zum Anlass, um ihre Aktivitäten in eben diesen sozialen Netzwerken ruhen zu lassen.

Die Rolex geht uns nichts an. Selbst wenn Frau Staatssekretärin in Blattgold gewandet und mit Brillanten behangen wäre, ist es ihre Sache.

Sawsan Chebli nahm Anfang September den Emir von Katar, Tamim bin Hamad, am Flughafen in einem, vorsichtig formuliert, ungewöhnlichen Outfit in Empfang: in einem zum Kleid gewordenen Palästinensertuch.

In der Bildunterschrift bei https://www.arab48.com wird es ebenfalls direkt mit der Kufiya, dem Palästinensertuch, in Verbindung gebracht.

Allerdings könnte bei dem Gewand die Frage aufkommen, ob es sich um bizarre Folklore oder eine stylische Hommage an die Hamas handelt, denn der Stoff ist grün, das ist die Farbe des Islams - und der Hamas. Dem Anlass angemessen gekleidet sozusagen, denn Katar unterhält enge Beziehungen zur Hamas und weiteren fundamental-islamischen Organisationen, u.a. der MB.

Grundsätzlich sollten uns auch die Kleider der Frau Staatssekretärin genauso wenig interessieren wie ihre Rolex-Uhr. Allerdings sollte die Antwort auf die Frage interessieren, ob eine deutsche Politikerin palästinensischer Abstammung in Ausübung einer hoheitlichen Funktion (bewusst) mit ihrer Sympathie für eine zutiefst frauenverachtende und antisemitische Terror-Organisation kokettiert.

Der Pali-Fummel ist übrigens nicht einzigartig, eine junge Schwedin hat den Marktwert des guten alten Arafat-Feudels entdeckt und daraus einen eigenen Modestil kreiert. Ob Sawsan Chebli zu deren Kundinnen zählt ist, indes nicht bekannt.

Laut Kundeninformation des Internetshops "Made in Palestine", nach eigenen Angaben der Webauftritt des einzigen Originalherstellers der Palästinensertücher, wurde das "Pali-Tuch Grün-Weiß" aus einem bestimmten Grund eine Zeitlang nicht mehr produziert:

In den 90ern wurde dieses traditionelle Tuch wegen der grünen Farbe als "Hamas-Tuch" stigmatisiert und langsam nicht mehr produziert. Heute feiert dieses Schmuckstück sein Comeback - exklusiv auf MADEinPALESTINE.de

Ein Comeback unter anderem als "Pali-Dirndl" der Staatssekretärin Sawsan Chebli, die damit den katarischen Scheich empfängt, der u.a. 30 Millionen US-Dollar für die Hamas zur Verfügung stellte?

Das Kleid trug sie kurz vorher bei einer Veranstaltung, bei der ein Integrationspreis der Presse vorgestellt wurde. Auch da saß sie in ihrer Eigenschaft als Staatssekretärin.

Richtig pikant wird Sawsan Cheblis Kufiya-Look im Zusammenhang mit ihren sonstigen Verlautbarungen und Aktivitäten im Zusammenhang mit dem fundamentalen Islam. In einem Interview sagte sie, sie hielte die Scharia und das Grundgesetz für kompatibel. Später korrigierte sie die Aussage dahingehend, dass sie die Scharia als Verhältnis zwischen Mensch und Gott in Form von religiösen Vorschriften, z. B. Gebete, Speisevorschriften etc. gemeint habe. Da sehe sie keine Probleme mit der Vereinbarkeit.

Zu ihrer Zeit als stellvertretende Pressesprecherin des Auswärtigen Amtes initiierte sie die Organisation JUMA, "Jung, Muslimisch, Aktiv", deren Mitglieder u.a. der Muslimbruderschaft und Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) nahestehen und die Kontakte zu DITIB unterhalten. Juma ist das Freitagsgebet, das in der Moschee zu verrichten den muslimischen Männern zwingend vorgeschrieben ist.

Womit wiederum begründet wird, warum Frauen der Zutritt in die Moscheen verwehrt wird: Sie müssen nicht in der Moschee beten und würden den Männern nur den Platz wegnehmen. So werden Moscheen zu reinen Männerhäusern, wahlweise staatlich oder aus dem islamischen Ausland alimentiert, oder beides. Die meisten Aktiven von JUMA streben eine akademische Laufbahn an, die überwiegende Mehrheit der Frauen trägt laut Sawsan Chebli den Hijab.

Laut BZ "posierte 2013 eine Juma-Aktivistin mit Maschinengewehr im Holocaust-Mahnmal. Später soll sie sich dafür entschuldigt haben, heißt es auf einer Webseite".

Im April 2011 trat auf einer Juma-Veranstaltung der später als Quassel-Imam (…) bekannte Abdul Adhim Kamouss als Redner auf. In der ersten Reihe: Chebli. Problem: Kamouss wurde 2010 vom Verfassungsschutz dem radikalen Islam zugeordnet. Im selben Jahr warb er mit dem späteren "ISIS"-Terroristen Denis Cuspert alias Deso Dogg in einem Video für den Besuch in der vom Verfassungsschutz beobachteten Al-Nur-Moschee.

BZ

Die Moschee sei "immer wieder durch Auftritte sogenannter salafistischer Hassprediger aufgefallen", so die BZ. Laut Welt "diente sie schon 2009 als Startpunkt für Reisen nach Pakistan in den Dschihad".

In dem Artikel in dem oben genannten arabischen Medium wird erwähnt, dass Sawsan Chebli als Palästinenserin im Staatsdienst aufgrund ihrer palästinensischen Herkunft häufig Probleme mit Rechtsextremen habe. Außerdem verzichte sie als gläubige Muslimin darauf, sich zu verschleiern, weil Musliminnen in Deutschland wegen des Hijabs die Karriere verbaut würde.

So gehen Politik und Wirtschaft Hand in Hand und ebenen Staaten, in denen Menschenrechte nichts gelten und die bekanntermaßen die verschiedensten Terrorgruppen finanzieren und die, ebenfalls bekanntermaßen, großes Interesse an der Ausbreitung des fundamentalen Islams haben, den Weg in unsere Gesellschaft.

"Integration Deutschlands in das islamische Milieu", schreibt Ralph Ghadbahn. Wenn es eine sinnbildliche Darstellung dieser These gibt, dann die einer deutschen Politikerin im islamisch leuchtenden "Pali-Dirndl" beim Empfang eines Hamas-Finanziers.

Literatur:
Adamek, Sascha, Scharia-Kapitalismus - Den Kampf gegen unsere Freiheit finanzieren wir selbst, ECON Verlag, Berlin 2017
Ghadban, Ralph, Arabische Clans - Die unterschätzte Gefahr, ECON Verlag, Berlin 2018

Anzeige