Sind Marokko, Algerien und Tunesien sichere Herkunftsländer?

Schwule und Lesben werden verfolgt

In Tunesien, Algerien und Marokko steht gleichgeschlechtlicher Sex unter Strafe. Schwulen und Lesben drohen in allen drei Ländern Gefängnisstrafen. Nicht nur auf dem Papier: Im März 2016 berichtete Human Rights Watch über die Verhaftung von sechs Studenten im tunesischen Kairouan.

Ein Gericht befand die Männer des Verstoßes gegen das "Sodomie"-Gesetz des Landes für schuldig und verurteilte sie zu drei Jahren Haft.

In Marokko sorgte vor zwei Jahren ein Internetvideo für Aufsehen, das zeigte, wie eine Gruppe von Männern ein schwules Paar in ihrer Wohnung überfiel und verprügelte. Kurz darauf verurteilte ein Gericht die Beteiligten: eines der schwulen Opfer zu vier Monaten Haft wegen "unnatürlicher Handlungen zwischen Personen des gleichen Geschlechts" und die Angreifer zu zwei Monaten auf Bewährung.

Auch Journalisten werden im Maghreb verfolgt

Seit dem Arabischen Frühling hat sich in der tunesischen Medienlandschaft vieles zum Besseren gewendet. Leider nicht alles. Noch immer seien Drohungen und Gewalt gegen Journalisten an der Tagesordnung, berichtet Reporter ohne Grenzen. Kritik an Amtsträgern wird mit Gesetzen aus der Zeit des alten Regimes begegnet.

In Marokko werde Kritik am König und als "Angriff auf die heiligen Werte der Nation" mit Gefängnis bestraft, berichtet Reporter ohne Grenzen. Unliebsamen Journalisten würden außerdem oft Drogendelikte untergeschoben.

Auch in Algerien werden Journalisten, die kritisch über die Regierung berichten, verfolgt. Der regierungskritische Fernsehsender Al Atlas-TV musste im März 2014 sein Programm einstellen. Drei Monate später wurde ein Reporter zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er hatte mit seiner Kamera plündernde Polizisten dokumentiert. (Fabian Goldmann)