Smarte Maschinen

Kismet, ein Roboter des MIT,der Emotion erkennen und simulieren kann (Ende 90er Jahre). Bild: Polimerek / CC-BY-SA-3.0

Wie werden Menschen und Roboter zusammenleben?

Ein Thema wandert länger schon durch die Medien: Maschinen übernehmen die Arbeitswelt der Menschen, Androiden werden neue Liebespartner, das Gespenst der Automatisierung kehrt zurück in die Fabriken und hinterlässt einen Maschinenpark. Was steckt hinter dieser Berichterstattung? Anstelle eines Medienspiegels soll von der Entwicklung selbst geschrieben werden. Informationen von den Quellen, den Labors, den Think-Tanks, an denen die Maschinen von Morgen gebaut werden.

Wenn wir heute an eine Maschine denken, die die Aufgaben eines Menschen übernimmt, dann gibt es einen solchen Automaten entweder schon, oder wir können zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass irgendjemand in einem Labor oder einer Garage an Version 0.1 bastelt

so die Autoren Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee des Buchs "The Second Machine Age" und weiter:

Unsere Generation dürfte das Glück haben, zwei der faszinierendsten Ereignisse der Geschichte mitzuerleben: die Entwicklung wirklich intelligenter Maschinen und die Vernetzung aller Menschen über ein gemeinsames digitales Netz, das die Weltwirtschaft verändert. (S. 301)

Beteiligt an diesem Umbruch werden "Innovatoren, Unternehmer, Wissenschaftler, Bastler und viele andere Computerfreaks" sein. Brynjolfsson und McAfee weisen nur wenige Seiten später auf die Gefahren von komplexen Netzwerken hin. Mit der Technologie geht eine Verantwortung einher.

Der Wissenschaftsjournalist Ulrich Eberl hat ein ausführliches Buch zum Thema geschrieben; viele seiner Kapitel leitet er mit fiktionalen Zukunftsszenarien ein, die die Mensch-Maschine-Beziehung thematisieren. Er erreicht damit vor allem eines: ein Gefühl für den Umgang mit smarten Maschinen zu vermitteln. Denn die zunehmende Automatisierung, die zunehmende Emanzipation der Maschinen und der Menschenähnlichen (Androiden) ist längst nicht mehr allein Stoff der Science Fiction-Literatur.

Smarte Maschinen betreffen zunächst Alltagsgegenstände, die die Wohnung zum Smart Home machen, die "mitdenken".

Eine andere Liga der smarten Maschinen sind Roboter und autonome Fahrzeuge. Es liegt umfangreiche SF-Literatur vor, in der Roboter bereits unzählige Rollen im Verhältnis zu Menschen und anderen Robotern eingehen. Sehr eindrücklich in unserer Gegenwart natürlich die entsprechenden Filme mit Roboter-Rollenbesetzung.

Der Ursprung des Wortes "Roboter" entstammt dem slawischen Sprachraum und leitet sich vom tschechischen Wort robota ab, das so viel wie "Zwangsarbeit" bedeutet. Karol Čapek nutzt in seinem Theaterstück "R.U.R. Arms" die Bezeichnung labori. Das Wort robot hatte Karols Bruder Josef vorgeschlagen. Das ist ein eigenes Thema, wie Roboter in diesen Werken präsentiert werden - als Partner oder Feind des Menschen.

In Bezug auf das Thema smarte Maschinen geht es um Cognitive Computing (Begriff von IBM), um das Selbstlernen der Maschine zu bezeichnen. Aus ihren Tätigkeiten entwickelt sie künstliche Intelligenz, auch unter dem englischen Kürzel AI (für artificial intelligence) bekannt.

Maschinen, auch oder gerade weil sie smart sind, sollen Aufgaben übernehmen, die für Menschen zu öde oder gefährlich sind, sie sollen helfen und möglicherweise das gesellschaftliche Verhältnis zur Arbeit neu bestimmen. Für ungeliebte Arbeiten könnten intelligente Roboter eingesetzt werden. Die Angst, dass Roboter aus ihrer Arbeitsfunktion ausbrechen könnten und eigenen Willen entwickeln, spielt in diesem kulturellen Kontext des künstlichen Menschen immer mit.

Wenn Roboter die Arbeit von Pflegekräften übernehmen, sieht es plötzlich anders aus. Die alten Familienmitglieder Maschinen anzuvertrauen, steht gegen eine humanitäre Ethik, gegen menschliches Mitgefühl. Solche Haltungen sind bis zu einem gewissen Grad willkürlich.

Wichtig für die zunehmende Verbesserung der Roboter sind so genannte neuromorphe Chips. Chips, die sich an das Neuronennetzwerk des menschlichen Hirns technologisch annähern. Die Neurochips kommen dabei jedoch noch nicht an die Leistungen von Supercomputern ran. Es kann in etwa das Hirn einer Maus simuliert werden, jedoch eher im Ruhezustand als in Aktion. Die Entwicklung befindet sich noch am Anfang. Ziel ist es, die unendliche schnelle Komplexität des menschlichen Hirns als Modell für das Lernen der Maschinen nachzubilden.

Anzeige