Software gegen Katzen, die über die Computertastatur flitzen

Die wahren alternativen Nobelpreise

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die sind so nützlich, dass man es kaum glauben mag. Beispielsweise die PawSense-Software, die nur knapp 20 Dollar kostet, aber Erstaunliches bewirken kann. Vorausgesetzt man ist Besitzer einer Katze, die zudem eine ausgeprägte Neigung verspürt, regelmäßig über die Tastatur des heimisches PCs zu klettern, und die dabei natürlich, wenn die Kiste an ist, ihre Spuren auf dem Monitor hinterlässt. Genau da setzt PawSense an, ein Programm, das sofort entdeckt, wenn eine Katze die Tastatur berührt. Danach wird der PC katzenmäßig blockiert und zusätzlich noch ein Geräusch produziert, das die süßen Vierbeiner einfach nicht mögen. Kurzum eine geniale Idee...

Schwebender Frosch

Zwischen Himmel und Erde gibt es aber auch Dinge, die mag man gar nicht glauben. Obwohl auch sie irgendwie genial sind. So veranstaltet nach englischen Zeitungsberichten die britische Kriegsmarine Schießübungen, bei denen die Schützen, statt Munition zu verfeuern, kurz und heftig "Bang! Bang! Bang!" schreien. Genau das spart jedes Mal 642 englische Pfund, was im Jahr eine Einsparung von rund einer Million bedeutet.

Dennoch gibt es Leute, auch unter den Soldaten, die diese vorzüglich Idee lächerlich finden. Doch sie werden jetzt hoffentlich betreten schweigen. Denn die britische Marine erhielt, genau wie der Erfinder der Katzenschutzsoftware, vergangene Woche für ihren innovatorischen Geistesblitz einen der zehn seit 1991 jährlich verliehenen "Ig Nobelpreise". Allerdings für Leistungen, "die nicht wiederholt werden können oder sollten".

Schließlich steckt hinter dem Kürzel "Ig" das Wörtchen "ignoble", also "unwürdig" - und die Verleihungszeremonie in der Harvard Universität ist in Wirklichkeit ein skurriler Spaß, an dem auch gern echte Nobelpreisträger teilnehmen. Bilder dazu gibt es auf der Seite des Ig-Komitees,und dort findet man dann auch die anderen Preisträger, die so verrückt-bedeutende Dinge zu verantworten haben, wie beispielsweise eine Untersuchung, warum drei Glasgower-Toiletten unter ihren Besuchern zusammengekracht sind. Oder wie man mit einem Riesenmagnet nicht nur einen Frosch, sondern auch ein Sumo-Ringer zum Schweben bringen kann.

Doch die schönste Auszeichnung ist alljährlich der Friedenspreis, den dieses Jahr die britische Marine für ihr "Bang! Bang! Bang!" erhielt und der 1999 nach Südafrika ging, für die Entwicklung eines Anti-Autodiebstahlsystems, das todsicher funktioniert, weil es nämlich mittels Flammenwerfer den Bösewicht bei frischer Tat kurzerhand einäschert. (Ernst Corinth)

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