Spanischer Architekt will 2012 eine Hotelkette im Weltraum eröffnen

Von einem tropischen Inselkomplex sollen die Touristen für 3 Millionen Euro ins Hotel fliegen, die technischen und finanziellen Grundlagen der Träumerei scheinen allerdings noch sehr luftig zu sein

Der "homo spacies" soll kommen, heißt es bei Galactic Suite. Gegründet wurde das Unternehmen von dem Architekten und Designer Xavier Claramuntaus Barcelona. Er verfolgt zwei große Ideen: ein Hotel unter Wasser und ein Hotel im Weltraum. Damit soll die Besiedlung von Regionen eingeleitet werden, die noch nicht bewohnt sind. Wenn es nach Claramunt geht, würde sein Hotel bereits 2012 im Weltraum die Türen für die ersten Gäste öffnen, die natürlich zur Elite der Superreichen gehören, schließlich denkt man groß und teuer.

Es soll die größte Hotelkette im Weltraum werden, noch ist sie allerdings wohl nicht viel mehr als ein Bild

Bislang freilich scheint die Idee noch sehr exotisch zu sein. Angeblich aber hat Claramunt, der das Weltraumhotel entworfen hat, bereits einen Geldgeber gefunden, der zwei Milliarden Euro in das Projekt investieren will oder schon hat. Eine ebenso noch sehr zukunftsträchtige US-Firma hat sich angehängt. 4Frontiers Corporation will das Hotel in einer Höhe von 450 km als Zwischenstopp nutzen, schließlich plant man hier bereits eine permanente Siedlung auf dem Mars, von der aus es dann noch weiter mit der Kolonisierung gehen soll.

Man sei überdies, berichtete Claramunt, in Verhandlungen mit japanischen, amerikanischen und arabischen Investoren. Namen gab der Architekt allerdings nicht bekannt. Und angeblich will man bereits im Januar 2008 mit dem Bau des Hotels beginnen. Der Architekt verrät auch sein Erfolgsgeheimnis: "Wenn man eine proaktive Haltung und keine Bedenken hat, wird man das Kapital zusammen bekommen, wird man in die Medien gelangen und wird das Projekt zur Wirklichkeit werden."

Frei wie in der Gebärmutter im Weltraumhotel

Ganz genau weiß man schon, was der Spaß kosten soll. Nämlich für einen dreitägigen Aufenthalt 3 Millionen Euro. Das könnten sich bis 2012, so haben sich die geschäftstüchtigen Träumer ausgerechnet, weltweit mindestens 40.000 Menschen leisten. Und die will man möglichst schnell auch in den Weltraum befördern. Zudem sollen Interessierte schon mal reservieren, was ab 2008 vorgesehen ist. Man ist auch sonst nicht unbescheiden und denkt nicht nur an ein Hotel, sondern schon gleich an eine Hotelkette im Weltraum.

Unklar ist zwar noch, wie Hotel und Touristen überhaupt transportiert werden sollen, aber der Plan besteht offenbar darin, auf irgendeinem tropischen Inselkomplex auf einer Insel einen Weltraumflughafen zu bauen. Auf einer anderen, nahe gelegenen Insel sollen die achtwöchigen Vorbereitungen stattfinden und kann die Restfamilie, die nicht mitfliegen will, inzwischen einen angenehmen Urlaub in einem Luxushotel verbringen. Hier will man auch ein Museum errichten. Auf einer weiteren benachbarten Insel soll ein Freizeitzentrm, die medizinische Versorgung und die technische Kontrolle des gesamten Komplexes angesiedelt werden.

Up, up and away. Die Bilder stimmen immerhin

Mit einem noch unbekannten Weltraumflugzeug sollen ab 2012 zwei Piloten und jeweils vier Touristen zum Hotel fliegen. Zwei Hin- und Rückflüge sind in der Woche vorgesehen, macht pro Hotel etwa 350 Personen im Jahr. Der Visionär bleibt halt gerne auf dem finanziellen Boden.

Claramunt hat zwar öffentlich darüber nachgedacht, dass die Toiletten ein Problem darstellen, während Duschen weniger kompliziert zu lösen sei, allerdings dürften die Touristen auch wein wenig Luxus bei der Verpflegung erwarten und werden wohl auch bedient werden wollen. Aber noch will man beim Galactic Suite wohl nicht zu sehr an die banalen Dinge denken, sondern von der Vision mit der transzendentalen Erfahrung und den guten Gewinnen träumen.

Das Hotel soll aus einem Zentralbereich und fünf davon abgehenden kapselförmigen Modulen für jeweils zwei Personen bestehen, die sieben Meter lang und vier Meter breit sind. In den auch innen runden Kapseln gibt es einen Schlaf- und einen Aufenthaltsraum sowie ein Bad mit Toilette. In den Räumen soll es nur einige Möglichkeiten, um sich zum Essen, Sitzen oder Schlafen in der Schwerelosigkeit festmachen zu können. Hauptzweck des Aufenthalts sei schließlich die Erfahrung des freien Schwebens mit dem Blick durch das große Fenster ins All und zurück auf den Planet Erde. Wenn ihnen das zu langweilig wird, können sie an irgendwelchen wissenschaftlichen Experimenten mitarbeiten. Sparsam, wie Claramunt ist, sollen die Flüge nicht "klimaneutral" gemacht werden. Die Touristen, die von oben die Erde sehen, werden dann schon so begeistert sein, meint er, dass sie auch was für den Umweltschutz machen.

Zwei Milliarden Euro sollen angeblich reichen, um die Inseln und die Weltraumflugzeuge zu kaufen sowie die Anlagen auf den Inseln und das Hotel im Weltraum zu bauen. Sollte Claramunt tatsächlich bereits einen Geldgeber gefunden haben, wie es heißt, der eben die Summe investieren will, dann könnte es ja tatsächlich nächstes Jahr mit dem Bau des Hotels losgehen. Irgendwie aber wird man den Verdacht nicht los, dass es sich noch um eine Luftblase handelt.

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