Sport ist Mord

Es sind die Eltern, Dummkopf!

Probleme an unseren Schulen schaffen daher weniger die Sportarten, der Fächerunterricht oder die Leistungsanforderungen als vielmehr jene "betütelnde" Mütter und Väter, die ihre Prinzen und Prinzessinnen bis vor die Schultür fahren, die Schultasche ins Klassenzimmer tragen und sie nochmals vor aller Augen drücken und abbusseln. Aber vor allem auch jene, die bei jedem Wehwehchen gleich entweder besorgt die Augenbrauen heben und beim kleinsten Anzeichen von Husten, Schnupfen und blauen Flecken zum Kugelschreiber greifen, und eine Entschuldigung zu schreiben, oder es einfach gelassen hinnehmen, wenn diese mal wieder bewusst und gezielt die Sportsachen zu Hause lassen.

So kommt es, dass zu Beginn fast jeder Sport- oder gar Schwimmstunde regelmäßig eine erkleckliche Zahl von Schülern angezogen auf der Langbank sitzt und dem Unterricht mal gelangweilt, mal geschwätzig von dort aus folgt. Bewegung und Schwitzen haben aber noch niemanden geschadet. Wie viele andere Dinge auch, der Klavier- und Geigenunterricht genauso wie das Erlernen von Vokabeln und das Deuten einer Tragödie, ist das Lernen mit Mühe und Anstrengung verbunden - und selten mit Spaß.

Vermutlich ist der Tag nicht mehr fern, an dem Eltern Kampagnen wider das Schreiben von Aufsätzen, das Lesen von Goethes "Faust" oder das Rechnen mit Brüchen starten. Oder gleich ganz die Schule und das Benotungs- und Zensurensystem abschaffen wollen. Vor nicht allzu langer Zeit gab es diese Rufe nach "Entschulung der Gesellschaft" auch schon mal sehr heftig. Auch darüber gab und gibt es immer wieder Klagen, wird über deren (Un)Zeitgemäßheit gestritten. Zumal auch da Schüler ab- und aufgewertet, gelobt und gedemütigt werden; und es auch da Standards und Vergleichstest zu bestehen gilt.

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