Sturm der Begeisterung bei der NASA

Landerover "Spirit" ist sicher auf dem Mars gelandet und meldet sich

Nach dem Fiasko der Mars-Polar-Lander-Mission im Jahr 1999 (Der Mars Polar Lander schweigt noch immer) haben die USA dem Mars nach sechseinhalbjähriger Abwesenheit wieder mit einem Landeroboter die Aufwartung gemacht. Heute früh um 5.50 Uhr MEZ kannte der Jubel im Jet Propulsion Laboratoy und den anderen NASA-Dependancen keine Grenzen. Wenige Minuten nach seiner vorprogrammierten Landung im Gusev-Krater bestätigte der Lander seine Ankunft mit einer einfachen, aber wenig spektakulären Folge von Signalen. Dafür war die Wirkung um so größer.

Das erste Bild vom Mars

"Six minutes from hell" - so charakterisierte NASA-Chefwissenschaftler Ed Weiler das insgesamt sechsminütige Landemanöver der "Spirit", womit er sicherlich auch die sich anschließenden bangen Minuten des Wartens auf das ersehnte Signal gemeint haben dürfte. Doch beim Höllenritt durch die Mars-Atmosphäre gab "Spirit" seinen Geist nicht auf. Das Entry und die Landung sind erfolgreich über die marsiane Bühne gegangen.

"We got it. We have a very strong signal from the rover." Als Robert Manning, der verantwortliche Projektleiter für den Eintritt, das Landemanöver und die "Spirit"-Landung, diese Worte zum Besten gab, kannte der Jubel der Anwesenden im 'Jet Propulsion Laboratoy' in Pasadena/Californien keine Grenzen mehr.

Der US-Sonde Spirit war nach siebenmonatiger Reise in der Nacht zum Sonntag pünktlich um zirka 5.35 Uhr MEZ (8.35 p.m. - PST) nach einer sehr komplexen Landesequenz sicher in dem vorgesehenen Zielgebiet, dem Gusev-Krater auf dem Mars, gelandet.

Bild: Nasa

Bereits um 5.50 MEZ Uhr (8.50 p.m. - PST) trudelte dann das sehnlichst erwartete Antwortsignal der "Spirit" bei der NASA ein, das aus einer Entfernung von knapp 160 Millionen Kilometern und mit einer zeitlichen Verzögerung von zirka 10 Minuten eintraf - sehr zu Freude der Mitarbeiter im Kontrollraum, von denen einige das Signal mit Jubel und Freudentränen aufnahmen. NASA-Chef Sean O'Keefe beglückwünschte die Verantwortlichen der Mission für das gelungene Entry, das der gut verpackte "Spirit"-Rover mitsamt seines Instrumentariums - und davon darf nunmehr ausgegangen werden - bestens überstanden hat. Alles klappte wohl perfekt: vom Eintritt in die Mars-Atmosphäre, dem Öffnen der Fallschirme, dem Zünden der Raketentriebwerke (die kurz vor der Landung in Aktion traten) und dem Stoßdämpfereffekt der zu einer Art Pyramide aufgestauten Multi-Airbags.

Der Gusev-Krater. Bild: Nasa

Während "Spirit" im Gusev-Krater 15 Grad südlich des Äquators sicher landete, steht seinem baugleichen Zwillingsbruder "Opportunity" (MER-B), der in drei Wochen in der Meridiani-Ebene rund zwei Grad südlich des Äquators aufsetzen soll, das gleiche Manöver noch bevor. Just an diesen beiden Landestellen, wo die NASA zuvor große Mengen oxidierten Eisens feststellte, die gleichfalls auf die frühere Existenz von Wasser hinweisen, sollen die beiden solargetriebenen Geländefahrzeuge drei Monate lang in einem Umkreis von bis zu 500 Meter Gesteinsproben sammeln und die Umgebung nach Wasser untersuchen, wobei die Rover von der Erde aus ferngesteuert werden. Die beiden NASA-Rover sollen sich bis April 2004 pro Marstag (etwas mehr als 24 Erdstunden) rund 40 Meter bewegen und möglichst spektakuläre Daten zur Erde funken.

Blick von der Navigationskamera des Rovers auf Spirit

Allerdings wird "Spirit" wird nicht sofort in Aktion treten, sondern sich erst seiner Montur entledigen und sich in mehreren vorsichtigen Arbeitsschritten auf seine eigentliche Mission vorbereiten. Erst nach einer Woche schreitet "Spirit" zur Tat. (Harald Zaun)

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