Syrien: Deeskalation mit "Teufel im Detail"

Ahrar al-Sham in Hama. Bild: Propaganda, Twitter

Die USA und Russland sollen sich bei der Frage der Flugsicherheit wieder nähergekommen sein. Bei der Unterstützung der "Deeskalationszonen" achtet US-Verteidigungsminister Matthis auf Abstand

Die USA wollten safe zones, "absolut", wie Präsident Trump Ende Januar bekräftigte. Russland, Iran und die Türkei haben in Astana ein Abkommen über vier de-escalation areas getroffen, das in Teilen bereits in Kraft getreten sein soll. Seit 1. Mai fliege die russische Luftwaffe keine Angriffe mehr in den gekennzeichneten Zonen, so General Sergej gegenüber Tass.

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Russland ist den USA damit zuvorgekommen. Die Rivalität über die jeweiligen Einflusszonen wird weitergehen. Die Aufteilung Syriens wird konkreter und der Einfluss der syrischen Regierung über ihr Territorium ist begrenzt, sie sitzt hier nicht am großen Hebel. So hat zwar Außenminister al-Muallim offiziell das Einverständnis seiner Regierung zum Astana-Memorandum erklärt, aber er hatte auch nicht wirklich eine andere Option als formell zu bestätigen, was dort abgemacht wurde.

Al-Muallim sprach sich gegen einen Einsatz von UN-Truppen als Aufsicht über die Deeskalationszonen in Idlib, Homs, Ost-Ghouta und im Süden Syriens aus. Von einer Entsendung von UN-Truppen war in den allerersten Plänen über Pufferzonen die Rede, wie sie von der Türkei und den USA unter Obama in die Debatte geworfen worden waren. Das hatte damals keine realistische Aussichten und jetzt auch nicht, wie der syrische Außenminister bestätigte.

Ob der Waffenstillstand und das Konzept der Deeskalationszonen halten, hängt von vielen Faktoren ab, eine große Rolle spielt, wie sich Russland und die USA arrangieren. Die Politik der beiden rivalisierenden Großmächte in Syrien lässt im Kleinen an die großen Abmachungen zu Einflusszonen während des Kalten Krieges denken, wie Elijah J.Magnier näher ausführt.

Russland hat die Lufthoheit über große Teile Syriens. Seit Trumps Tomahawk-Angriff auf syrischen Boden Anfang April ist das gegenseitige Abkommen über Flugmanöver ausgesetzt, mittlerweile gibt es wieder Bewegung in der Sache.

Der russische Generalstabschef Gerasimow und sein US-Gegenüber Dunford sollen Ende vergangener Woche bei einem Telefongespräch der Wiedereinsetzung der "russisch-amerikanischen Verständigung" über Flugsicherheit in Syrien" ein gutes Stück nähergekommen sein. Man wolle Konflikte bei Einsätzen gegen den IS oder die al-Nusra vermeiden und habe ausgemacht, "regulären Kontakt zu halten".

Die Abstimmung erfolgte im Zusammenhang mit den Astana-Vereinbarungen zu den Deeskalationszonen. Eine eindeutige Zustimmung seitens der USA gibt es dazu nicht, die US-Regierung will sich Spielraum erhalten. So achtete Verteidigungsminister Matthis auf Distanz: "Wir schauen uns die Vorschläge genau an", sagte er am Montag Journalisten.

Seine "Skepsis" bezig sich auf die Rolle des Iran als Garantiemacht, dass "Damaskus sich in der Vergangenheit nicht an Abmachungen hielt" - und "auf den Teufel im Detail". Man müsse wissen, wer genau dafür sorge, dass die Zonen sicher seien und welche Gruppen von dort herausgehalten werden.

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