Tom Cruise und ein angeblich durchgeknallter Dschungel-Tarzan

YouTube und Co. - unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

Gleich zwei Videos sorgten diese Woche für viel Wirbel. Zum einen ein Werbefilm, den Tom Cruise für die Organisation Scientology gedreht hat. Und der wohl ausschließlich für Sektenmitglieder gedacht war. Aus guten Grund: wer sich das Filmchen anschaut, der kommt zum Schluss, dass Cruise – um es vornehm zu umschreiben – ein bisschen wirr im Kopf ist. Dabei sagt er inbrünstig Dinge wie:

When you're a Scientologist, and you drive by an accident, you know you have to do something about it, because you know you're the only one who can really help. We are the authorities on getting people off drugs. We are the authorities on the mind.... We are the way to happiness. We can bring peace and unite cultures. Now is the time. Being a Scientologist. People are turning to you. If you are a Scientologist, you see things the way they are, in all their glory, in all their complexity... It's rough and tumble. It's wild and woolly. It's a blast. It really is. It is fun. Because damn it, there is nothing better than going out there and fighting the fight, and suddenly you see -- boom! -- things are better. I want to know that I've done everything I can do, every day... I do what I can. And I do it the way I do everything.

Als das wirklich oberpeinliche Video bei YouTube auftauchte, sorgten vermutlich Scientologen dafür, dass es dort wieder gelöscht wurde. Zu spät! Denn inzwischen kann man es sich an vielen Stellen im Netz anschauen – trotz diverser Klagedrohungen.

Jens Jessen über den Überfall in der Münchner U-Bahn

Und das zweite Video, das für Aufmerksamkeit sorgte, stammt von dem Feuilletonchef der „Zeit", Jens Jessen, der sich auf recht ungewöhnliche Weise mit dem Thema Jugendgewalt auseinandergesetzt hat. Und eine Mitschuld in dem deutschen Spießertum ausgemacht haben will. Hier kann man es sich anschauen. Was danach ausbrach war das, was man gern einen Sturm der Empörung nennt und der trug bisweilen, um ein Wort von Matthias Matussek zu benutzen, Züge der Bescheuertheit.

Und besonders bescheuert gab sich „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner. „Liebes RTL- 
Dschungel-Camp,“ dichtete er, „da Eure Show im Urwaldsumpf der Langeweile zu versinken droht, würde ich gern Jens Jessen, den Feuilleton-Chef der ,Zeit’ bei Euch einweisen lassen. Der Mann hat den Unterhaltungswert eines durchgeknallten Dschungel-Tarzans – jedenfalls spricht, denkt er so auf dem Videoblog seiner Zeitung.“

Mum, should i wear a Veil when i pick my nose??

In diesem Zusammenhang empfehlen wir den Kurs „In zehn einfachen Schritten:
Schreiben wie Franz Josef Wagner“, den wir im Blog Medienlese gefunden haben.

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Jugendgewalt gibt es übrigens auch in Australien, wie dieses Video beweist. Dieser Film dagegen zeigt den diffizilen Zusammenhang zwischen Popeln und Religion. Und hier kommt zum Schluss echte Schadenfreude auf.

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