Tracking jetzt nicht nur für Pakete, sondern auch für Personen

Bild: NIAID/CC BY-2.0

Das Blatt wird sich wenden. COVID19 als Segen für die Gesellschaft?

Kaum ein Vierteljahr ist vergangen, seit ein Virus auf dem Weltmarkt erschienen ist, dessen Namen zuvor nur Experten kannten. Schon ist eine Pandemie der Abgründe ausgebrochen. Ich lese überall, was ich auch ohne Virus wusste: Isolation ist tödlich. Häusliche Gewalt nimmt vor allem in Städten zu. Nach der Krise der Wirtschaft nun auch noch eine Krise der Mathematik. Alle Zahlen sind falsch. Um Feind-Propaganda und Falschinformationen zu bekämpfen, müssen die Demokratien des Westens leider vorrübergehend die Demokratie abschaffen und jedwede Kommunikation im Internet regulieren. Der Einfluss der Impfstoffhändler auf das Kanzleramt wird zum Tagesthema. Science Fiction und Politik? Eine unheilige Allianz. Könnte so aussehen: Jeder "Positive" bekommt gleich in der Teststation einen Marker verpasst. Gesundheitssicherheit im Stil von Amazon. GPS-Tracking jetzt nicht nur für Pakete, sondern auch für Personen.

Die gute alte US-Doktrin aus dem "Kampf gegen den Terror" macht die Runde: find, fix, finish. Wer unerlaubt raus geht, ist eine Art Attentäter. Deswegen erst hämmern (alle einsperren), dann tanzen: schnell impfen, bevor der Körper kostenlose Antikörper bildet und sich geistig gegen den Umbau immunisiert hat. An der frischen Luft kann man nichts verdienen. Widerspruch gegen den Satz "Damit müssen wir uns abfinden" gilt als Wohlstands-Renitenz, die abgeschafft gehört. Die Abgründe sind hoch infektiös. Wo einer sich auftut, entstehen gleich drei daneben. Wir erkennen, wir haben auf einer dünnen Kruste gelebt. Wenn es noch bis Ostern so weiter geht, ist wahrscheinlich dort, wo wir glaubten, dass sich unsere sichere Gesellschaft befände, nur noch ein Loch übrig.

Die Abgründe gleichen Edgar Allan Poes Malström: Sie strudeln unser Vertrauen ins Bodenlose. Auf welches Fass können wir steigen, um dem Trichter zu entrinnen?

Schockstrategie aus dem Bundesinnenministerium

In der tosenden See widersprüchlichster Informationen ist das Virus von der Influenza zum Influencer aufgestiegen. Seit kürzlich ein fragwürdiges Papier Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen, angeblich vom Bundesministerium des Innern, geleakt und von "Focus" gehypt wurde, sind Urängste zum politischen Druckmittel arriviert. Wir sollen aufgrund einer "Schockstrategie" fürchten zu ersticken, damit wir gehorchen. Beklemmender hätte es Poe nicht schildern können.

Das vertrauliche Papier des BMI erinnert zugleich an Charles Tillys klassischen Text "Krieg führen und Regieren als organisierte Kriminalität" von 1985. Dort heißt es:

Die Regierungen ziehen ein Geschäft mit dem Schutz der Bevölkerung auf, dessen Ausmaß jeweils sorgfältig daran angepasst wird, inwieweit die Bedrohungen der Gesellschaft frei erfunden oder unmittelbare Konsequenzen der Aktivitäten der Regierung sind. … Ein Geschäftemacher in diesem Sinn ist jemand, der Gefahr erzeugt und dann für ihre Minderung abkassiert.

Charles Tilly

Es hat sich im Prinzip wenig geändert seither - nur dass die Methoden, so ein Geschäft in Sekundenschnelle weltweit auszudehnen, sich enorm verbessert haben. Trotz endlos verfügbarer Quellen ist heute noch weniger als damals überprüfbar, was an den kursierenden "Informationen" dran ist. "Wahrheit" ist nicht mehr relevant. Ob etwas "stimmt" oder nicht: Die Gesellschaft ist trotzdem im Abgrund.

Die dramatische intellektuelle Unterqualifizierung der angeblichen BMI-Empfehlung zitiert stilistisch die gleich platten "Szenario"-Produkte aus den Geheimdienst-Kaderschmieden.

Eine Freundin schreibt mir: "Eine Denkmöglichkeit ist, dass das Abgrundszenario erst ganz am Ende von vielen milderen Maßnahmen kommen kann, die jetzt erstmal ausprobiert werden. So dass es ganz unwahrscheinlich ist, dass dieses Szenario jemals eintritt. Es könnte aber auch sein, dass das Abgrundszenario bereits eingetreten ist und durch dieses leicht skandalöse Leak werden die Leute beruhigt und regen sich über die Urangst-These und die Regierungstechnik auf. Die Aufmerksamkeit wird emotional woanders hingeleitet."

Vielleicht ist sogar der Name der Krankheit Teil einer cleveren "Propaganda" im Sinne von Edward Bernays "unsichtbarer Regierung"? Klingt nicht COV-ID wie Husten (engl. "cough")? In Anlehnung an Eugen Roth könnte man weiter reimen: "Der Husten wählt sich mit Bedacht zum Wirkungskreis die tiefe Macht."

Jener Freund, der mir das Tilly-Zitat gesendet hat, fragt mich: "Bewirkt ein Den-Teufel-an-die-Wand-Malen nicht irgendwie sein Kommen und sein Geschäft?"

Was bleibt uns in dieser Lage? Was ist zu tun? An was können wir uns halten? Wo ist ein Ausweg? Ich habe neun Freunden diese Fragen gestellt. Freunde, die rund um den Erdball vor dem Computer sitzen und nicht raus gehen dürfen. In San Francisco, Barcelona, Bogota, Genua, Berlin, Sofia, London, Narbonne. Die ihre Umwelt in rasender Veränderung erleben. Ihre Antworten können in den nächsten Tagen gelesen werden, morgen kommt die Antwort von Shahidul Alam aus Bangladesch.

(Olaf Arndt)