Treibhausgasemissionen wieder im Anstieg

Bild: dé.wé/CC BY-SA-2.0

Die Energie und Klimawochenschau: Von steigenden Emissionen, Diskussionen über den Kohleausstieg, rabiaten Polizeieinsätzen und Hamburger Fernwärmeplänen

In Bonn hat mit dem Eintreffen zahlreicher Umwelt- und Energieminister die entscheidende Runde in der diesjährigen UN-Klimakonferenz begonnen. Das Treffen endet am kommenden Freitag.

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Ein Kaffeekränzchen sollte es aber nicht werden, meinen die Wissenschaftler. Die globalen Treibhausgasemissionen steigen nämlich vermutlich wieder, wie am Montag das Global Carbon Project - ein internationales Konsortium verschiedener Forschungseinrichtungen - bekannt gab. Nachdem die Emissionen 2014 bis 2016 nahezu konstant geblieben seien, würden sie in diesem Jahr voraussichtlich um zwei Prozent zulegen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Verantwortlich seien für den weiteren Anstieg vor allem vermehrte Emissionen aus China, wo die Industrieproduktion in diesem Jahr stark zugenommen hat, und aus anderen Schwellenländern. Die Emissionen in den USA würden in diesem Jahr voraussichtlich um 0,4 Prozent abnehmen, die Europas um 0,2 Prozent. Beides ein geringerer Rückgang als in den Vorjahren. Die Unsicherheit der Angaben für einzelne Länder liegt bei bis zu zwei Prozent.

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energieträger IRENA ist allerdings optimistisch, dass die Länder schon bald deutlich mehr für den Klimaschutz tun könnten. In einem aus Anlass der Bonner Konferenz veröffentlichten Bericht heißt es, dass die Länder einen erheblichen Spielraum hätten, ihre Verpflichtungen in Sachen Ausbau der erneuerbaren Energieträger aufzustocken. Die G-20-Staaten, also die größten Industrie- und Schwellenländer, könnten zum Beispiel bis 2030 60 Prozent mehr Ausbau betreiben und Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 4600 Gigawatt (GW) errichten.

In Afrika, wo nach über eine halbe Milliarde Menschen ohne verlässliche Stromversorgung leben muss, könnten bis 2030 kosteneffektiv Anlagen mit einer Leistung von 310 GW entstehen. Das sei nahezu viereinhalbmal mehr, als bisher angekündigt.

Besonders südlich der Sahara sind die öffentlichen Stromnetze noch sehr fragmentarisch und grobmaschig. Unter anderem aufgrund der meist relativ geringen Bevölkerungsdichte ist der Anschluss ans öffentliche Netz kostspielig, was Insellösungen mit Solar- oder Windkraftanlagen oder auch einer Kombination von beiden attraktiv macht.

Hinzu kommt der erhebliche Preisverfall der Solaranlagen, was zu einer rasch wachsenden Verbreitung von kleinen Solaranlagen insbesondere auf den Dörfern führt. Afrika ist daher auf den besten Wege, das Stadium eines flächendeckenden zentralistisch organisierten Stromnetzes zu überspringen, wie dieser Tage The Economist meint.

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