Trump verliert weiter an Rückhalt

Bild: Weißes Haus

US-Präsident kurz vor den Midterm-Wahlen mit den bislang schlechtesten Umfrageergebnissen

Es kann noch immer weiter hinuntergehen. Nach einer Umfrage des Wall Street Journal und NBC, die zwischen dem 23. und dem 26. Oktober geführt wurde, ist die Beliebtheit von Donald Trump ein Jahr nach seinem Wahlsieg auf einen Tiefstand gefallen. Gerade 38 Prozent finden seine Leistung als Präsident gut, 5 Prozentpunkte weniger als September und einen weniger als bei seinem bisherigen Tiefstand im Mai. Noch hat Trump die Umfrage in den "Fake News" nicht kommentiert, bei seinem Lieblingsumfrageinstitut Rasmussen erzielt er immerhin noch 43 Prozent, bei Gallup aber nur 35 Prozent.

Dabei bricht Trump, obgleich er persönlich in den höchsten Tönen von seinen Erfolgen spricht, Rekorde für einen amtierenden Präsidenten. Die Zustimmung zu seiner Leistung ist weitaus niedriger als bei seinen Vorgängern zur selben Zeit im ersten Präsidentschaftsjahr. Bill Clinton fand immerhin noch eine Zustimmung von 47 Prozent, George W. Bush war im ersten Jahr eine Ausnahme, weil er von den 9/11-Anschlägen "profitierte" und 88 Prozent seiner Amtsführung zustimmten. Barack Obama erzielte 51 Prozent. Allerdings wurden gerade einmal 900 Amerikaner befragt, die Irrtumswahrscheinlichkeit wird mit 3,27 Prozent angegeben.

Wer mit 38 Prozent die niedrigste Zustimmung, trifft auch auf die höchste Ablehnung: 58 Prozent lehnen die Politik von Donald Trump ab. Als Person sehen ihn nur 36 Prozent positiv, 54 Prozent hingegen negativ.

Hintergrund ist, dass sich die so genannten unabhängigen Wähler zunehmend von ihm abnehmen. Ihre Zustimmung zu Trumps Leistung fiel allein um 7 Punkte gegenüber dem letzten Monat auf 34 Prozent. Aber auch bei den Weißen verlor er 4 Punkte und kommt noch auf 47 Prozent, selbst bei Weißen ohne College-Abschluss, also Trumps Wählerschaft, bröckelt die Zustimmung und fällt um 7 Punkte auf jetzt 51 Prozent. Bei NBC fragt man sich, ob nach den verstärkten Kämpfen innerhalb der Republikanischen Partei Trumps Wählerbasis bröckelt. Bei den Sympathisanten der Republikaner erzielt er allerdings weiter eine Zustimmung von 81 Prozent. Und es sagen mit 54 Prozent noch mehr, sie wären Unterstützer von Trump, während nur 42 Prozent hinter der Partei stehen, aber auch hier verliert Trump allmählich.

Anerkennung findet noch Trumps Umgang mit den Folgen der Wirbelstürme in Texas und Florida - und 42 Prozent finden weiterhin, dass seine Wirtschaftspolitik gut ist. Seine Rolle als Oberkommandierender goutiert ebenso wie sein Umgang mit Nordkorea nur noch ein Drittel. Bei seinem Umgang mit den protestierenden NFL-Sportlern stieß er ebenso wenig auf Begeisterung wie bei der Katastrophenbewältigung in Puerto Rico nach dem Wirbelsturm. Gerade einmal 24 Prozent stimmen seinem Umgang mit dem Iran-Abkommen zu, das Trump gerne aufkündigen und neu verhandeln würde.

Schon für die im November anstehenden Midterm-Kongresswahlen sagen 48 Prozent der registrierten Wähler, sie würden einen Kongress vorziehen, in dem die Demokraten die Mehrheit haben, nur 41 Prozent wollen weiterhin eine republikanische Mehrheit. Und 46 Prozent sagen, sie würden so wählen, dass mehr demokratische Abgeordnete für Kontrolle und Ausbalancierung der Politik von Trump und den Republikanern sorgen sollen.

Viele seiner Wähler stimmten nicht für Trump, weil sie ihn bzw. seine politischen Ziele für gut fanden, worin sich Trump und die AfD ähneln. Jetzt sagen 20 Prozent, sie hätten ihn gewählt, weil sie ihn oder seine Politik gut fanden, während 18 Prozent sagen, sie hätten Trump gewählt, weil sie Clinton oder ihre Politik ablehnten. Ähnlich ist dies aber auch bei Clinton. Daraus muss man den Schluss ziehen, dass die Menschen keine wirkliche Alternative hatten und zuletzt, nachdem Sanders von den Demokraten aus dem Spiel genommen war, nur noch zwischen zwei gleichermaßen unbeliebten Kandidaten entscheiden konnten.

Und das gehört auch mit zur Stimmung: 47 Prozent der Befragten sagen, dass es in ihrem Haushalt eine Schusswaffe gibt. Damit sind die schusswaffenfreien Haushalte noch ein bisschen in der Mehrheit mit 49 Prozent. Seit Jahren werden aber die Haushalte ohne Waffen weniger und nimmt demgemäß die Aufrüstung zu. (Florian Rötzer)