Türkei eröffnet Krieg gegen Drogen

Bis 2023 soll der Drogenkonsum in der Türkei ausgerottet sein, gibt Regierungschef Davutoğlu vor

Der neue Regierungschef Ahmet Davutoğlu will offenbar ein Zeichen setzen und hat den ehrgeizigen Plan angekündigt, den Drogenkonsum bis zum Jahr 2023 in drei Phasen auszumerzen. In den USA hat bekanntlich der War on Drugs den Drogenkonsum nicht reduziert, aber die Gefängnisse gefüllt, die organisierte Kriminalität befördert und ganze Länder in die Hände von Gangs und Kartellen fallen lassen (Eine Ideologie am Ende: Die globale Drogenprohibition).

Das scheint Davutoğlu nicht weiter zu kümmern, der ehemalige Außenminister unterstützt den neuen Präsidenten Erdogan mit seinem Drogenkampf in der Islamisierung der Türkei. Nun wird der Kampf gegen den Alkoholkonsum - Geschäfte dürfen abends keinen Alkohol mehr verkaufen, Werbung wurde ganz verboten - ergänzt durch den Krieg gegen die Drogen, den der Regierungschef mit dem "Kampf gegen den Terror" verglich: "Ein Drogenhändler unterscheidet sich nicht von einem Terroristen." Ebenso wie ein Terrorist nicht in die Nähe einer Schule kommen dürfe, sei dies auch so bei einem Drogenhändler: "Wir werden unsere Schulen und Straßen von Drogen freihalten."

Nach dem Regierungschef wird ein hohes Gremium unter Vorsitz seines Vize mit acht Ministern den Kampf gegen die Drogen koordinieren. Das hundertjährige Jubiläum der Staatsgründung 2023 soll dann durch ein drogenfreies Land gekrönt werden: "Wir planen, dieses Problem vollständig bis 2023 zu lösen", versicherte Davutoğlu.

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