U.S. Bunkers, Inc.

"Don't wait for disasters, be prepared for the worst"

Nicht erst seit den Zeiten der Maginot-Linie wird das Wort "Bunker" assoziiert mit einer kaum zerstörbaren, leicht zu verteidigenden und schwer einzunehmenden, massiven Struktur - und doch hat es gleichzeitig nichts von seinem faden Beigeschmack verloren, ist der Bunker doch auch bekannt als ein wenig einladender, unkomfortabler Ort, durchdrungen von schlechten Gerüchen und noch unerfreulicheren Fährnissen - ein Hort von Krankheit, Leiden und Tod. Das soll jetzt anders werden.

Das 1998 in Miami (Florida, USA) gegründete Unternehmen U.S. Bunkers, Inc. hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Bunker von seinem schlechten Image zu befreien und ihn im Gegenzug bis in die Vorgärten US-amerikanischer Haushalte zu hieven. Nicht nur dank der propagandistischen Arbeit durch die Homeland Security scheint die Zeit dafür reif zu sein, denn:

With populations becoming increasingly larger and concentrated, there is a growing need "to be prepared". As the Secretary General of the United Nations observed (at the IDNDR Forum - Geneva, July 1999), "We must, above all, shift from a culture of reaction to a culture of prevention. Prevention is not only more humane than cure; it is often cheaper. Above all, let us not forget that disaster prevention is a moral imperative".In these times, a life-threatening situation can arise at any time; we should be prepared for the unexpected.

U.S. Bunkers, Inc. sieht die vermeintliche Hauptklientel traditionell beim Militär angesiedelt, aber auch in zivilen, privaten und industriellen Bereichen. Ihre transportierbaren, aerodynamischen und monolithischen Betonkonstruktionen sollen Leben schützen und retten.

Zu diesem Zweck entwickelte die Firma den Mehrzweck-Plattform-Bunker (multipurpose platform - MPP). Diese gepanzerte sowie luft- und wasserdichte Einheit lässt sich bei Massen zwischen 13-18 Tonnen an viele Anwendungen und Einsatzzwecke anpassen - nach Aussagen der Firma ist sie das Nonplusultra bei überirdischen ("The Guardian"), unterirdischen ("The Foxhole") und Unterwasser- Bunkern ("The Posei-Dome") , die zuverlässig Monster-Hurricanes, Tornados, Militärschlägen, terroristischen Angriffen sowie hohen Wasserdrucken widerstehen können.

Im Oktober 2002 stellte U.S. Bunkers, Inc. auf dem Association of the United States Army Annual Meeting (AUSA in Washington, D.C. den No.9-Prototypen vor. Das Bunker-Modell "The Guardian" wurde als Sicherheits- und Überwachungseinheit ausgeführt. Bei einer nutzbaren Fläche von sieben Quadratmetern und einer Innenraum-Höhe von 1,90 Meter sollen sechs Erwachsene Platz finden können.

"The Guardian": Bunker-Kleinod für den heimischen Hof

Die Bunker bestehen aus verstärktem Beton, Stahl, Glasfiber und einem firmeneigenen Gemisch von Polymerfasern. Die Wanddicke ist mit der des Pentagon vergleichbar. Der Bunker bleibt jedoch mobil. Die Lebensdauer zählt nach Jahrhunderten, die Bunker selbst sind praktisch wartungsfrei. Im diamantförmigen Bunkerdesign sind keine rechten Winkel anzutreffen; die Konstruktion ist wie aus einem Stück gegossen und bildet eine undurchdringbare monolithische Struktur mit gleich langen Seiten, die starke Winde, Geschosse und umher fliegende Trümmer abweisen sollen. Monolithen sind bei Leuten mit erhöhtem "state of preparedness" gerade besonders beliebt.

"The Guardian" ist praktisch nicht durch Radar oder Nachtsichtgeräte zu orten und schmiegt sich mit dem richtigen Tarnanstrich perfekt an jede Umgebung an. Wenn gerade keine Krisenlage vorherrscht, kann der Bunker bei Bedarf auch als Dampfbad bzw. Sauna oder aber als Gäste-Bungalow dienen.

Zur Standardausrüstung gehört eine Luftzirkulation. Ein duales Turbinensystem tauscht die Innenluft alle 60 Sekunden aus. Ebenso Standard ist die Bereitstellung von Elektrizität mittels Batterien mit 12 - 110 Volt. Filter für biologische und chemische Kriegführung, Klimaanlage und Heizung sind optional. Generatoren, Solarsegel und zusätzliche Batterien können im bzw. am Bunker installiert werden, um eine sich selbst erhaltene Einheit zu schaffen. Wasservorratstanks, Kameras, Sicherheits- und Überwachungsausstattung sind ebenfalls optional - was der Kunde eben so benötigt in Frieden, Krieg oder arktischer Forschung. Das Bunkerinnere soll kompakt und komfortabel sein, mit modernem und geschmeidigem Glasfiber-Design - man soll sich wie in einem Boot fühlen.

Das Ganze lässt sich in Minuten sterilisieren und kann dann als OP-Saal oder Intensivstation dienen. Sie sind in ihrer Vielfalt hervorragend geeignet für die Überwachung von Flughäfen und Botschaften zu Hause oder im Feindesland. Andere Einsatzmöglichkeiten sind Kommandozentralen, Munitionsdepots, Büros, Safes, Intensivstationen, Sicherheitsposten in Militärbasen und gar Gefängnisse. Sie können gut neben Kernkraftwerken und im eigenen Garten stehen oder als Lagerraum für gefährliche Materialien dienen.

Stillleben mit Dachluke - das Innere des "Guardian"

Für U.S. Bunkers, Inc. gibt es scheinbar keine Lebenssituation, in der man noch ohne Bunker in Reichweite sein sollte - ihre Anwendungsmöglichkeiten sind nur durch die eigene Vorstellungskraft begrenzt. MPP- Einheiten könnten vor zu erwartenden Katastrophen in den voraussichtlich betroffenen Gebieten aufgestellt, mit Ausrüstung bestückt und mit Rettungskräften bemannt werden, so dass direkt nach dem Unglück bereits Helfer vor Ort sind.

U.S. Bunkers, Inc. bietet verschiedene Bunkertypen an - ab circa 50.000 US-Dollar. Die Allgemeinheit wird das Modell "Civil" bevorzugen - eine Heimeinheit für den modernen Menschen von heute, der vorausplant und seine Risiken im Falle von Desastern zu minimieren weiß. In diesem möblierten Betonklotz lässt sich manches Ungemach aussitzen, und wenn es bei den nächsten Unruhen mal wieder etwas länger dauert, sind immer noch die heimelektronischen Annehmlichkeiten zur Stelle, und man kann sich die Wartezeit mit einer guten DVD vertreiben. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass aus Platzgründen alles etwas kleiner sein muss, also auch TV und Kühltruhe.

Die Bunkermonolithe werden normalerweise per Truck antransportiert. Für Spezialaufträge kann auch ein CH-47 Chinook- Helikopter einen Bunker aufnehmen. Sie können in kurzer Zeit an jeden Ort der Erde gebracht werden. Eine C-5 Galaxy kann beispielsweise zehn Bunker auf einmal befördern und mittels GPS-Fallschirmen über dem Adressaten absetzen, mit einer Genauigkeit von circa 30 Metern. Der braucht dann nur noch einen 40-50 Tonnen-Kran, um seinen Neuerwerb richtig hinzurücken.

Und U.S. Bunkers, Inc. sind nicht die einzigen Anbieter. So gibt es z.B. bei Storm Safe Rooms ebenfalls eine Kollektion Schutzmöbel, die freilich etwas weniger luxuriös ausfällt. Prinzipiell handelt es sich hier um Safes, die als Zufluchtsstätte bei schlechtem Wetter oder als "Panic room" bei räuberischen Überfällen dienen sollen:

A Storm Safe Room will keep your family safe from both the weather and intruders! Aren't they worth it?

Das Modell "Yard Bunker" von Storm Safe Rooms wird unterirdisch installiert. Er soll 8-12 Leuten Platz bieten

(Bernd Schröder)

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