US-Army: Energiegetränke können die Leistung senken

Bild: US Army

US-Soldaten haben in Afghanistan und im Irak bei Einsätzen oft Energiegetränke konsumiert, die aber zu Schlafstörungen, Müdigkeit und Unaufmerksamkeit führen können

So genannte Energiegetränke (energy drinks), die Coffein und oft Taurin, Inosit und Glucuronolacton in hoher Konzentration mit reichlich Zucker enthalten, sollen aufputschend und leistungssteigernd wirken. Risiken sind schon länger bekannt, vor allem wenn die Getränke zusammen mit Alkohol konsumiert werden. Nun warnt auch das US-Militär vor dem Konsum dieser Getränke - bekannte Hersteller sind Red Bull oder Monster Energy, für US-Soldaten im Ausland aber auch etwa "Rip It".

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Die Getränke, die auch als "Zuckerbomben" bezeichnet werden, könnten nicht nur dem Körper schaden, sondern ausgerechnet Soldaten im Kampfeinsatz gefährden, weil sie zu Schlafproblemen führen. Das dürfte den Herstellern nicht gefallen. "Rip It" wirbt damit, eben auch von Soldaten im Kampfeinsatz verwendet zu werden. Die Getränke, so die Firma, seien "auf dem Schlachtfeld getestet worden und ein Favorit für unsere Truppen".

Im Wissenschaftsblog der US Army heißt es, es klinge nach einer tollen Idee, sich mit einem Getränk einen Energieschub zuzuführen: "Aber wenn man nicht nur einfach wach bleiben will und zu viel konsumiert, kann man beginnen, dem Körper schweren Schaden zuzufügen." Mehr als 200 Milligramm Coffein täglich seien der Gesundheit abträglich, egal wie man es sich zuführt. Gewarnt werden vor allem Frauen, die aufgrund ihres geringeren Körpergewichts auch weniger zu sich nehmen sollten. Zu viel Coffein kann zu erhöhtem Blutdruck, Panikattacken, Angst, Schlafstörungen oder Dehydrierung führen, so die Patricia Deuster, Direktorin des Consortium for Health and Military Performance an der Uniformed Services University.

In den Einsätzen in Afghanistan und im Irak hätten Soldaten gerne Energiedrinks zu sich genommen, offenbar, um ein bisschen auf Speed zu kommen. Nach einer Studie des Walter Reed Army Institute of Research über Energiedrinks bei Kampfeinsätzen haben 2010 während der Operation Enduring Freedom in Afghanistan 45 Prozent der eingesetzten Soldaten mindestens einen Drink täglich, 14 Prozent aber 3 und mehr zu sich genommen. Die Soldaten müssten mehr darauf achten, was sie ihren Körpern zufügen.

Nach der Studie können die Energiedrink-Produkte, die nicht reguliert sind, negative Nebenwirkungen haben. Wer drei und mehr am Tag zu sich nimmt, berichtet von mehr Schlafstörungen aufgrund von Stress und Krankheit. Und die Energiedrinks-Trinker schlafen ausgerechnet öfter bei Wacheinsätzen oder bei Briefingsitzungen ein, so dass sie auch die Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Damit würden Energiedrinks also gerade das Gegenteil dessen bewirken, weswegen sie konsumiert werden und was sie versprechen. Sie wären nicht leistungssteigernd, sondern leistungssenkend. Hingewiesen wird darauf, dass bislang vor allem wenig über die neuroendokrinen Wirkungen von Taurin bekannt sei. Deuster und die US Army empfiehlt statt Energiedrinks schlicht Wasser. Das würde auch Geld sparen. (Florian Rötzer)

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