US-Geheimdienste: In der russischen Regierung sei der Wahlsieg gefeiert worden

In dem Geheimdienstbericht sollen die russischen Überbringer der Emails an WikiLeaks genannt werden, Trump bleibt weiterhin skeptisch

Donald Trump findet es seltsam, dass angeblich hohe Geheimdienstmitarbeiter NBC News Informationen aus dem bislang nur Barack Obama vorgelegten Geheimdienstbericht von CIA, NSA und DNI über die angeblichen russischen Hacks geleakt hätten. Das sei "Politik", schreibt der künftige US-Präsident über den NBC-Bericht verächtlich.

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Angeblich hätten die Geheimdienste hohe russische Regierungsmitarbeiter angeführt, die Trumps Wahlgewinn gefeiert hätten. Zuerst hatte die Washington Post davon berichtet. Das heißt noch nicht viel, zumal es keinen Beweis dafür bietet, dass die Geheimdienste zugunsten von Trump agiert haben. Möglicherweise will man versuchen, die angeblichen russischen Cyberaktivitäten von der Behauptung zu lösen, damit habe Moskau Trump fördern wollen. Das würde es zumindest erleichtern, mit Trump eine Lösung des schwelenden Konflikts zu finden.

Aber es gebe "streng geheime Abhöraufzeichnungen", die belegen würden, dass die russische Regierung "eine vielgestaltige Kampagne geplant und gesteuert hat, um die Integrität des amerikanischen politischen Systems zu untergraben". Man müsse allerdings abgehörte Kommunikation mit Vorsicht verwenden. Zudem gebe es Hinweise auf Russen, die die gestohlenen Emails WikiLeaks übergeben hätten, was Julian Assange allerdings bereits mehrmals abgetritten hat.

Zwei hohe Geheimdienstmitarbeiter mit direktem Wissen hätten NBC versichert, dass der Bericht auch Einzelheiten über die russischen Cyberangriffe auf das Democratic National Committee (DNC), aber auch auf das Weiße Haus, das Außenministerium, das Pentagon und amerikanische Unternehmen enthalte. Nicht alle der Angriffe, die bis 2008 zurückgingen, seien erfolgreich gewesen. Der Bericht würde auch darlegen, welche Motive Moskau nach Meinung der Geheimdienste hatte. Danach seien die Hacks auch eine Rache dafür gewesen, dass die Obama-Regierung Putins Legitimität als Präsident in Frage gestellt hatte.

Obama hatte erklärt, er habe hohes Vertrauen in den Bericht, Trump blieb weiterhin skeptisch. Noch ohne Kenntnis von dem, was die Geheimdienstchefs ihm heute berichten werden, fragte er via Twitter, warum sie so sicher seien, dass es sich um einen Hack handele, da sie niemals eine Untersuchung der Server verlangt hatten: "Was geht hier vor?" Und er behauptet, dass das DNC dem FBI nicht erlaubt habe, "seine Computerinformationen zu untersuchen oder zu sehen, nachdem es angeblich von Russland gehackt wurde".

Der Ex-CIA-Chef James Woolsey ist, vermutlich wegen der Haltung zu den Geheimdiensten, aus dem Übergangsteam von Trump ausgestiegen, wo er als Berater fungierte. (Florian Rötzer)

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