US-Luftwaffe berichtet von erfolgreichem Testflug der Hyperschall-Drohne X-51

Darstellung einer X-51. Bild: USAF

Die Drohne soll es dem US-Militär ermöglichen, alle Ziele auf der Welt in weniger als 2 Stunden zu erreichen

Die US Air Force ist dem Ziel einen Schritt näher gekommen, mit einer Drohne, die mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegt, in kurzer Zeit jeden Ort auf der Welt erreichen und dort Ziele zerstören zu können (Globale Angriffs- und Zerstörungskapazität). Im Rahmen des unter Bush konzipierten Programms "Prompt Global Strike" wollte man die Möglichkeit haben, möglichst binnen zwei Stunden jedes Ziel auf der Erde treffen zu können. Die Darpa förderte indessen mit Rapid Eye die Entwicklung einer von einer Rakete abgefeuerten Drohne, mit der sich binnen einer Stunde jeder beliebige Ort inspizieren lassen sollte.

Beim Test mit der Weltraumdrohne Falcon Hypersonic Technology Vehicle 2 (HTV-2) Ende April gelang zwar der Start mit der Trägerrakete, dann aber verlor man nach neun Minuten jeden Kontakt (Der missglückte Testflug der mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegenden Falcon-Drohne). Falcon soll mit einer Trägerrakete in eine Höhe von 100 km gebracht werden und dann mit Mach 20 ein Ziel auf der Erde ansteuern.

Erfolgreicher verlief der erste (von insgesamt vier geplanten) Test der X-51A (WaveRider) von Boeing am Mittwoch an der kalifornischen Küste. Die 8 Meter lange flügellose Drohne, die einem Marschflugkörper gleicht und mit einem Staustrahlantrieb (Scramjet) angetrieben wird, wurde von einer B-52 mit einer Trägerrakete in Höhe von 15 km abgefeuert. Die Rakete beschleunigte die X-51 auf Mach 4,5, bis sich diese in der Höhe von 20 km löste und mit dem Scramjet mit schließlich 5 Mach 200 Sekunden lang flog, um dann ins Meer zu stürzen.

Die X-51A. Foto: USAF

Die US-Luftwaffe spricht von einem "historischen Erfolg". Die Nasa hatte zwar 2004 mit der X-43A eine Geschwindigkeit vom 10 Mach erreicht, dies aber nur 12 Sekunden lang. Der Erfolg, so propagiert man im Pentagon, um die Gelder für die weitere Entwicklung zu sichern, gleich dem Sprung nach dem Zweiten Weltkrieg von Propellermaschinen zu Düsenjägern. Um die Kosten zu dämpfen, hatte man für den Bau der vier WaveRiders vorwiegend vorhandene Techniken verwendet. Allerdings ist der erste Test unter den Erwartungen geblieben. Eigentlich war beabsichtigt gewesen, dass die X-51A mit Mach 6 mindestens 5 Minuten lang fliegen sollte. Nach 200 Sekunden trat eine nicht näher benannte "Anomalie" auf, weswegen der Flug beendet wurde.

Kritiker sagen, dass WaveRiders, sollten sie einmal tatsächlich gebaut und eingesetzt werden, gefährlich seien, weil sie von Marschflugkörpern nicht unterscheidbar seien und deswegen mit einer Atombombe verwechselt werden könnten. (Florian Rötzer)

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