US-Terrorist Douglas McCain in Syrien gefallen

In den Reihen der Kalifatstruppen kämpfen auch Amerikaner

Gestern bestätigte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der USA, dass der US-Amerikaner Douglas McCain am Wochenende in Syrien starb. McCain hatte sich vorher der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen und kam bei einem Gefecht zwischen rivalisierenden Rebellengruppen ums Leben.

Dass sie es mit einem Amerikaner zu tun hatten, merkten die Kämpfer der obsiegenden Rebellen, als die die Taschen ihrer gefallenen Feinde plünderten und feststellten, dass einer davon nicht nur 800 US-Dollar Bargeld, sondern auch einen US-Pass bei sich trug. Neben ihm fielen bei dem Gefecht angeblich drei weitere nichtsyrische Dschihadisten auf Seiten der Kopfabschneider.

Der in Illinois geborene Afroamerikaner McCain war vor etwa zehn Jahren zum Islam konvertiert. Seine in Kalifornien ansässigen Angehörigen hatten nach eigenen Angaben geglaubt, er halte sich derzeit in der Türkei auf. Warum er dort hinfuhr, wussten sie angeblich nicht.

Ein altes Polizeifoto von Douglas McCain

US-Behördenerkenntnissen nach kämpfen Dutzende weitere US-Bürger in den Reihen syrischer Rebellen: Zu ihnen zählten auch die Konvertitin Nicole Lynn Mansfield, die im Mai 2013 ums Leben kam, als sie syrische Soldaten attackierte, und Moner Mohammad Abu-Salha aus Florida, der sich dem al-Qaida-Ableger al-Nusra-Front angeschlossen hatte und ein Jahr darauf bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Idlib starb.

Insgesamt sollen in Syrien 20.000 Ausländer alleine für den IS kämpfen. Sie gelten als besonders fanatisch und geeignet für die Ausführung von Greueltaten. Aus Deutschland sind den Behörden etwa 400 namentlich bekannt - Verfassungsschutzpräsident Maaßen geht aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Aus Großbritannien sollen sich mindestens 500 Salafisten dem Kopfabschneiderkalifat angeschlossen haben - darunter der mutmaßliche Mörder des US-Journalisten James Foley, ein ehemaliger Londoner Rapper.

Andere Amerikaner werden von syrischen Rebellen gefangen gehalten: Am Montag ließ die al-Nusra-Front auf Vermittlung des Emirats Katar (das enge Verbindungen mit dieser Terrorgruppe pflegt) die US-Geisel Theo Curtis frei. Welche Gegenleistungen es dafür gab, ist bislang noch nicht bekannt.

Für eine 26-jährige Amerikanerin, die für eine Humanitäre Organisation gearbeitet haben soll, fordern Entführer angeblich 6,6 Millionen US-Dollar. Und für das Leben des entführten US-Journalisten Steven Sotloff verlangt die IS die Einstellung der US-Luftunterstützung für die kurdischen Peschmerga. (Peter Mühlbauer)